Playoff-Vergleich: Medi gegen Oldenburg

Die Schlüsselspieler: Unentschieden

Nate Linhart
Chris Kramer

Niemand steht in der BBL länger auf dem Parkett als Chris Kramer (29; 191 cm): 35:15 Minuten. Der athletische US-Guard ist Energizer und Motor, Vorbild in der Verteidigung und ein bärenstarker Allrounder, der mit 10,6 Punkten, 5,7 Rebounds und 6,7 Assists in fast allen Kategorien überzeugt. Auf Bayreuther Seite hat Nate Linhart (30; 201 cm) vor allem aufgrund seiner Erfahrung eine Führungsrolle im jungen Team. „Er ist einer der Spieler, die ich gerne auf dem Feld habe, wenn es eng wird“, sagt Trainer Raoul Korner über den US-Flügelspieler, der sich in Tel Aviv und Saragossa schon auf höchstem europäischen Niveau bewiesen hat. Mit seinem Basketball-IQ kann er von allem etwas: Scoren (10,4 Punkte), rebounden (4,7) und seine Mitspieler in Szene setzen (3,3 Assists).
TIPP: Die Positionen sind unterschiedlich, aber die Rollen sind gleich: Beide dürfen sich keine Aussetzer erlauben.

Die Topscorer: Vorteil Oldenburg

Trey Lewis
Rickey Paulding

Rickey Paulding (34; 196 cm) ist der dienstälteste Spieler in der BBL und hat seinen 2007 geschlossenen Vertrag noch einmal bis 2019 verlängert. „Er lebt komplett unsere Werte: Teamgeist, Fleiß, Bodenständigkeit und Bescheidenheit“, schwärmt Geschäftsführer Hermann Schüller von seinem Topscorer (16,0 Punkte). Der beste Bayreuther Korbjäger (14,8) steht dagegen noch am Anfang seiner Karriere, stand aber in seiner ersten Profisaison schon im BBL-Allstar-Team: Trey Lewis (24; 188 cm) kann von allem etwas, vieles sogar ausgesprochen gut – er ist ein gefährlicher und schneller Schütze aus nahezu jeder Position, kann aber ebenso aggressiv das Brett attackieren und trifft traumwandlerisch sicher an der Freiwurflinie (93 Prozent).
TIPP: Wenn auch nicht immer alles optimal lief für Oldenburg, auf Rickey Paulding war stets Verlass. Wenn der Ausnahmeathlet seine ganze Erfahrung in die Waagschale wirft, könnte dies einen Vorteil für Oldenburg bedeuten.

Die Toprebounder: Unentschieden

Assem Marei
Brian Qvale

Ein Ex-Bayreuther dominiert in Oldenburg die Bretter und zählt auf seiner Position zum Besten, was die BBL derzeit zu bieten hat: Brian Qvale (28; 210 cm), der sein Liga-Debüt in der Saison 2013/14 in Bayreuth gab und dann nach einjährigem Türkei-Gastspiel (Banvit) in Oldenburg anheuerte, sammelt pro Spiel 6,3 Rebounds und dazu noch starke 15,1 Punkte. Assem Marei (24; 206 cm) hält gar 7,1 Rebounds dagegen, womit er zu den Top-3 dieser BBL-Statistik gehört. Zudem war er der Bayreuther Spieler mit dem höchsten Effizienzwert und der besten Plus-Minus-Bilanz. „Er kann sich überall noch verbessern, aber gleichzeitig bringt er viele Dinge mit, die man nicht lernen kann“, sagt Raoul Korner über den einzigen Ägypter in der BBL.
TIPP: Auf den ersten Blick sollte Brian Qvale im Vorteil sein. Doch Assem Marei hat bewiesen, dass er es mit jedem aufnehmen kann, als er die komplette Centerriege des FC Bayern in Schach hielt.

Die Trainer: Vorteil Bayreuth

Raoul Korner
Mladen Drijencic

Mladen Drijencic (51) arbeitete im Trainerstab der deutschen U18-Auswahl und führte die Oldenburger Talentschmiede Weser-Ems/OTB in die Pro B (2012) und dort zur Meisterschaft (2014). Im März 2015 löste er Sebastian Machowski bei den Baskets ab und holte gleich den BBL-Pokal. Zweimal kam das Team seither in die Playoffs, aber noch nicht über das Viertelfinale hinaus. Raoul Korner (43) hat in seinem Heimatland Österreich eine Meisterschaft mit Wels sowie zwei Pokalsiege (Wels, Mattersburg) gefeiert, ehe er den niederländischen Rekordmeister s`Hertogenbosch zum Titelgewinn 2012 und Pokalsieg 2013 führte. Nach drei Jahren in Braunschweig ohne Abstiegsnöte trat er im Mai 2016 die Nachfolge von Michael Koch in Bayreuth an und schaffte die erste Playoff-Qualifikation seit dem Aufstieg 2010.
TIPP: Beide Trainer wissen, wie man Titel gewinnt. Mehr Erfahrung aus unterschiedlichen Einsatzstationen könnte für Raoul Korner sprechen.

Die X-Faktoren: Vorteil Bayreuth

 
 

Wenn die Erfahrung den Ausschlag geben sollte, kann der Sieger nur Oldenburg heißen. Die Baskets vereinen in ihrem Kader die Routine aus über 2100 BBL-Spielen, Bayreuth kommt auf 909. Fast alle Oldenburger haben sogar schon in BBL-Playoffs mitgewirkt, und diesen speziellen Hintergrund haben im Medi-Team nur Bastian Doreth (mit Artland) und Steve Wachalski (mit Bonn). Was aber für Bayreuth spricht: Die Oberfrankenhalle ist eine gefürchtete Festung. 14 Heimsiege bilden die Basis für die glänzende Hauptrundenbilanz. Nur das Spitzenduo Ulm und Bamberg konnte in Bayreuth gewinnen – und auch das erst jeweils nach Verlängerung. Oldenburg hat dagegen viermal vor eigenem Anhang verloren.
TIPP: Wenn die Serie über fünf Spiele geht, wird sich Medi Bayreuth mit dem Heimvorteil durchsetzen.

Ergebnis: 4:3, Vorteil Bayreuth

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