Offene Ganztagsschule: AWO verpflichtet Kinder zum Mittagessen

Dem kleinen Lukas Schneider (Name von der Redaktion geändert) aus Hummeltal schmeckte es einfach nicht. Das Essen aus dem Dampfgarer der Arbeiterwohlfahrt. Dafür aber sein Leberwurstbrot von zu Hause. Doch das durfte der Siebenjährige nicht essen. Weil die AWO den Teilnehmern der OGS der Volksschule Hummeltal vorschreibt, das angebotene Mittagessen zu kaufen. Und möglichst auch zu essen.

"Diese Vorgabe ist in dem OGS-Konzept eingebunden", sagt Franziska  Lindner, Bereichsleiterin der Schülerbetreuung bei der AWO auf Nachfrage des Kuriers. Schülerbetreuung ohne Mittagessen sei nicht möglich, mitgebrachte Brotzeit nicht erlaubt. Auch dann nicht, wenn anstatt der AWO, ein anderer Caterer sich um das Essen kümmert. "Wenn Kinder von 8 bis 16 Uhr in der Schule sind, ist eine warme Verpflegung einfach wichtig", argumentiert Lindner.

Woanders ist auch Brotzeit erlaubt

Doch an anderen Schulen ist das Essensangebot kein Muss für die Schüler. Am Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) und am Gymnasium Christian Ernestinum (GCE) hat das Evangelische Dekanat die Trägerschaft für die OGS übernommen. "Bei uns muss keiner das Essen aus der Schulmensa kaufen", sagt Anne Zeitler, Kinderpflegerin am GCE. Auch Brotzeit sei erlaubt. Ebenso am RWG. "Etwa die Hälfte der OGS-Kinder kaufen sich was in der Schule, die andere Hälfte hat Brotzeit dabei", sagt Erzieher Tobias Sellner.

An der Gesamtschule Hollfeld wurde die OGS in die Hände der Geschwister-Gummi-Stiftung aus Kulmbach gelegt. Momentan essen die Schüler zusammen mit den Betreuern in einem kleinen Restaurant in der benachbarten Stadthalle in Himmelkron, weil die Mensa derzeit erst gebaut wird. Ab kommendem Schuljahr wird sich dort die Stiftung um das Essensangebot kümmern. "Aber ein Muss ist das für die Kinder nicht", sagt Schulleiterin Christiana Scharfenberg. Jeder dürfe gern auch sein Brot mitbringen. Sogar an der Dr.-Dittrich-Schule in Pegnitz, an der sich die AWO um die OGS kümmert, das Essen aber von einem anderen Caterer bezogen wird, muss kein Schüler das Essen kaufen, sagt Schulleiter Heinz Meier.


Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (28. Februar) des Kuriers.

Symbolbild: Wittek/Archiv

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Es heißt ja schon lange nicht mehr: "Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!". sondern: "Auf den Tisch kommt, was gegessen wird!"