Pfarrer sollte Versicherung betrügen

Der Chef einer Büroelektronikfirma aus dem Landkreis Kulmbach habe ihm vorgeschlagen, einen Versicherungsschaden für den Kopierer im Pfarramt anzumelden, sagte der Zeuge mit sichtlichem Unbehangen. Damit könnten die offenen Rechnungen "etwas minimiert" werden, zitierte der Pfarrer den Geschäftsmann. Dieser ist des schweren Bertrugs in 82 Fällen im Zusammenhang mit Leasingverträgen für Kopiersysteme angeklagt, der Schaden soll 520 000 Euro betragen.

"Ich sagte, ich will da nicht mitmachen", gab der Geistliche seine Reaktion wieder. Eine Leasingfirma habe ihm mitgeteilt, dass der Geschäftsmann einen Versicherungsschaden eingereicht habe. "Ich war etwas blauäugig, hatte Vertrauen zu dem Geschäftspartner", sagte der Pfarrer. "Als ich wusste, worum es geht, wollte ich nicht beteiligt sein". Wie sich bei der Verhandlung herausstellte, wurde letztendlich doch ein Überspannungsschaden an dem Kopierer abgerechnet. "Ich wusste nichts von einer entsprechenden Versicherung", sagte der Pfarrer. Er habe an dem Kopierer keine Schaden festgestellt.

Wie der Pfarrer berichtete, wurden für den Kopierer im Pfarramt Leasinggebühren von insgesamt 17 000 Euro in sechs Jahren gezahlt. Der Marktwert des Schwarz-Weiß-Kopierers habe hingegen nur 1500 Euro betragen. "Die Raten waren bis zuletzt zu hoch", zeigte sich der Pfarrer sichtlich zerknirscht, "ich bin aus Schaden klug geworden."

Nicht bewertet

Anzeige