Peter Herzing hilft rumänischen Kindern

Schultische und -stühle stapeln sich in Herzings Hof, dazwischen spitzt ein Einrad hervor. Langsam wird es eng auf seinem Grundstück; auch die drei anderen Depots, wo er die Sachen lagert, sind voll. Es wird Zeit, dass er wieder losfährt. In ein paar Tagen geht es los, nach Rumänien. Peter Herzing fährt Hilfstransporte dorthin (wir berichteten). Im Februar war er zum ersten Mal dort, Anfang Oktober war er das dritte Mal in Rumänien, zwischen zweitem und drittem Advent steht die vierte Fahrt in diesem Jahr an. „Ich freu mich schon, wenn ich wieder runter fahre.“

Herzing hat einen Anhänger gekauft

Peter Herzing hat einen Anhänger gekauft, sein weißer Kastenwagen reicht zum Transport nicht mehr aus. Immer mehr Leute wissen mittlerweile, dass er Sachspenden zu den bedürftigen Menschen nach Rumänien fährt. Immer mehr Leute rufen deshalb an und bringen die Sachen danach vorbei oder Herzing holt sie ab.

Für ein Kinder- und Altenheim

„Es hängt viel Arbeit dran. Aber das schaukel ich schon mit dem Job und den Lieferungen.“ Stress sei er ja gewohnt, sagt er und lacht. Und schiebt hinterher: „Nein, es wird mir nicht zu viel.“ Denn er habe Spaß und Freude daran, mit den Menschen in Rumänien zu reden. Kurz vor Weihnachten bringt er den Kindern in Breaza auch Geschenke. Die haben die Spender schon verpackt, auf rumänisch haben sie die Wörter für „Junge“ oder „Mädchen“ auf das Papier geschrieben. Herzing fährt auch wieder nach Ploiesti und Câmpima, um Spenden in ein Kinder- und Altenheim zu bringen

Lieferung von Hilfsgütern

Als er vor kurzem mit einer Lieferung von Hilfsgütern dort war, war die Freude bei den Beschenkten wieder groß. „Sie waren erstaunt, dass es so viele Sachen, vor allem neue, gegeben hat“, erzählt der 53-Jährige. Doch er hat noch mehr Pläne. Der Spielplatz der Schule, die Kinder mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen besuchen, braucht neue Spielgeräte. Wo früher eine Wippe stand, sind nur noch zwei Pfosten übrig. Herzing plant außerdem einen Anbau, in dem künftig Kinder unterrichtet werden.

Für die Beförderung der Kinder

Dafür will er sich aber Hilfe bei Stiftungen suchen. Eine Sache bräuchte es ganz dringend noch: Einen Kleinbus. Denn die Eltern müssen für die Beförderung ihrer Kinder zur Schule zahlen, „obwohl sie eh schon nichts haben“. Gäbe es einen Kleinbus, könnten sie sich das Geld sparen. Mit der rumänischen Sprache ist das noch so eine Sache. „Die Zeit fehlt mir für Rumänisch“, sagt Herzing. Doch er hat schon ein Inserat bei Ebay-Kleinanzeigen eingestellt. Drei Leute haben sich gemeldet, um ihm die Sprache beizubringen.

Neue Matratze auf Ebay gekauft

Eine Frau hat vor einiger Zeit für ein Kinderbett eine neue Matratze auf Ebay gekauft und gespendet. Wenn Herzing davon erzählt, dann strahlt er so, als habe die Frau die Matratze ihm und seiner Familie gespendet. Eine Metzgerei in Trockau versorgt ihn immer mit Brotzeit für die langen Fahrten. Die Sana-Klinik in Pegnitz stiftete 20 aussortierte Krankenbetten.

„Ich opfere Zeit, aber es rentiert sich für die Seele“, sagt der Kirchenbirkiger. Dass er sich so engagiert, liegt auch an seinen eigenen Erfahrungen. „Ich musste schon als Kind arbeiten.“

Land am Schwarzen Meer

Um Hilfsgüter zu spenden, rufen ihn die Leute bis aus Obernsees an. Die Kirchenbirkiger helfen ihm, die Dinge zu sortieren. Was ihn sehr freue, wie er betont. Wenn es zeitlich hinhaut, will er noch öfter nach Rumänien fahren. Auch weil es sonst Probleme mit der Lagerung gibt. 2017 will wieder viermal das Land am Schwarzen Meer ansteuern.

INFO: Wer spenden möchte, kann sich bei Peter Herzing unter der Telefonnummer 01 71-3 25 33 71 melden.

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