Pegnitz: Buntes Zeichen für Toleranz

Alles richtig gemacht: Noch am Montagmorgen war Grundschulrektorin Christa Bauer verunsichert. Gregori durchziehen – oder doch besser absagen angesichts durchaus gewittriger Prognosen mancher Wetterdienste? In Absprache mit der Stadtverwaltung dann die Entscheidung: Das Gregorifest findet statt.

Donnergrollen kein schlechtes Zeichen

Dezentes Donnergollen am frühen Dienstagmorgen kurz nach 6 Uhr, als gerade der erste Böllerschuss zum Gregorifesttag vom Schlossberg verhallt war, erwies sich ebenso wenig als Vergnügungsbremse wie ein fünfminütiger Regenschauer kurz danach.

Fast alle haben zu

Und so stand dem lokalen Feiertag, an dem die meisten Geschäfte in der Innenstadt wie auch das Rathaus geschlossen haben, zumindest wettertechnisch nichts im Wege.

Was Gregorigänger sagen: „Das muss man schon mal gesehen haben“, sagt Markus Lindner. Er ist vor einigen Jahren aus Neuzirkendorf nach Pegnitz gezogen. Sein Sohnemann Yannick ist als Viertklässler mit für die Betreuuung der Spielstraße zuständig, „bei ihm ist das langsam so eine Sache mit dem Interesse an Gregori“. Schwesterchen Emma aus der ersten Klasse hat Premiere, ist mit Feuer und Flamme bei der Sache.

Schon 30-mal auf dem Schlossberg

Eine altgediente Gregori-Gängerin ist Karin Luppa. Sie tigerte mit ihrer Schwester schon Anfang der 1970er Jahre den Berg hoch. Früher ging nicht – „wir lebten davor nicht in Pegnitz“. Es gab ein paar Pausen, jetzt kommt sie wieder mit ihren Enkeln: „So um die 30-mal war ich sicher schon dabei, das gehört einfach zu Pegnitz“. So sieht das auch Ilse Löhr, die mit ihrer Tochter Anette am Straßenrand steht, als der Gregorizug durch das Stadtzentrum zieht: „Es ist immer wieder schön, ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich das schon beobachtet habe.“ Beim Beobachten bleibt es nicht, auch sie spaziert anschließend hoch zum Pegnitzer Hausberg.

Die Tänze: Sie waren bunt. Klar, bei dem Motto: „Die Welt ist bunt“ war Gregori heuer überschrieben. Und schon die Erstklässler der Grundschule widmeten sich ihm mit „Bunt ist bunt“ (1 a, 1 b) und einem Sonne-Regen-Regenbogen-Medley (1 c,d und e) diesem Thema voller Hingabe. „Mach die Welt bunter“ forderten die Klassen 2 a und b auf tänzerische Weise, ihre Kollegen von der 2 c und d unternahmen einen Ausflug „unters Meer“.

Klassiker der Drittklässler

Die Kinder der 3 a und c bestückten die Festwiese mit einem Klassiker – einem Regenschirmtanz zu „Singing in the rain“. Countryklänge dann von den Schülern der 3b und d, die sich als ausgebuffte Line-Dancer präsentierten. Besonders intensiver Applaus galt den Kindern der Dr.-Dittrich-Schule, sie waren in exotischen Gefilden unterwegs mit „Buntes Indien“. Und noch einmal ein echter Farbtupfer: Die Tanzgruppe der Realschule gab sich als „Black Pink Uniques“ die Ehre.

Die Botschaft: Sie entsprach dem Motto des Tages, sie wurde von Moderatorin Christa Bauer immer wieder ins Spiel gebracht: Die Welt sei nun einmal wirklich bunt – ein klarer Aufruf zu Toleranz, egal welche Hautfabe oder Religion ein Mensch hat.

Die Zukunft: Kurz vor halb vier wundert sich der ehemalige zweite Bürgermeister und FWG-Stadtrat Helmut Graf: „Also früher war hier aber um diese Zeit viel mehr los.“ Dazu Christa Bauer: „Seit ich das vor fünf Jahren übernommen habe, plädiere ich dafür, Gregori auf einen Samstag zu legen. Da haben die Eltern einfach mehr Zeit.“ Warum blieb dieser Vorstoß erfolglos? „An der Schule liegt es jedenfalls nicht“, so Bauer, ohne sich näher äußern zu wollen.

