Radweg an der B22: Es gibt Alternativen

Der Eckersdorfer Gemeinderat empfiehlt dem zuständigen Staatlichen Bauamt den Neubau an der B 22, weil er sich erhofft, dass mehr Berufspendler dann vom Auto aufs Rad umsteigen – eine ehrbare Absicht. Aber es gibt in diesem Fall nicht nur bestehende Alternativen. Es gibt auch Interessen, die höher wiegen als ein schöner neuer Radweg.

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Es sind die Interessen derer, die sich nicht gegen einen Eingriff in die Natur wehren können – die Frösche, Molche, Vögel und Fische die auf einem alten Teichgrundstück leben, das der Landesbund Vogelschutz (LBV) gerade mit viel Mühe wieder in einen natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen verwandelt. Die LBV-Leute stellen sich nun gegen den Radwegebau an der Bundesstraße. Denn der Weg würde entweder durch das Grundstück führen. Oder es müsste eine Reihe großer Bäume gefällt werden, die das Grundstück und die Straße voneinander trennen.

Nicht blind einem Dogma folgen

Es wirkt paradox, wenn gerade Naturschützer sich gegen ein Projekt stark machen, das den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad fördern soll. Aber die Aktivisten haben recht. Denn es gibt Alternativen, die nicht nur weniger Geld kosten. Die Verbindung über Meyernberg nach Bayreuth ist schon da und muss nicht neu gebaut werden. Es gibt auch Alternativen, die die Natur weniger belasten. Warum soll zum Beispiel eine Asphaltierung durch den Schlosspark endgültig vom Tisch sein, die auch im Eckersdorfer Gemeinderat noch einige Befürworter hat?

Die Stadt Bayreuth muss ihre Empfehlung zum Radweg noch abgeben. Entscheiden muss am Ende das Staatliche Bauamt. Beide sollten sich die Sache gut überlegen und nicht blind dem Dogma folgen, dass man Radwege heutzutage eben gerne entlang von Bundesstraßen baut, weil die Staatsregierung dafür Geld locker macht.

moritz.kircher@nordbayerischer-kurier.de

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