Nützel: Betrieb läuft, Polizei ermittelt

Jochen Sonntags Stimme ist etwas rauer als sonst. "Möglicherweise habe ich auch ein bisschen was vom Rauch abgekriegt", sagt Sonntag. Denn Sonntag war am Montagnachmittag sofort, nachdem die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen hatte, in die Werkstatt geeilt "und habe die Leute rausgeschickt".

Zweite Lackierkabine auch betroffen?

Obwohl die Feuerwehr schnell vor Ort war und den Brand schnell unter Kontrolle hatte, ist der Schaden groß, sagt Sonntag: Eine der zwei Lackierkabinen sei durch den Brand schwer beschädigt, ebenso seien die Absaug- und Lüftungsanlagen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "So eine Lackierkabine kostet ein paar 100.000 Euro", sagt Sonntag. Die beiden Kabinen sind durch die Absaugung miteinander verbunden, deshalb könne man aktuell noch nicht sagen, ob auch die zweite Kabine Schäden hat. "Die hohen Schornsteine, die Absauganlage, das hat alles gebrannt. Wir warten auf den Sachverständigen der Versicherung, der das sicher klären wird."

Zu den Schäden durch den Brand komme die starke Rauch- und Rußentwicklung, die nicht ohne Folgen im Gebäude geblieben ist. "Es standen auch Fahrzeuge in der Halle, die zwar nicht verbrannt sind, bei denen aber noch nicht klar ist, inwieweit sie durch den Rauch in Mitleidenschaft gezogen wurden." Parallel zu den Untersuchungen der Sachverständigen laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Bayreuth zur Brandursache, was bei einem Schaden dieser Höhe - nach ersten Schätzungen wie berichtet rund 500.000 Euro - normal sei.

Statische Entladung als Brandursache möglich?

Es gebe, sagt Sonntag auf Nachfrage, auch schon Erkenntnisse zur möglichen Ursache des Brandes: "Wir vermuten nach den ersten Informationen der Mitarbeiter eine statische Entladung. Es könnte dadurch einen Funken gegeben haben, wodurch ein Lappen entzündet wurde." Das Feuer habe sich dann über die Absauganlage schnell ausgebreitet. Zwar werde in der Lackiererei mit wasserlöslichen Lacken gearbeitet, aber zur Vorbereitung der Autos müsse mit Reinigungsmitteln gearbeitet werden, die entzündlich sind. Man habe mit dem Hersteller der Lackierkabinen gesprochen: "Solche statischen Entladungen kommen immer wieder vor, man kann das auch bei sorgfältigster Arbeit nicht zu 100 Prozent ausschließen", sagt Sonntag.

Zum Lackieren wäre Ausweichen auf Hof möglich

Der Feuerwehreinsatz sei nach etwas mehr als einer Stunde wieder beendet gewesen, alle Mitarbeiter, bis auf die in der betroffenen Werkstatt, hätten dann auch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können. "Wir sind ja ein paar 100 Leute hier, alle wurden vorsorglich von der Feuerwehr aus dem Gebäude geschickt. Es stand ja eine tiefschwarze Wolke über dem Gelände", sagt Sonntag. "Ich fand das beeindruckend, wie professionell die Feuerwehr und die Rettungskräfte gearbeitet haben."

Um den Betrieb so weit wie möglich normal wieder aufnehmen zu können, habe man "die ganze Nacht unter Aufsicht das Gebäude gelüftet", sagt Sonntag. "Der Betrieb läuft." Auch die Mitarbeiter in der Karosserieabteilung, die der Lackiererei vorgeschaltet ist, hätten bereits am Dienstag ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Falls auch die zweite Lackierkabine Schäden habe, könne man "auf den Betrieb in Hof ausweichen, dort haben wir ja auch noch eine Lackiererei", sagt Sonntag.

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