Oberfranken attraktiver machen

Zunächst gehe es mal darum, die eigenen Stärken zu definieren, sagt IHK-Vizepräsident Jörg Lichtenegger im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Werbe-Profi (GMK/Bayreuth) ist Vorsitzender des neuen Ausschusses. Dann müssten diese Stärken nach außen kommuniziert werden.

Warum das so wichtig ist? Zum Beispiel, um Fachkräfte zu holen oder zu halten, junge Oberfranken zurückzuholen, Investoren zu gewinnen oder mehr Unternehmensgründungen anzustoßen. Dabei müsse man die Stärken der acht regionalen IHK-Gremien bündeln und aktiv nach außen tragen.

Keine Parallelstrukturen

Den Standort stärken will auch Oberfranken Offensiv, der Verein, der sich selbst als regionale Entwicklungsagentur bezeichnet. Baut die IHK mit ihrem neuen Fachausschuss Parallelstrukturen auf? Nein, sagt Lichtenegger. „Das ist keine Wettbewerbsveranstaltung zu Oberfranken Offensiv.“

Der Verein sitze mit seinem Geschäftsführer Frank Ebert mit im Boot. Der Ausschuss habe etwa 20 Mitglieder aus Unternehmen, Kommunen, Verbänden und wolle zwei bis vier Mal im Jahr tagen. Die Geschäftsführung liegt beim stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm.

Neue Inhalte

„Es geht nicht um neue Prospekte, es geht um neue Inhalte“, sagt Lichtenegger. Und um welche Inhalte genau, und wie sollen die transportiert werden? „Wenn wir das alles schon wüssten, bräuchten wir den Fachausschuss nicht.“

Weitere Mitmacher sind willkommen. Die Handwerkskammer macht mit, und auch Vertreter von Hochschulen oder Kirchen kann sich Lichtenegger im Ausschuss vorstellen. „Das ist kein closed shop.“

Zukunft gestalten

Ja, der Wirtschaft geht es im Moment „mehr als gut“, sagt Lichtenegger. Aber man müsse eben aus der Stärke heraus Zukunft gestalten, damit auch die Zukunft gut werde.

„Was wollen wir in den nächsten fünf Jahren erreichen?“, fragt Lichtenegger und wünscht sich zum Beispiel, dass oberfränkische Unternehmen, die auf überregionalen Messen unterwegs sind, in fünf Jahren vielleicht nicht mehr lange erklären müssen, wo sie herkommen. Dass man dann mit Oberfranken verbindet, dass man dort gut leben und arbeiten kann, das Verhältnis zwischen Preis und Leistung noch stimmt.

Kein neues Logo

Aus dem Strategiepapier „Das Jahrzehnt Oberfrankens“ könne später vielleicht sogar mal „Das Jahrhundert Oberfrankens“ werden.

Dabei müsse man nicht mit aller Gewalt Neues erfinden, sondern könne teilweise auf bereits Erarbeitetem aufbauen. Der frühere Dachmarken-Prozess kann dabei auch hilfreich sein. Aber, sagt Lichtenegger schon mal vorbeugend: „Wir wollen kein neues Logo erfinden.“

Wollen und müssen liefern

Der neue Ausschuss steht noch ganz am Anfang, das Thema „Standort Oberfranken“ ist gesetzt. „Wir sind noch in der Strategiefindung“, sagt Lichtenegger. Die soll etwa bis Jahresende abgeschlossen sein. Dann muss es konkreter werden.

Das sieht auch der IHK-Vizepräsident so: „Wir wollen und müssen liefern.“

 

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Montag, 13. November 2017 - 11:06