In Oberfranken fehlen 5000 Handwerker

Für die Kunden hat das Handwerker-Hoch auch Schattenseiten: Die Preise steigen schneller als sonst, die Wartezeiten werden länger. Wegen der boomenden Konjunktur und weil es zu wenig Fachkräfte gibt. Zwar konnte in Oberfranken die Zahl der Handwerker im letzten Jahr um 1000 auf 76.000 gesteigert werden. Und auch bei den Lehrlingen gab es auch wegen 84 Flüchtlingen, die einen Handwerksberuf erlernen, ein leichtes Plus von 88 auf 5889 Azubi-Stellen. Aber, sagt Koller: Dem Handwerk in der Region fehlen 5000 Kräfte. Von insgesamt 18.000 fehlenden Fachkräften in Oberfranken entfallen 16.500 auf beruflich Qualifizierte. Akademiker werden von der Wirtschaft deutlich weniger nachgefragt.

Mehr Beschäftigte

Für das laufende Jahr rechnet Zimmer mit einem leichten Beschäftigtenplus auf 76.700 (plus 0,9 Prozent). Der Umsatz der über 16.000 Betriebe soll um zwei bis drei Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro steigen. Bei neuen Lehrverträgen will das Handwerk in etwa das Vorjahresniveau (2677) erreichen.

Neuer Zukunftspreis

Erstmals schreibt die Kammer einen Zukunftspreis aus, der herausragende Leistungen würdigen soll. Drei Betriebe werden ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 30. Mai im Rahmen der Coburger Designtage statt. Bewerbungen sollen bis spätestens 30. April bei der HWK in Bayreuth (Bernd Sauer) eingereicht werden.

Herausforderung Übernahme

Bei 3000 bis 5000 Betrieben steht in den kommenden zehn Jahren die Übergabe an. In Kloster Banz (20.3.) und Schloss Thurnau (22.3.) bietet die HWK Informationen zur Unternehmensnachfolge an.

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Fünf Kompetenzzentren Digitales Handwerk gibt es bundesweit, das für ganz Süddeutschland zuständige sitzt in Bayreuth. Die 2,5 Vollzeitkräfte reichen nicht, sagt Zimmer und fordert eine Aufstockung. „Wir brauchen viel mehr Manpower.“

Sondierungspapier: Mehr Licht als Schatten

Auch wenn das Wort „Handwerk“ im Sondierungspapier der designierten Koalitionäre gar nicht vorkommt, sieht Koller im Ergebnis doch „mehr Licht als Schatten“. Gewünscht hätte er sich unter anderem aber mehr zukunftsweisende Strategien zur digitalen Transformation in Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft. Die Politik fordert Koller auf, nicht nur Gelder in den Hochschulpakt sondern auch mehr Mittel in die berufliche Bildung zu stecken. Die Bildungskanäle müssten noch mehr geöffnet werden. Damit der Meister, wenn er möchte, auch noch Master werden kann.

 

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