Parkplatzstreit: Chaos hat viele Gesichter

Schon im Januar wurden die Pläne dem Stadtrat vorgestellt. Schon damals regte sich Widerstand. Ein Dreivierteljahr lang geschah nichts. Dann lagen die Pläne wieder vor und sollten besser heute als morgen beschlossen werden. Diese Eile ließ den ein oder anderen verständlicherweise stutzen. Denn mit der Parkplatznot am Klinikum lebt man seit Jahren. Unverständlich, dass seit Januar nichts unternommen wurde, um Bedenken auszuräumen. War doch absehbar, dass das Argument nicht zieht, mit Beginn der Planung sei noch nichts entschieden. Obwohl es stimmt. Häufig läuft es auf den zuerst geprüften Standort hinaus.

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Seit neustem wird über Parkplätze nahe der Rehaklinik diskutiert. Wohl wissend, dass dort ein Medizincampus geplant ist. Unverständlich, dass die Stadt zu diesem Unsinn schweigt.

Zu lange geschwiegen hat auch das Klinikum. Hat in aller Seelenruhe zugehört, wie die Stadtbaureferentin Probleme für den Hubschrauberlandeplatz heraufbeschworen hat. Erst auf Nachfrage hat das Klinikum widersprochen und auf unterirdische Öltanks verwiesen.

Davon hatte nun wirklich kein Mensch je etwas gehört. Wenig hilfreich auch der Hinweis von Klinik-Chef Joachim Haun, wonach Mehrkosten für ein Parkdeck zulasten der Patienten gingen. Richtig muss es heißen: Je höher die Baukosten, desto höher die künftigen Parkgebühren.

Auch nicht ganz astrein argumentieren die Gegner des Parkplatzes aus Oberpreuschwitz und dem Roten Hügel. Sie kommen mit dem Naturschutz. Ja, der Ausblick in Oberpreuschwitz war schon einmal schöner. Nämlich bevor dort etwa 100 neue Bauplätze entstanden, wo jetzt auch Gegner des Parkplatzes wohnen. Und dann dieser Ton: Parkplatz-Befürworter müssen sich anhören, sie seien es nicht wert, dass ein Hund an ihnen schnuppere. Geht’s noch?

Bei all dem Chaos kann man nur froh sein, dass es sich bei dem Bauherrn nicht um einen privaten Unternehmer handelt. Der hätte längst woanders gebaut. Andererseits: Ginge es in der Stadt nur deshalb so drunter und drüber, weil es sich um den eigenen Betrieb handelt, wäre das höchst unfair den 1700 Beschäftigten gegenüber.

thorsten.guetling@ nordbayerischer-kurier.de

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Kommentare

Die Geschichten des Klinikums seit den Zeiten eines Herrn Binner gäben genügend Stoff für
eine verfilmte Realsatire.