Prinzenpaar teilt ordentlich aus

Wie jedes Jahr endete die Session mit der Rückgabe des Stadtschlüssels an die Oberbürgermeisterin im Neuen Rathaus. Dieses Jahr war die Stimmung allerdings etwas getrübt.

Das Prinzenpaar Julia I. und Dominik I. übten in ihrer Ansprache vor der Oberbürgermeisterin, den drei Faschingsgesellschaften und vielen Narren ordentlich Kritik. „Auf eine Einladung müssen wir bis heute noch warten, deshalb gibt es für manche die rote Karte“, sagte Julia I., während das Prinzenpaar ein rotes Stück Papier symbolisch an die Faschingsgesellschaft der Bayreuther Mohrenwäscher aushändigte.

„Es ist üblich und es war bisher auch immer so Tradition, dass das Prinzenpaar von den beiden anderen Bayreuther Vereinen eingeladen wurde“, sagte Reinhard Opel, Präsident der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß. Das Prinzenpaar, das abwechselnd von den drei Bayreuther Faschingsgesellschaften gestellt wird, vertrete vor allem die Stadt Bayreuth und nicht nur den eigenen Faschingsverein, so Opel.

„Ich finde es schade. Die fünfte Jahreszeit sollte gefeiert werden – von allen drei Vereinen gemeinsam ohne jegliche Konkurrenzgedanken.“

Jürgen Völkel, Präsident der Bayreuther Faschingsgesellschaft Mohrenwäscher, äußerte sich dazu eher genervt: „Das geht doch schon seit mehreren Jahren so. Am besten geht man sich einfach aus dem Weg.“ Ob es wirklich eine Konkurrenz zwischen den Vereinen sei, die bestünde, oder doch nur ein Unverständnis, sei Auslegungssache, sagt Völkel. „Das ist genauso, als würde FC Köln gegen den SC Fortuna Köln spielen“, so Völkel abschließend.

Aber auch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe kam nicht ohne Kritik davon. „Sie haben unsere Feste meistens gemieden“, sagte Julia I. in ihrer Ansprache.

„Die Oberbürgermeisterin hat unserer Ansicht nach an zu wenigen Veranstaltungen teilgenommen oder nur Vertreter geschickt“, sagte auch Reinhard Opel, Präsident der Bayreuther Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß. Mit der symbolischen Rückgabe der noch gut gefüllten Stadtkasse an die Oberbürgermeisterin sagte Julia I. in ihrer Rede: „Stellen Sie mit dem Geld für die nächste Session doch einen Mitarbeiter ein, der Spaß am Fasching hat.“

Zum Abschluss zeigte sich das Prinzenpaar aber versöhnlich: „Wir sind doch sehr zufrieden mit dem Ablauf der Session, leider war sie natürlich wieder viel zu kurz.“

Die Höhepunkte der Session seien für das Prinzenpaar auf jeden Fall die Fahrten nach Berlin und Salzburg gewesen, so Julia I. „Natürlich aber auch der große Faschingsumzug am Sonntag und die ganzen Galasitzungen, an denen wir teilgenommen haben“, ergänzte Dominik I.

Info: Wir haben Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe gefragt, ob sie ein Faschingsmuffel sei. Und siehe da: "Nein." Sie gehe gern zu Veranstaltungen, aber natürlich nicht auf alle, sagte sie. Allerdings sei sie jedes Jahr beim Fasching für Menschen mit und ohne Handicap. Und sie war auch beim Faschingsumzug in Bayreuth - ihr Standplatz war auf dem Sternplatz. Sie lacht und sagt: "Dafür gibt es Zeugen."

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Kommentare

OB nicht erreichbar? Sie war dich 1 1/2 Stunden bei der Veranstaltung. Da hätte man sie doch locker fragen können ?!??
Respekt an den Vorgänger Herrn Hohl, der auf sehr vielen Veranstaltungen zu sehen war....
@Heiko80

Noch haben wir bei den Bayreuther Faschingsgesellschaften, wie beispielsweise den Mohrenwäschern, nicht ganz die Situation wie beim ZENTRUM, wo nahezu der komplette Vorstand der CSU angehört.
Aber wer genau hinschaut, kann schon erkennen, dass oftmals handelnde Personen in verantwortlicher Position sich durch eine (sagen wir einmal) große Nähe zur CSU auszeichnet.
Muss man denn sein ganzes Leben lang ein Faschingsfreak sein? Gilt das nicht mehr: "Alles zu seiner Zeit!".
Fasching/Karneval in Bayreuth ist eine "sehr" ernste Sache und hat mit Frohsinn rein gar nichts zu tun. Das Gegeneinander gab es schon immer, jeder will sein eigenes Süppchen kochen.

Schwarz-Weiß - eine Abspaltung von Rot-Weiß
Main-Nixen - eine Abspaltung von Rot-Weiß
Mohrenwäscher - eine Abspaltung von Schwarz-Weiß
Hexen - eine Abspaltung von Schwarz-Weiß

Die Mutter aller Narren, Rot-Weiß, ist mittlerweile tot! Die Präsidenten aller Vereine sollten sich schämen, das Gegeneinander tut keinem gut. Sie sollten ein Festkomitee nach Kölner Vorbild gründen, in dem jeder Verein vertreten ist, und die Energien sinnvoller nutzen.