Paukenschlag beendet Tigers-Leidenszeit

„Das war ein ganz wichtiges Erfolgserlebnis und endlich der Lohn für die Arbeit meiner Mannschaft. Man hat gesehen, dass sie alles geben wollte“, freute sich Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. „Schon die letzten Spiele waren wieder ganz ordentlich. Man merkt, dass die Kraft zurück kommt, auch wenn immer noch fünf Leute fehlen.“

Führungstreffer schon nach neun Sekunden

Einen Beitrag leistete die nötige Portion Glück, die den Tigers in den letzten Wochen so oft gefehlt hatte. Das begann schon mit dem schnellsten Führungstor ihrer DEL2-Geschichte: Ganze neun Sekunden waren gespielt, als ein Schuss von Eric Chouinard unter dem Beinschoner von Eislöwen-Torhüter Marco Eisenhut durchrutschte. Das tat offenbar nicht zuletzt dem früheren NHL-Profi selbst gut, denn als Mittelstürmer der ersten Reihe setzte er gute spielerische Akzente. Insbesondere das Zusammenspiel mit dem noch auffälligeren Anthony Luciani sorgte für viel Gefahr.

Mit der frühen Führung hatten die Bayreuther die Basis für eine defensive Grundausrichtung mit schnellen Gegenangriffen. Da sie im eigenen Drittel und insbesondere vor dem Tor viel besser arbeiteten als am Tiefpunkt ihrer Krise und nun auch wieder an Spritzigkeit beim Umschalten nach vorn gewonnen haben, war das Chancenverhältnis jederzeit mindestens ausgeglichen. Zwar hätte eine Strafzeit für Luca Gläser diese Ausgangslage beinahe zunichte gemacht, als die Dresdner ein glänzend herausgespieltes Powerplaytor erzielten und die Tigers gleichzeitig bei ihrer vierten Unterzahl an diesem Wochenende das vierte Gegentor kassierten, aber dann half wieder ein wenig Glück mit: Nur 45 Sekunden später gelang die erneute Führung dank der Neigung von Luciani, aus jeder Lage den Abschluss zu suchen. Sein Schuss von rechts außen schien Torwart Eisenhut zu überraschen.

Zwei Gegenmüller-Tore zum 4:1

Danach war nur noch zwei Mal etwas Scheibenglück nötig, um die Bayreuther auf Erfolgskurs zu halten: 15 Sekunden vor der ersten Pause traf Nick Huard für die Dresdner den Pfosten, und mitten im druckvollen Start der Gäste ins zweite Drittel gelang das 3:1. Andreas Geigenmüller profitierte dabei vom Missverständnis zwischen zwei Eislöwen an deren blauer Linie, und beim Abschluss seines Alleingangs rutschte die Scheibe dem erneut unglücklichen Eisenhut an der Fanghand vorbei. Von da an hatten die Tigers auch das Selbstvertrauen, um das Geschehen zunehmend in den Griff zu bekommen. Mitte des zweiten Drittels hatten sie mit ihren konsequenten und auch zunehmend spielerisch starken Vorstößen sogar mehr und vor allem bessere Chancen als die Sachsen.

So war Geigenmüllers zweites Tor zum 4:1 keine Überraschung mehr. Umgeben von vier Gegenspielern erzielte er es im zweiten Anlauf, nachdem er mit einem Alleingang zunächst an Eisenhut gescheitert war. Dass eine Minute zuvor der Dresdner Thomas Pielmeier erneut den Pfosten getroffen hatte? Nun ja, ein wenig Glück gehört eben dazu.

Mit dem 5:1 nach einem der vielen Dresdner Fehler im Aufbau war schon nach zweieinhalb Minuten des letzten Drittels die Entscheidung gefallen. Dass der Endstand dann sogar noch sensationell deutlich ausfiel, lag an einem völlig überzogenen Check von Matt Siddall gegen den Kopf von Marvin Neher. Der Kandier wurde dafür gleich mehrfach bestraft durch eine handfeste Rauferei mit Sebastian Mayer sowie fünf Strafminuten plus Spieldauer, die von den Tigers noch zu zwei starken Powerplaytoren genutzt wurde.

Statistik

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Linden, Müller; Neher, Mayer; Gerstung, Pavlu – Luciani, Chouinard, Stas; Geigenmüller, Kolozvary, Ontl; V. Busch, S. Busch, Gläser; Gams.

Dresdner Eislöwen: Eisenhut – Kramer, Schmidt; Hanusch, Zauner; Boutin, Uplegger – Siddall, Höller, Körner; Rupprich, Huard, Davidek; Garten, Pielmeier, Walther; Glemser, Veisert.

SR: Naust, Steinecke; Strafminuten: Bayreuth 8, Dresden 10 plus 5 + Spieldauer für Siddall; Zuschauer: 1390.

Tore: 1:0 (1.) Chouinard (Müller), 1:1 (6.) Körner (Höller, Hanusch – 5 gegen 4), 2:1 (7.) Luciani (S. Busch, Pavlu). 3:1 (22.) Geigenmüller (Ontl, Kolozvary), 4:1 (32.) Geigenmüller (Pavlu, Neher), 5:1 (43.) Stas (Luciani, Chouinard), 5:2 (50.) Rupprich (Davidek, Huard), 6:2 (58.) Luciani (S. Busch, Chouinard – 5 gegen 4), 7:2 (59.) Kolozvary (Gläser, Pavlu – 5 gegen 4).

3.5 (2 Stimmen)

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