Raiffeisenbank ohne Fusionsgedanken

„Wir führen keine Fusionsgespräche“, sagt Andreas Held, Vorstand bei der Raiffeisenbank Gefrees, in den vergangenen Jahren immer wieder als Fusionskandidat gehandelt. „Mitten drin von der Ortschaft her, aber doch am Rande des Geschehens“, so bezeichnete Vorstand Andreas Held die Situation. Auch wenn man die Augen und Ohren offen halte und durchaus in Sondierungsgesprächen stecke, mit mehreren anderen Banken der Region. Denn er und sein Vorstandskollege Markus Zitzmann gehen schon davon aus, dass sich bis zum Ende des Jahrzehnts ein Partner für die Raiffeisenbank Gefrees finden wird.

Mit Blick auf 2016 sagen sie: „Wir haben intensive Gespräche geführt. Doch insgesamt sei es derzeit so: „Es gibt nichts Neues zu berichten.“ Auch wenn es schon ein Thema sei, dass kleine Häuser die zunehmenden Regularien immer schwieriger händeln können. „Es sind zig Meldungen zu machen“, erklärt Markus Zitzmann und fügt erläuternd an, dass diese unabhängig davon anfallen, ob eine Bank klein oder groß sei.

Zeitplan gebe es indes aktuell keinen. „Wir hatten uns stark auf einen Partner eingeschossen“, erklärt Andreas Held, ohne konkret werden zu wollen. Allerdings habe sich nun im zweiten Halbjahr gezeigt, dass eine Partnerschaft nicht sinnvoll gewesen wäre. Denn das Vorstandsduo sagt auch klar: „Wir wollen nicht um jeden Preis die Eigenständigkeit aufgeben“.

„Versuche in der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Chemie stimmen muss und dass deshalb der eine oder andere Partner nicht in Frage kommt.“

Das Fazit, was Gefrees betrifft: „Wir sind weiter offen“, wobei man sich mit Blick auf die gute Kundenbindung und eine hohe Marktdurchdringung für Verhandlungen gut aufgestellt sieht.

Weiter einen eigenständigen Kurs hat man hingegen in Emtmannsberg im Auge. „Wir sehen keine Notwendigkeit an unserer Selbstständigkeit etwas zu ändern“, sagt Stefan Lischkowitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Emtmannsberg, des kleinsten Geldinstituts im Landkreis. „Wir vergleichen uns gerne als das kleine Schnellboot zwischen den behäbigen Dampfern.“ Damit sei man auch wendig genug, um die Zukunftsfähigkeit im Auge zu behalten.

Ganz anders ist die Situation bei der Raiffeisenbank Bayreuth, wo im neuen Jahr hinsichtlich einer Fusion mit Hof Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen. In dieser Woche wurden die Mitglieder informiert, dass das kommende Jahr „eine Phase des Zusammenfindens“ mit der Raiffeisenbank Hof sein werde. Konkreter Anlass des Schreibens ist die künftige Regelung der Erfolgsbeteiligung der Mitglieder. Denn während die VR Bank Hof auf das „klassische Dividendenmodell“ setzte, wurde im Bereich der VR-Bank Bayreuth ein „VR-Mitgliederbonus“ gewährt.

Aus „formalen und technischen Gründen“ sei es in der fusionierten Bank im Jahr des Zusammenschlusses nicht möglich, „Sonderleistungen wie diesen Bonus nur für einen Teil der Kunden zu verrechnen und andere davon auszuschließen“, heißt es. Die VR-Bank kündigt deshalb an, für das Geschäftsjahr 2017 anstelle des VR-Mitgliederbonus eine attraktive Dividende auszuschütten. Als VR Bank Bayreuth-Hof werde dann ab 2018 ein gemeinsames Mitgliederkonzept entwickelt.

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