Plankenstein: Das Leben der Raubritter

Die enormen Vorbereitungen der Gemeinde Plankenfels als Ausrichter von „800 Jahre Burg Plankenstein“ haben sich gelohnt. Alle voran brachten sich Bürgermeister Harald Wich und sein Gemeinderat und aus dessen Mitte Organisationschef Harald Schultheiß ein. Die schätzungsweise 1500 Besucher, die bis zum Abend auf das Festgelände am Fuße des Plankensteins strömten, erlebten ein außergewöhnliches mittelalterlichen Flair zu Ehren der ersten urkundlichen Erwähnung der Burg Plankenstein im Jahr 1217.

Lauschiger Abend

Das herrliche Wetter trug bis in den lauschigen Abend hinein zur durchweg guten Stimmung bei. „Wir wollten mit dem Fest die Gemeinschaft in der Gemeinde stärken und den Zusammenhalt der Vereine, die sich mit vielen freiwilligen Helfern, von Feuerwehr über TSV bis Kerwaburschen auch bei der Bewirtung großartig einbrachten“, sagte Wich über das „großartige Miteinander“.

Sorgen bereitete den Verantwortlichen allerdings das stundenlange schwere Gewitter in der Nacht von Freitag auf Samstag. Zum Glück blieb die Zeltlandschaft bis auf ein als zentrale Bühne gedachtes Partyzelt verschont. Ersatz war aber schnell wieder besorgt, so dass Bürgermeister Harald Wich pünktlich um 14 Uhr am Samstag das große Fest eröffnen konnte.

Bürgermeister als Schultheiß

Rund 50 Gewänder mit dem aufgedruckten Wappen der Gemeinde standen für alle freiwilligen Helfer bereit. Den Stoff hatte die Plankenfelser Firma Leikam Plissefabrik- und design gespendet. Frauen aus dem Ort übernahmen die Näharbeiten. Ein „Edelkostüm“ ließ sich Bürgermeister Harald Wich als „Schuldheiß“, so die frühere Bezeichnung für vom Landesherrn beauftragten Ortsvorsteher, anfertigen. Als Hofnarr verkleidet trat dagegen der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Batz auf. Selbstverständlich waren auch Burgfrauen vertreten.

Und was war nicht alles geboten an diesem Tag. Geologische Führungen rund um den Plankenstein mit Ranger Michael Kaiser stießen auf riesiges Interesse, ebenso Richard Hirtenbergers Führungen zum ehemaligen Burggelände. Mit Fanfarenstößen kündigte Franz Mayerhofer, als Herold verkleidet, die einzelnen Programmpunkte an.

Vortrag vom Kulturreferenten aus Forchheim

Den kulturellen Hintergrund des Ereignisses stellten in geschichtlichen Rückblicken Bürgermeister und Organisationschef Harald Schultheiß dar, der sich speziell mit dem Leben und Wesen der Raubritter beschäftigte. Zu hören war, dass die Burg Plankenstein eine der größten Raubburgen im Land gewesen sei und um 1260 von den Heeren des Bischofs vernichtet und später wieder aufgebaut wurde. Die Zerstörung erfolgte vermutlich wegen der Untaten und Grausamkeiten der Ritter.

Anton Eckert, Kulturreferent aus Forchheim, ging in seinem Vortrag auf Burgen und Schlösser in der Fränkischen Schweiz ein. Während der bekannte Mundartdichter Walter Tausendpfund die Besucher mit seinen Mundartgeschichten in lyrischer Form über das Leben, den Rausch bis hin zur Liebe zur Bratwurst zum Lachen brachte. Für Musik sorgten die Musikschule Hollfeld unter Leitung von Stefan Wolf und der Spielmannszug Hollfeld. Ständig umringt war das Zelt, in dem Barbara Bezold mit dem Kindergarten Schwerter für Jungs und Feenhüte für Mädchen herstellten.

Raubritterbande trieb ihr Unwesen

Viel Spaß hatte der Nachwuchs auch mit der Raubritterbande „Frutex Latronum“ aus Sparneck. Riesiges Interesse rief auch der Besuch von Nikolei Kendziora und Maria Schimek von der Falknerei Burg Rabenstein mit einem Habicht und einem Steppenadler hervor. Höhepunkt am Abend vor rund 800 Besuchern war die Feuershow der Gruppe „Castra Vita“ aus Eckersdorf.

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