Polizei gelingt Schlag gegen Rotlichtszene

Am späten Samstagabend des 14. Januar verwüsteten die zunächst unbekannten Personen in einer Modellwohnung in einem Anwesen in der Straße „Laubanger“ in Bamberg die Einrichtung und verübten zudem einen Brandanschlag. Wenig später standen die Räumlichkeiten des Etablissements in Flammen und es kam zu einer starken Rauchentwicklung. Nur aufgrund glücklicher Umstände blieben alle noch anwesenden Personen unverletzt. Brandfahnder und Spezialisten der Spurensicherung der Bamberger Kripo nahmen umgehend die Ermittlungen auf. Im September 2016 war bereits ein Buttersäureanschlag auf das gleiche Etablissement verübt worden.

In der Folgezeit arbeiteten die zahlreichen Beamten der Ermittlungskommission (EKO) „Laubanger“ im Zusammenwirken mit der Staatsanwaltschaft Bamberg intensiv an der Aufklärung des Verbrechens. Mit Erfolg, denn im Februar beantragte die Staatsanwaltschaft gegen drei Tatverdächtige Haftbefehle, insbesondere wegen schwerer Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Kripo durchleuchtet kriminelle Gruppe

Den Kripobeamten war rasch klar, dass es sich bei den Taten um Machtkämpfe im Rotlichtmilieu insbesondere in Bezug auf das Stadtgebiet Bamberg handelte. Es gelang den Spezialisten der EKO „Laubanger“ in den folgenden Monaten unbemerkt tiefer in die kriminellen Strukturen der Gruppierung einzudringen und damit an wichtige Informationen zu gelangen. Dabei gerieten insbesondere acht weitere Personen ins Visier der Ermittler. Alle Tatverdächtigen waren bereits im Vorfeld unter anderem durch gewalttätiges Verhalten sowie zum Teil auch in Bezug auf Rauschgift- und Waffendelikte in Erscheinung getreten.

Gelungene Festnahmen und Durchsuchungen

Am Dienstagfrüh zahlten sich dann die intensiven Ermittlungen und umfangreichen Vorbereitungen der Kripobeamten aus. Da die Polizisten von gewaltbereitem Verhalten der Tatverdächtigen ausgehen mussten und auch den Besitz von Waffen nicht ausschließen konnten, wurden Beamte der Spezialeinsatz- und Unterstützungskommandos aus Nürnberg hinzugezogen. Weiterhin waren Einsatzkräfte des Rauschgifteinsatzkommandos sowie Beamte des Operativen Ergänzungsdienstes aus Coburg und der Kripo Schweinfurt im Einsatz.

In einer konzertierten Aktion verschafften sich Polizisten der Spezialeinheiten in den Morgenstunden Zutritt zu insgesamt acht Wohnanwesen im Stadtgebiet Bamberg, dem Bamberger Landkreis sowie im Landkreis Haßberge in Unterfranken und nahmen insgesamt sieben Tatverdächtige fest. Bei dem Durchsuchungs- und Festnahmeeinsatz waren zirka 130 Einsatzkräfte der Polizei sowie drei Staatsanwälte aus Bamberg beteiligt.

Verbotene Substanzen und Bargeld sichergestellt

Im Rahmen der Wohnungsdurchsuchungen wurden die Beamten in den Zimmern der Festgenommenen schnell fündig. Sie fanden Anabolika in nicht geringer Menge und Marihuana im oberen zweistelligen Grammbereich. Zudem stellten die Polizisten unter anderem eine größere Menge Bargeld sowie mehrere Datenträger sicher. Gegen einzelne Personen laufen zudem Ermittlungen wegen Verstößen nach dem Waffengesetz.

Sieben Haftbefehle auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen

Bereits im Vorfeld waren, nach enger Zusammenarbeit der EKO „Laubanger“ mit der Staatsanwaltschaft Bamberg, von Seiten der Staatsanwaltschaft bereits Wohnungsdurchsuchungsbeschlüsse sowie Haftbefehle wegen schwerer Brandstiftung sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Waffengesetz beantragt worden. Die Vorführung der Festgenommenen erfolgte im Lauf des Dienstags. Inzwischen sitzen alle sieben Straftäter in verschiedenen Justizvollzugsanstalten ein. Die Ermittlungen von Kripo und der Staatsanwaltschaft Bamberg dauern an.

red

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