Pegnitzer "Faust" zieht nicht so recht

Nun ist endlich Schluss mit den Spekulationen, nun sprechen Fakten bei den gut zwei Dutzend Aufführungen bis zum 2. September. Nun, die Zeichen stehen eher schlecht angesichts des mehr als schwachen Besuchs an diesem Sonntagabend.

Startprobleme

Schon der Start für dieses Vorhaben verlief alles andere als reibungslos. Uwe Vogel, beim Troschenreuther Mundarttheater aktiv und und ab und an selbst als Schauspieler bei den Faust-Festspielen in Kronach im Einsatz, brachte den Stein ins Rollen. Nachdem der Stadtrat im Norden Frankens die Festspiele gekippt hatte. Weil sie sich wirtschaftlich nicht rechnen. Angeblich. Intendant Daniel Leistner sah das anders, machte im Kurier-Gespräch persönliche Differenzen mit der Kronacher Tourismuschefin verantwortlich. Was wiederum im Kronacher Rathaus energisch dementiert wurde.

Der Retter der Festspiele

Für Uwe Vogel war all das ein Unding. Und so beschloss er, die Festspiele zu retten. Indem er sie nach Pegnitz holt. Er zeigte dem frustrierten Intendanten die Festwiese am Schlossberg als möglichen Standort für eine Freiluftbühne. Der war hin und weg und schlicht begeistert. Also holte man Bürgermeister Uwe Raab mit ins Boot. Auch der war schnell Feuer und Flamme von der Idee, aus Pegnitz eine Festspiel-Stadt zu machen.

Sponsoren mussten zahlen

Schwieriger gestaltete sich dann das Umsetzen in die Praxis. Denn Festspiele kosten nun mal Geld. Und das nicht zu knapp. Also galt es den Stadtrat zu überzeugen, das finanzielle Risiko mitzutragen. In Form einer Bürgschaft, sollte sich die Resonanz in Grenzen halten. Der hatte das Scheitern in Kronach vor den Augen und reagierte zurückhaltend. Am Ende stand dann eine große Mehrheit pro Festspiele. Aber verbunden mit einer Auflage: Die Festspiel-Initiatoren mussten einen Förderverein gründen, dessen erste Aufgabe es war, Sponsorengelder in Höhe von mindestes 30000 Euro aufzutreiben.

Auch mit Herrn Moliere

So geschah es denn auch. Auch wenn Monate vergingen, bis diese Vorgabe erfüllt war. 6000 Besucher sind laut Kalkulation erforderlich, um die Faust-Festspiele - bei denen ab 26. Juli auch die Leistner-Version „Schlau, schlau die Frau“ nach Moliéres „Die Schule der Frauen“ im Wechsel mit dem Faust zu sehen ist – zu einer kostendeckenden Einrichtung zu machen. Zum Vergleich: Auf der Festung Rosenberg in Kronach tummelten sich in der Vergangenheit 10 000 bis 15 000 Zuschauer.

Entwicklung Schritt für Schritt?

Zur „Faust“-Premiere gestern Abend waren die 600 Menschen fassenden Tribünen gestern Abend gut bestückt, doch ausverkauft sieht anders aus. Aber schon vor Wochen war sich Daniel Leistner sicher: „Das kommt schon noch, das muss sich herumsprechen, was für eine grandiose Sache das ist.“ Er meint damit seine besondere Art, Theater zu gestalten. Nämlich Klassiker auf Spielfilmlänge von 90 bis 100 Minuten zu reduzieren, ohne ihre Inhalte zu verfälschen. Leistner glaubt fest daran, dass sich der Zuspruch Schritt für Schritt nach oben entwickelt.

Zahlreiche Freikarten

Immerhin ging gestern Abend schon mal alles gut. Mit dem Busshuttle-Service zwischen Bahnhof und Schlossberg, mit der Technik – und eben auch mit dem Wetter. Aber eben nicht nicht mit der Resonanz. Mit Blick auf die zahlreich vergebenen Freikarten waren die rund 300 Festspielgäste ein eher mauer Auftakt. Klar ist da noch Luft nach oben, da hat Intendant Daniel Leistner schon recht. Aber wenn schon die Premiere derart floppt ...

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