Peggy-Rätsel wird Fernsehstoff

„Höllental“ heißt das Projekt, das im Auftrag der Sendereihe „Das kleine Fernsehspiel“ des ZDF entsteht. Die Redaktion des Kleinen Fernsehspiels (DKF) plante eine dokumentarische Serie, deren Inhalt zunächst komplett offen blieb. Bei der Ausschreibung hat die Peggy-Idee gewonnen. Zusammen mit der Produktionsfirma Kundschafter-Film sei man „schnell dazu gekommen, einen Kriminalfall zu machen“, sagt Wilke.

Gefördert wird das Projekt vom ZDF selbst mit einem Grundbudget und von der Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg. Bei „Höllental“ orientieren sich Wilke, Kundschafter Film und die DKF-Redakteure Jörg Schneider und Lucas Schmidt in Umsetzung und Erzählweise an erfolgreichen US-amerikanischen Serien wie „Making a Murderer“ oder „The Jinx“.

Das vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit 100 000 Euro geförderte Serienprojekt erzählt in sechs Folgen von dem möglichen Verbrechen an der neunjährigen Peggy Knobloch aus Lichtenberg, die im Mai vor 17 Jahren spurlos verschwand. Erst im Juli vergangenen Jahres hat ein Pilzsammler Teile des Skeletts nur 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt gefunden. Der mysteriöse Kriminalfall diente bereits Friedrich Ani, Ina Jung und Dominik Graf als Vorlage für den TV-Film „Das unsichtbare Mädchen“.

Die Macher wollen „nur mit Original-Interviews“ arbeiten

Die Macher von „Höllental“ kommen aber weder aus der erzählerischen noch aus der journalistischen Ecke, sondern vom Dokumentarfilm, den Wilke an der Hochschule auch gelehrt hat. „Wir sind keine Fernseh-Journalisten“, sagt Wilke. Dafür habe sie bei ihrer Dokumentation auch wesentlich mehr Zeit. Die Arbeiten zu der Serie sollen im Spätsommer beginnen, auch in Lichtenberg wird gedreht.

Ob Laiendarsteller wie bei einem Dreh für die ZDF-Serie Aktenzeichen XY mitwirken, ist völlig offen, aber eher unwahrscheinlich. Es werde keine Kommentare während der Sendungen geben, nur „eine Präsentation des Falles“. Die Macher wollen „nur mit Original-Interviews“ arbeiten, also nur mit Dokumenten der Zeit- und Fallgeschichte. Wilke nennt das eine „offene Herangehensweise mit der Idee, sich nicht auf eine Seite zu schlagen“.

Dazu, dass der mysteriöse Fall teilweise hoch umstritten ist, sagt sie: „Ich weiß.“ Auch das es viel Zeit kosten werde, sich darin einzuarbeiten. Da stehe man noch „ganz am Anfang.“ Mit dokumentarischen Mitteln will die Serie „Höllental“ minutiös Beweise, Aussagen und Verdachtsmomente rekonstruieren.

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