Raoul Korner neuer Trainer des Medi-Teams

Korner kommt vom Ligarivalen Löwen Braunschweig, bei dem er in den letzten drei Jahren tätig war und in der vergangenen Saison zusätzlich das Amt des Sportdirektors ausgeübt hat. Über seinen Abschied von den Niedersachsen war schon seit einiger Zeit spekuliert worden, nachdem sich dort erhebliche finanzielle Einschnitte abgezeichnet hatten. Nicht zuletzt wegen der Krise beim Trikotsponsor VW fehlen den Löwen künftig rund 850 000 Euro aus ihrem aktuellen 3,5-Millionen-Etat.

Ziel: Die Erwartungen übertreffen

Korner begründete seine Entscheidung mit den Perspektiven, die er an diesem Standort sieht: "Ehrgeiz und Enthusiasmus, Ziele und Ausrichtung - das alles gefällt mir. Ich bin jemand, der für Kontinuität steht; einer, der gern mithilft, etwas zu entwickeln. Und das erscheint mir hier sehr gut möglich." Als Ziel formulierte es der neue Medi-Trainer, sich im breiten Feld zwischen Playoff-Plätzen und Abstiegszone "mehr in Richtung des oberen Strichs zu orientieren, als in Richtung des unteren": "In Braunschweig ist uns das mit geringeren Möglichkeiten als in Bayreuth gelungen, also warum soll es dann hier nicht gelingen?" Er habe immer den Ehrgeiz die Erwartungen zu übertreffen: "Es geht darum, aus den vorhandenen Ressourcen das Optimum herauszuholen - und möglichst etwas mehr."

Diesem Anspruch will Korner bereits bei der Zusammenstellung der Mannschaft gerecht werden: "Fehler, die man im Sommer macht, werden im Winter sehr teuer." Er verwies darauf, dass während seiner drei Jahre in Braunschweig nie einen Spieler wegen schlechter Leistungen entlassen worden sei: "Und in den drei Jahren zuvor in den Niederlanden war es genau so."

Spielphilosophie: Teambasketball und Defensivstärke

Die Grundlage seiner Personalplanung sieht Korner in den deutschen Spielern: "Es war sogar eine der Motivationen, nach Bayreuth zu gehen, dass hier ein sehr guter Stamm an deutschen Spielern vorhanden ist", sagt er mit Blick auf die bestehenden Verträge von Steve Wachalski, Bastian Doreth und Andreas Seiferth. Auf dieser Basis suche er die weiteren Puzzlestücke im Sinne seiner Spielphilosophie erst in der bestehenden Mannschaft, dann innerhalb der Bundesliga und erst danach international: "Ich will eine Mannschaft, die uneigennützigen Teambasketball spielt und auch defensiv hohen Ansprüchen gerecht wird." Näher wollte sich der neue Medi-Coach zu möglichen Wunschspielern aber nicht äußern: "Wenn ich jetzt einen Namen nenne, dann wird dieser Spieler sofort um 20 Prozent teurer."

Mehr zum Thema:

Carl Steiner mit Trainerwechsel nicht glücklich

"Viele Alternativen" für Koch-Nachfolge

Medi trennt sich von Michael Koch

4.7 (3 Stimmen)

Anzeige