Rätsel um angebliches Hügelverbot

Auf eine geplante Vertreibung Eva Wagner-Pasquiers vom Festspielhügel deutet nichts hin, wenn man mit Peter Emmerich, dem Pressesprecher der Bayreuther Festspiele, spricht: „Frau Wagner-Pasquier ist im Urlaub“, sagt Emmerich. „Ein Urlaub, der lange geplant war.“ Am Freitag, sagt Emmerich, habe er sich verabschiedet von Eva Wagner-Pasquier, deren Vertrag Ende August auslaufen wird. Dann wird Katharina Wagner die alleinige Leitung der Bayreuther Festspiele haben. „Am Montag ist sie wieder da“, sagt Emmerich. Im Haus. Am Hügel. „Mir ist nichts Gegenteiliges bekannt.“

Emmerich sagt, er werde sich an Diskussionen um Personalangelegenheiten nicht beteiligen. Jedoch: Es sei seit Anfang vergangenen Jahres klar, dass Eva Wagner-Pasquier nach Ende der Festspielsaison 2015 aus der Geschäftsführung ausscheiden werde. Stunk zwischen den Halbschwestern Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier sei ihm nicht bekannt. „Zumindest keiner, der bemerkbar wäre. Es gibt sicher, wie immer, wenn zwei oder mehr Personen miteinander arbeiten, Meinungsverschiedenheiten. Wichtig ist, dass am Ende mit einer Stimme gesprochen wird.“ Von Zerwürfnissen oder tiefer gehenden Streitigkeiten sei ihm, der nahe an den beiden Festspielleiterinnen dran ist, nichts bekannt.

Wagner-Pasquier bekommt Beratervertrag

Georg von Waldenfels, der Vorsitzende der mächtigen Freunde von Bayreuth, sagt, er wundere sich über die Berichterstattung. Entscheidungen, die die Leitung der Bayreuther Festspiele betreffen, würden gemeinsam getroffen. Von den Gesellschaftern. Von Bund, Land, Stadt Bayreuth, den Freunden von Bayreuth. Es habe, sagt von Waldenfels, Überlegungen gegeben, „ob jemand, dessen Vertrag ausläuft, sein Amt vielleicht ruhen lässt, wenn Entscheidungen gefällt werden, die die Zeit nach ihm betreffen“. Das sei, sagt der Vorsitzende der Freunde, „in vielen Unternehmen ganz normal. Man redet mit den Betroffenen, findet Kompromisse. Das weiß Eva Wagner-Pasouier am besten“. Im Fall Wagner-Pasquier gebe es kein Hügelverbot: „Ich werde sie nicht daran hindern, am Hügel zu sein. Ich gehe auch davon aus, dass sie am Hügel präsent sein wird.“ Vor allem „sei niemandem daran gelegen, Frau Wagner-Pasquiers Lebensleistung zu nahe zu treten“.

Von Waldenfels sagt, ein Hügelverbot würde auch nicht dazu passen, dass Eva Wagner-Pasquier nach Auslaufen ihres Vertrags als Geschäftsführerin einen Beratervertrag bekomme, „weil wir sie an den Hügel binden wollen. Das würde doch nicht zusammengehen“.    

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Montag, 13. November 2017 - 11:06