Parken: Anwohner verlangen Antworten

Die Plätze in der Gaststätte Preuschwitzer Einkehr reichen kaum aus. So viele interessierte Bürger, es dürften an die 100 gewesen sein, waren dort am Freitagabend zusammengekommen. Das Thema: Die geplante Parkplatzerweiterung am Klinikum in der Preuschwitzer Straße. Dazu eingeladen hatten Helmut Schilling, Edith und Bernd Herzig, Petra Uliczka und Silke Braunmiller. Sie wohnen in Oberpreuschwitz und am Roten Hügel. Was sie eint: die Sorge um den Naturraum in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung. Und sie fordern "eine zukunftsfähige und umweltverträgliche Lösung" für die Parkproblematik am Klinikum.

Parkplätze ja, aber an anderem Standort

Weder die Einladenden noch die Bürger, die sich bei der Versammlung zu Wort meldeten, streiten ab, dass es zu wenig Parkplätze am Klinikum gibt. Mit den Parkgebühren, die künftig erhoben werden sollen, scheinen die meisten einverstanden zu sein. Da an anderen Kliniken in der Region längst welche erhoben würden. Allerdings haben sie gegen den Standort massive Bedenken. Die bisherige Informationspolitik sei "sehr nebulös", sagt Helmut Schilling zu den für ihn widersprüchlichen Aussagen über die Pläne. Noch sei zu vieles unklar, weshalb die Interessengemeinschaft einen ganzen Fragenkatalog an den Stadtrat, den Kreistag, die Klinikumleitung und den Zweckverband richten will. Bernd Herzig schlug eine Bürgerversammlung vor, beim dem Klinikum und Stadt ihre Positionen erläutern könnten. Damit die drängendsten Fragen geklärt werden.

Wie viele Parkplätze auf was für einer Fläche?

Das Klinikum rechnet mit mehr Patienten in Zukunft. Zusätzlich werden aufgrund des Medizincampus einige Hundert Studenten in Bayreuth erwartet. "Sind diese überhaupt mit eingeplant worden?", fragt Helmut Schilling sich. Zudem kursierten unterschiedliche Angaben über die Anzahl der neuen Stellplätze (255 oder 400?) und die Größe des Parkplatzes (2,4 oder 1,1 Hektar?). "Fährt der Zug schon? Sind die Baumaschinen schon in Gang gesetzt?" Der Bauausschuss habe bereits mehrheitlich für den neuen Parkplatz gestimmt. Grünen-Stadtrat Stefan Schlags riet: "Wir waren dagegen, aber es werden immer mehr Stadträte skeptisch. Sprechen Sie sie direkt an!"

Ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt?

Ob die Umweltbehörden eingeschaltet wurden, sei ebenfalls unklar. "Hat sich jemand Gedanken gemacht, wohin das Sickerwasser fließt? Und was macht man mit den Ölrückständen der Autos?" Nach dem Flächennutzungsplan sei das Gebiet kein Wasserschutzgebiet, erklärt Petra Uliczka. In der Nähe stehe zwar ein Hochbehälter, doch die Fläche gelte nur als Landschaftsschutzgebiet.

Warum ist ein Parkdeck auf dem Klinikum-Parkplatz unmöglich?

"Ein Parkdeck auf einer möglichst kleinen Fläche", wäre für Johannes Barfuß die passende Lösung. Denn das größte Problem an dem bislang geplanten Standort sieht er in der Flächenversiegelung. SPD-Stadtrat Thomas Bauske hält die Informationspolitik des Klinikums für "lückenhaft und falsch". Ein Mal sei es der Hubschrauberlandeplatz, dann seien es Öltanks im Untergrund, die gegen ein Parkhaus sprechen würden. "Ich fühle mich auch verarscht. Die ganzen Daten und Fakten müssen jetzt auf den Tisch!" Dass es keinen Ausweichparkplatz während einer Baumaßnahme auf Klinikum-Seite gebe, hält Silke Braunmiller für ein vorgeschobenes Argument. "Man kann auch Schritt für Schritt bauen und nach anderen Lösungen für einen Behelfsparkplatz suchen."

Sind noch andere Alternativen geprüft worden?

"Wir sollten nicht vorschnell ein beliebtes Naherholungsgebiet opfern", sagt Helmut Schilling. Es leuchte nicht ein, warum die bisherige Parkplatzfläche nicht in Richtung Reha-Klinik verlängerbar sei. "Oder hat man das Problem einfach viel zu lange vor sich hergeschoben?" In dem Flächennutzungsplan von 2007 reiche die Sonderfläche Klinikum bis zum Teufelsgraben. Ob das Fundament für ein Parkhaus tatsächlich eine Schwierigkeit darstellen würde, sei anhand der alten Baupläne zu überprüfen. Die Investitionskosten für ein Parkdeck seien auf lange Sicht zu betrachten. Und Kassengelder dürften für Baumaßnahmen gar nicht verwendet werden, so Bernd Herzig.

Wird über ein langfristiges Verkehrskonzept nachgedacht?

Autofahrer und Fußgänger müssten den Fuß- und Radweg an der Preuschwitzer Straße überqueren, kritisieren die Anwohner des Klinikums. Bereits jetzt herrsche dort enorm viel Verkehr. Die Zufuhr zum Klinikum erfolge allein durch Wohngebiete, doch ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept fehle von Anfang an, bemängelt auch Silke Braunmiller. "Wir sollten uns gemeinsam für eine ökologische Lösung einsetzen, die beste und nicht die billigste." Zu wenig werde noch über eine verbesserte Busverbindung zum Klinikum gesprochen. Oder über Jobtickets und Pauschallösungen für Mitarbeiter, ergänzt Petra Uliczka.

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Kommentare

Lichtjahre von den Sorgen und Nöten des Wahlvolkes entfernt, hat man aus diversen Konfrontationen mit Bürgerinitiativen scheinbar nichts gelernt. Am "Pöbel" vorbeiregieren - das ist die Art und Weise wie in Bayreuth seit Jahr und Tag Stadtratspolitik gemacht wird. Die Bürgerinnen und Bürger der Birken können ein Liedchen von stadträtischer Intransparenz, Heimlichtuerei und Salamitaktik singen. Traurige Realität.
Am "Pöbel" vorbeiregieren kann aber nicht nur die Stadtpolitik sehr gut. Das ist ein "Phänomen" das bis ist die Bundespolitik praktiziert wird. Die Quittung (leider noch zu gering) bekam man dafür bei der letzten Wahl.
ÜBERALL DAS SELBE!. Am Volk vorbei! Wer "füttert" die denn? Wir.