Pittersdorfer Video geht viral

Die Idee wurde - wie könnte es anders sein - aus einer Bierlaune heraus geboren. "Von einem gemütlichen Beisammensein bei ein, zwei Bier" spricht der Vereinsvorsitzende Daniel Braun. Der Vereinsvorstand hatte sich dabei Gedanken gemacht, wie man das 125. Jubiläum des Burschenvereins "Frohsinn" Pittersdorf ankündigen könnte. "Einfach nur ein Foto auf dem Festplatz zu machen, das erschien uns zu langweilig", sagt er. "Wir waren von der Idee alle begeistert."

Das Video vom virtuellen Festzelt

Die Idee war, ein Video zu drehen. Bürgermeister Patrick Meyer erklärte sich spontan bereit, die Hauptrolle im Video zu spielen. Aber wie will man ein Fest per Video bewerben, das zum ersten Mal stattfindet? Archivmaterial gibt es keins. Und auf der Wiese neben dem Seniorenheim hat noch nie ein Festzelt gestanden. Die Lösung für den Dreh: Man tut so, als stünde dort ein pickepacke volles Zelt mit Band auf der Bühne.

Bierstand, Band, Bar und Würstchenbude - alles virtuell

Bürgermeister Meyer betritt eine leere Festwiese und schildert seine Begeisterung über das Fest so lebensecht, dass man sich den Trubel bildlich vorstellen kann. Die Kamera führt Tobias Goldfuß, der Meyer auf dem Rundgang durch das virtuelle Zelt begleitet - vom Bierstand über die Würstchenbude in die Bar, vorbei an der Bühne auf der ein einsamer Musiker mit aufblasbarer Gitarre und Perücke alles gibt.

Den Dreh haben die Kerwaburschen und der Bürgermeister einmal getestet, dann aufgezeichnet und auf die Facebookseite des Burschenvereins geladen. "Wir haben uns gedacht, wir probieren das einfach mal", sagt Daniel Braun. Wie die Aktion draußen ankommt? "Relativ gut", sagt der Vereinsvorsitzende. Eine zurückhaltende Aussage, wenn man bedenkt, dass das Video mittlerweile mehr als 8000-mal aufgerufen wurde. "Unglaublich", "schee", "der Wahnsinn" - so lauten die Kommentare der Zuschauer.

"Das muss man halt können."

Auf seine schauspielerische Leistung angesprochen, sagt Meyer nicht ganz ernst gemeint: "Das muss man halt können." Er lacht. Die Burschen hätten ihn nicht lange überreden müssen, dass er mitspielt. Ganz ernst meint er es aber, wenn er über seine Beweggründe spricht, den Verein zu unterstützen. Zum einen war er früher selbst dort aktiv. Zum anderen: "Aus den Burschenvereinen gehen später die Vorstände für viele andere Vereine hervor."

Der Bürgermeister ist überzeugt: "Auf dem Land profitieren wir von dieser ehrenamtlichen Arbeit. Das ist für die Kommunen durch nichts zu ersetzen."

Platz ist keine Lösung für das Kerwa-Problem

Der Platz am Altenheim sei eine einmalige Sache für das Jubiläum, sagt Daniel Braun. Für das eine Mal hat das Altenheim grünes Licht gegeben. Auf die Kerwa angesprochen sagt er: "Ich denke nicht, dass das dort eine dauerhafte Lösung sein kann." In den vergangenen Jahren gab es Querelen um die Zeltkerwa am Dorfplatz. Zu laut, zu lange in der Nacht - Anwohner waren gerichtlich gegen das Fest vorgegangen. Deshalb fanden die letzten beiden Kerwas teils am Dorfplatz und teils in der Schulturnhalle statt. Die Zweiteilung sei "organisatorisch sehr schwierig", sagt Braun.

Auch der Bürgermeister sagt, dass der neue Platz neben dem Seniorenheim für die Jubiläumsfeier dauerhaft kein geeigneter Platz für die Kerwa sei. Heuer wird es also wohl noch einmal die Lösung mit der zweigeteilten Kerwa geben. "Eine endgültige Lösung müssen wir wegen der Jubiläumsfeier noch einmal verschieben", sagt Meyer. Im Video schreitet er die Reihen im virtuellen Festzelt ab. Bald wird es stehen. Gefeiert wird der 125. Geburtstag des Burscheinvereins vom 5. bis 8. Mai.

Nicht bewertet

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