Nur vier Tage frei für Medi-Team

„Nach dem Sieg gegen Alba Berlin war klar, dass wir länger als zwei Tage pausieren würden, aber nach den letzten beiden Niederlagen sollte es auch keine ganze Woche sein“, erklärt der Coach, der seinerseits die freie Zeit mit seiner Familie in Wien verbringt. Dieser Zusammenhang sei allerdings keinesfalls als Bestrafung zu verstehen: „Es ist ja niemandem etwas vorzuwerfen. Die Niederlagen haben nur gezeigt, dass wir arbeiten müssen.“

Unter den aktuellen Umständen kommt die ursprünglich unter vielen Experten durchaus umstrittene Unterbrechung der Saison für Korner gar nicht ungelegen: „Die Verletzung von Assem Marei verstärkt diese Freude noch.“ Zwar werde die Verletzungspause des ägyptischen Centers (Muskelbündelriss in der Wade) natürlich nicht kürzer, „aber ohne die Pause hätten wir jetzt drei oder vier Spiele mehr, in denen er uns fehlt“.

Marei arbeitet derzeit mit Reha-Maßnahmen an seinem Comeback, dessen Termin noch nicht feststeht, und profitiert daher nicht von der spielfreien Zeit. Auch sein Stellvertreter Javon McCrea, der noch einen Trainingsrückstand aufholen muss, arbeitet durch: „Er absolviert ein Programm mit unserem Athletiktrainer“, erklärt Korner. „Auch James Robinson ist dabei, der sich freiwillig angeschlossen hat.“

Somit bleibt nur ein halbes Dutzend Spieler übrig, die sich eine tatsächliche Auszeit nehmen können. „Sie durften nicht nach USA fliegen, aber sie werden wahrscheinlich irgendwo in Europa Sehenswürdigkeiten anschauen“, sagt der Coach. Wenn sie dabei zeitweise überhaupt keinen Gedanken an Basketball verlieren sollten, wäre das durchaus in seinem Sinne: „Nach den letzten Belastungen ist es nicht nur physisch, sondern gerade auch psychisch wichtig, einmal richtig Abstand zu bekommen.“

"Gute Chance" für Österreich gegen Deutschland

Am wenigsten von einer Pause spüren im Medi-Kader natürlich Bastian Doreth und Robin Amaize, die sich mit der Nationalmannschaft auf die ersten Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2019 in China vorbereiten. Am Freitag trifft die DBB-Auswahl in Chemnitz auf Georgien und am Montag in Schwechat auf Österreich.

Das zweite Spiel um eine gute Ausgangsposition für die entscheidende zweite Qualifikationsphase von Ende August 2018 bis Februar 2019 (die Ergebnisse gegen die anderen vorgerückten Mannschaften werden übernommen) interessiert Raoul Korner natürlich besonders. Seine österreichischen Landsleute betrachtet er dabei keineswegs als klare Außenseiter: „Ich sehe eine gute Chance für die Österreicher. Sie waren schon beim letzten Duell mit Deutschland einem Sieg nahe, und vor allem fehlt ihnen nur ein wichtiger Spieler“, sagt der Bayreuther Coach in Anspielung auf die fehlende Koordinierung der Termine mit Euroleague und NBA, die viele Leistungsträger aus eigentlich höher eingeschätzten Nationen unabkömmlich macht.

Skeptisch stimmt ihn nur, was er als „typisch österreichische Mentalität“ bezeichnet: „Man kann einfach nicht glauben, dass man Deutschland schlagen kann. Deswegen schaffen es die Österreicher oft zu verlieren, auch wenn sie 38 Minuten lang besser waren.“

Nicht bewertet

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