1 (4 Stimmen)

Anzeige

Kommentare

Interessant ist, dass Herr Brand auch auf Nordbayern.de über das Fest berichtet hat. Während viele Passagen in beiden Artikeln übereinstimmen, scheint folgender Abschnitt exklusiv für den Kurier-Leser bestimmt, der - so könnte man manchmal vermuten - der kunterbunten Toleranz etwas skeptisch gegenübersteht und folglich einen Tacken mehr "objektive Berichterstattung" benötigt:

"Die Botschaft: Sie entsprach dem Motto des Tages, sie wurde von Moderatorin Christa Bauer immer wieder ins Spiel gebracht: Die Welt sei nun einmal wirklich bunt – ein klarer Aufruf zu Toleranz, egal welche Hautfabe oder Religion ein Mensch hat."
[Tippfehler aus dem Original übernommen]

Die spürbar sinkenden Besucherzahlen haben übrigens ganz sicher rein gar nichts mit irgendwas zu tun!
Aber musste man das Fest denn wirklich in den Ramadan legen? Und warum hab ich auf den Fotos kein einziges Mädchen gesehen, das in irgendeiner Weise verschleiert war!?
Man komme mir jetzt bitte nicht mit "zu jung" o.ä. scheinheiligen Argumenten! Noch nie was vom "Kinderkopftuch" gehört? Nein? Dann lesen Sie bitte folgende Pressemitteilung, um Ihre Wissenslücke zu schließen:

"Berlin, 22.05.2017. TERRE DES FEMMES fordert, das sogenannte Kinderkopftuch im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen, für alle minderjährigen Mädchen gesetzlich zu verbieten. Darauf hat sich die Frauenrechtsorganisation auf ihrer jährlichen Hauptversammlung mit großer Mehrheit am vergangenen Wochenende verständigt.

„Wir wollen, dass jedes Kind – gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sind dies alle Personen unter 18 Jahren – ein Recht auf Kindheit hat“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES zum Kopftuchverbot für Minderjährige. Verschleierung (häufig Hidschab) von Mädchen, wie sie zunehmend bereits in Kindergärten und Schulen zu beobachten sei, stehe diesem entgegen. Sie manifestiere bereits in der hochsensiblen Entwicklungsphase eine Art von Geschlechter-Apartheit und markiere Mädchen als Sexualwesen, als Verführerinnen, die ihre Reize vor den Männern zu verbergen haben. Dieses patriarchalische Rollenbild des weiblichen Kindes und heranwachsender Mädchen diskriminiere nicht nur sie, sondern auch den Mann als angeblich triebgesteuert und unbeherrscht.

Kindergärten, Schulen und andere Ausbildungsstätten müssen Orte sein, in denen sich jeder unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft und Weltanschauung entwickeln kann. Nur so kann Chancengleichheit realisiert werden. „Alle müssen das Recht auf eine gleichgestellte Entwicklung erhalten“, fordert Stolle. Dazu gehöre auch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Weltanschauungsfreiheit. Hierfür müsse allen Kindern ein gesetzlicher Schutzraum zur Verfügung gestellt werden, in dem sie ein säkulares Gesellschaftsmodell erfahren können. [...]"

Quelle: TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e. V. (Website)
Häh? Auch nach dem dritten Lesen verstehe ich nicht worum es geht.
Kurzer Nachtrag zum (evtl.) besseren Verständnis: Der Titel des Beitrags auf Nordbayern.de lautet: "Pegnitz: Kinder waren mit Eifer bei der Sache". Schon allein hier wird der Unterschied zum Kurier Beitrag ("Pegnitz: Buntes Zeichen für Toleranz") klar überdeutlich!
Diese Versanstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und eine absolute Zumutung für arbeitende Eltern, die sich für diesen Tag extra Urlaub nehmen müssten und wäre der Termin aufgrund von schlechten Wetter abgesagt worden, wäre für die Eltern ein weiterer Urlaubstag notwendig gewesen! Warum kann man diese Veranstaltung nicht während der Unterrichtszeit am Vormittag durchführen bzw. an einem Wochenende? Ist es doch in einer Stadt wie Pegnitz, wo es eh schon eine misserable Hortbetreuung mit zu geringen Öffnungszeiten gibt, noch dazu kaum Ferienbetreuung existiert für gerade junge Familien sehr schwierig z.B die 14 Wochen Schulferien zu überbrücken! Viele Eltern müssen deshalb ihre Jobs wegen der Kinder aufgeben, dies ist allerdings leider wohl in ganz Bayern nicht anders! Bayern hat deutschlandweit die schlechteste Kinderbetreuung!
Die Resonanz hat nachgelassen... wen wunderts???