Polizei holt Hund aus geparktem Auto

Bettina Granegger sagt am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung, sie habe am vergangenen Freitag eigentlich auf ihre Tochter gewartet, die sie von der Schule abholen wollte. Sie parkte an der Friedrich-Ebert-Straße, war selbst mit ihrem Hund noch eine kleine Runde unterwegs. "Da habe ich ein Paar gesehen, das mit seinem VW Bus auf einem Parkplatz im Schatten parkte. Sie haben den Hund in die Box und sind weggegangen. Ich dachte, das beobachte ich lieber mal kurz." Schnell war klar: Die beiden sind zur Gartenschau. Granegger, die bei der Tierhilfe Weidenberg aktiv ist, spricht zwei Polizisten an, die eine Radarkontrolle aufgebaut haben. Da keine akute Gefahr bestand, weil das Auto im Schatten stand, seien die Beamten weitergefahren, hätten jedoch versprochen, noch einmal vorbei zu schauen.

Erst auf die Wache, dann ins Tierheim

Granegger sagt, ihr habe die Sache keine Ruhe gelassen. Zwar seine die Fenster einen Spalt geöffnet gewesen, habe der Hund Wasser gehabt, aber selbst im Schatten könne sich das Auto aufheizen, was für den Hund gefährlich werden könnte. Also rief Granegger erneut bei der Polizei an. "Zwei junge Polizisten kamen, von denen einer sagte, der Hund könne da nicht drin bleiben." Während die Beamten an der Technik scheiterten, konnte ein Busfahrer helfen, der den Wagen öffnete. "Der Hund war in gutem Zustand, es war auch Wasser im Auto", sagt Granegger. Aber: "Wohin jetzt mit dem Hund?" Das Tierheim war bei den ersten Versuchen nicht erreichbar, deshalb nahmen die Polizisten den Hund mit auf die Wache - und brachten ihn später ins Tierheim, wo ihn die Besitzer dann abholen konnten.

Glimpflich ausgegangen

Nachdem es in den vergangenen Tagen nicht so heiß war, sei die Sache glimpflich ausgegangen. "Aber es ist genau das, was wir prophezeit haben", sagt Granegger. "Es ist unverantwortlich, Hunde im Auto zu lassen." Harald Hahnefeld, der Vorsitzende der Tierhilfe Weidenberg, sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Wir wollen die Leute sensibilisieren, dass sie Zivilcourage zeigen, dass sie die Polizei verständigen, wenn sie einen Hund längere Zeit im Auto sitzen sehen. Die heißen Tage kommen noch. Und die Parkwächter auf den Gartenschau-Parkplätzen können auch nicht ständig durch die Reihen gehen." Hunde gehörten genauso wenig wie Kinder in parkende Autos.

"Hund im Auto lassen, das geht gar nicht"

Der Pressesprecher der Landesgartenschau, Mirko Streich, sagt: "Hund im Auto lassen. Das geht gar nicht." Da Hunde nicht mit auf die Gartenschau dürfen, das sei bislang auf keiner Gartenschau möglich gewesen, gebe es die Vereinbarung mit dem Bayreuther Tierheim. "Dort werden die Hunde von Besuchern, die sich vorher anmelden, für zehn Euro den ganzen Tag über betreut." Seines Wissens nach war das der erste Fall, dass ein Hund im abgestellten Auto entdeckt worden war. Das bestätigt auch Harald Stadter, Pressesprecher der Bayreuther Polizei.

Tierheim hat immer einen Platz frei

Das Angebot, seinen Hund während eines Gartenschau-Besuchs im Tierheim zu parken, werde gut angenommen, sagt Guido Zahn, der Vorsitzende des Tierschutzvereins. "Wir haben bald jeden Tag Hunde da. Wir halten drei Zwinger bereit. Je nach Wunsch gehen wir mit den Hunden spazieren, sie bekommen ihr Futter, haben Auslauf auf unserer Wiese." Ideal sei, wenn die Hundebesitzer im Tierheim am Vortag anrufen, "das geht aber auch spontan, wenn Platz ist". Ab 8 Uhr können die Hunde gebracht werden, bis 17.30 Uhr sollten die Besitzer wieder kommen. Der Hund aus dem VW Bus, "der schließlich doch bei uns gelandet ist", wie Zahn sagt, sei "in gutem Zustand gewesen. Die Besitzer haben ihn am Abend abgeholt und waren recht uneinsichtig".       

Das Tierheim ist erreichbar unter 0921/62634.

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