Plech: Ein Rastplatz für die Seele

Zwei Dekanate auf den Beinen - So könnte man die Ökumenische Wallfahrt des katholischen Dekanats Auerbach und des evangelischen Dekanats Pegnitz auf einen Nenner bringen.

Zweigleisig geplant

Rechtzeitig zur Veranstaltung kam die Sonne hervor und wärmte die Sitzplätze auf den Bierbänken im Grünen. „Heute morgen waren die Ehrengast-Schilder schon mal durchweicht“, sagte ein strahlender Pfarrer Christoph Weißmann. Er hatte mit seinem Kirchenvorstand in weiser Voraussicht zweigleisig geplant. Das gemütliche Beisammensein nach dem Gottesdienst fand in einer der leeren Hallen des Gewerbegebiets statt.

Wallfahrer in drei Zügen

In drei Zügen kamen die Wallfahrer singend und betend aus verschiedenen Richtungen. Ein Zug war in Bernheck am Schützenhaus gestartet und kam über einen Feldweg zur Weidenkirche. Mit dabei waren die Geistlichen und Gläubigen aus den östlichen Gemeinden der beiden Dekanate. In der Ortsmitte von Ottenhof startete ein weiterer Zug, der über den Rad- und Fußweg zur Weidenkirche marschierte. Am Fränkischen Wunderland war die Plecher Gruppe gestartet. Auch diese kam über den Rad- und Fußweg zur Weidenkirche.

Besonders viele Christen dabei

Nachdem die Ökumenische Wallfahrt im Vorjahr ausgefallen war, beteiligten sich heuer besonders viele Christen aus der Region. Das Ziel war auch ein ganz Außergewöhnliches: Die Weidenkirche, die nach der Wallfahrt feierlich eingeweiht wurde. Fast 1000 Menschen nutzen das schöne Spätsommerwetter und feierten mit der örtlichen Kirchengemeinde den Festgottesdienst. Dieser wurde von den Vereinigten Posaunenchören unter der Leitung von Bezirkskantor Jörg Fuhr musikalisch gestaltet.

Begeistert von Menschenmenge

Pfarrer Christoph Weißmann aus Plech und der evangelische Dekan Gerhard Schoenauer begrüßten die Wallfahrer und waren begeistert von der Menschenmenge. Alle Sitzplätze waren belegt, rund die Hälfte der Besucher blieb ohne Klagen stehen. Hauptsache dabei sein!

Diese Weihe ist "ein Traum"

Vielerorts werden Kirchen geschlossen oder anderen Bestimmungen übergeben. „Es ist ein Traum, dass wir eine Kirchenweihe feiern dürfen“, freute sich Dekan Gerhard Schoenauer. Die Weidenkirche sei ein starkes und ökumenisches Zeichen für den Glauben. „Hier wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Ähnlich sah es auch Regionalbischöfin Dorothea Greiner, die davon sprach, dass eine evangelische Kirche in ökumenischem Geist geweiht werde. Sie weihte zunächst den Altar und das Altarkreuz und anschließend das grüne und wachsende Gotteshaus. Das Altarkreuz wurde von der Metallwerkstatt der Lebensgemeinschaft Münzinghof gestaltet und ist ein Geschenk des Dekanats. Es zeigt ein Kreuz vor der aufgehenden Ostersonne.

Kreuz steht für die Liebe

Kein anderes Zeichen wie das Kreuz stehe so sehr für versöhnende und vergebende Liebe, so die Regionalbischöfin. Der offene Himmel über der Weidenkirche mache deutlich, dass der Himmel Gottes über den Menschen ist. Mit Nachdruck lud sie die katholischen Gläubigen ein, die Weidenkirche auch als „ihre Kirche“ anzusehen. „Diese Kirche lockt. Sie ist anziehend. Ihre Tür ist immer offen. Sie hat keine Schwelle, weder real noch symbolisch. Hier, nahe der Autobahn wirkt sie wie ein Rastplatz für die Seele, den jeder nutzen kann.“ Spruch- und Segenskarten können an der Weidenkirche mitgenommen werden.

Kirche schon jetzt bezahlt

Ein ökumenisches Glaubensbekenntnis beteten die Dekane Schoenauer und Markus Flasinksi mit den Gottesdienstbesuchern. Die Fürbitten trugen Helmut Porsch, Franz Eller, Harald Kannowsky und Pater Jan Nikel vor. „Die Weidenkirche ist ein Traum, an dem viele Menschen mitgewirkt haben.“ Der Plecher Pfarrer Christoph Weißmann ließ die Entstehungsgeschichte Revue passieren. Von der ersten Idee bis zur Finanzierung, Auftragsvergabe und Verwirklichung lagen etliche Monate. Die Spendenbereitschaft sei überwältigend gewesen. „Die Kirche ist jetzt schon bezahlt“, freute sich der Ortsgeistliche. Weitere Spenden werden für den laufenden Unterhalt verwendet. Hochzeiten, Taufen, Wallfahrten können in der Weidenkirche stattfinden, blickte Weißmann in die Zukunft.

Glücksmoment für "Träumer Christoph"

Bei einigen Personen, die maßgeblich an der Realisierung beteiligt waren, bedankte er sich mit einem kleinen Modell des Altarbildes. Auch politische Gemeinde und Vereine haben mitgeholfen. Herzlichen Beifall bekam „Christoph, der Träumer“ anschließend von den Besuchern der Kirchenweihe.

Escher: ein großer Festtag

Bürgermeister Karlheinz Escher sprach von einem großen Festtag für den Markt Plech. Er sei schon gefragt worden, ob künftig am dritten September-Sonntag die Schönthal-Kirwa gefeiert wird. „Das ist keine schlechte Idee, bestimmt gibt es mindestens einen Gottesdienst zur Erinnerung an die Weihe.“ Der Gemeinderat sei gleich zu Beginn vom Projekt überzeugt gewesen, betonte der Rathauschef.

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