Pfeile gegen Unfallschwerpunkt

Überwiegend, sagt Wolfgang Moder, der Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, hat es auf dieser Kreuzung Unfälle gegeben, die von Linksabbiegern verursacht wurden. "Die haben den Gegenverkehr übersehen. Oder dessen Geschwindigkeit falsch eingeschätzt", sagt Moder. Seit mindestens zwei Jahren, seit der Zeit, seit Moder Verkehrssachbearbeiter ist, habe er angeregt, die Ampelregelung zu überdenken. Und auch auf der Hauptrichtung eigene Linksabbieger-Regelung in die Ampeln einzubauen.

Neues Programm für die Ampeln

Das ist jetzt passiert. In den vergangenen Tagen wurde ein neues Programm für die Ampeln aufgespielt und wurden die Ampeln auf der Hauptachse umgerüstet, wie der Leiter des Tiefbauamts, Norbert Hübner, und der zuständige Projektleiter Andreas Witschel im Gespräch mit unserer Zeitung sagen. "Die Kreuzung hatte sich zum Unfallschwerpunkt entwickelt", sagt Hübner. 2004, als die Autobahnauffahrt Bayreuth-Süd verlegt worden war, war die neue Kreuzung dem Verkehr übergeben worden. "Seitdem läuft der Verkehr auch so", sagt Witschel. Mit einem in den vergangenen Jahren allerdings stetig steigenden Verkehrsaufkommen.

Kreuzung ist zu unübersichtlich

"Offensichtlich ist die Kreuzung in der Hauptachse zu unübersichtlich. Gerade für die, die von unten rauf kommen." Die Mehrzahl der Unfälle passierten auch in dieser Verkehrsbeziehung, zeigt der Bericht der Unfallkommission, der die Kreuzung seit 2012 immer wieder als Unfallschwerpunkt aufzeigt: Die Linksabbieger, die von der Universitätsstraße kamen und in Richtung Nürnberger Straße abbiegen wollten, übersahen meistens den bevorrechtigten Verkehr, der aus Richtung Wolfsbach oder von der Autobahn kam. Bis zu 13 Mal hat es pro Jahr gekracht. Meistens mit hohem Sachschaden. In den vergangenen drei Jahren seit September 2014 hat es den Unterlagen der Polizei zufolge auf der Kreuzung 16 Unfälle gegeben. "Sechs Personen wurden dabei schwer und 28 leicht verletzt", sagt Verkehrssachbearbeiter Wolfgang Moder.

Mittel standen im Haushalt 2017 bereit

"Die Unfallkommission hat sich wiederholt Gedanken gemacht, wie man dem Problem beikommen kann", sagt Hübner. "Aber es war auch klar, dass es nicht möglich sein wird, das mit Verkehrszeichen zu regeln." Deshalb waren für 2017 die Haushaltsmittel eingestellt worden, um die neue Ampelregelung einrichten zu können. "Jetzt können wir es umsetzen", sagt Hübner. Rund 35.000 Euro stehen bereit. "Wahrscheinlich wird es aber sogar günstiger." Es sei allerdings nach der Neuberechnung des Programms durch den Verkehrsplaner, mit dem die Stadt zusammenarbeitet, nicht einfach gewesen, einen Termin mit den Ampelbauern zu bekommen, die in Bayreuth einen großen Teil der Ampeln betreuen. Die Auftragslage in der Branche sei mehr als gut.

Ampel läuft verkehrsabhängig

Die Ampel wird "voll verkehrsabhängig laufen", sagt Witschel. Über Induktionsschleifen im Boden und über Kameras oben auf den Ampelmasten werde gemessen, "ob überhaupt einer auf der Linksabbiegerspur steht und wenn ja, wie viele dort stehen". Entsprechend regle die Ampel die Freigabezeiten für die Geradeausspuren. Hübner sagt, er gehe davon aus, dass mit der neuen Regelung die Unfallzahlen drastisch nach unten gehen werden. "Ähnlich wie es an der Kreuzung Ludwig-Thoma-/Justus-Liebig-Straße war." Und Wolfgang Moder sagt: "Wir von der Polizei sind froh, dass das jetzt abgeschlossen ist."

Kreuzung: Hier knallt es dauernd

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