Nur Rückhaltebecken hilft gegen Hochwasser

Hausnummerierung: Mehrfach wurde laut Pirkelmann gefordert, Hinweise für Anwesen aufstellen, die sonst schwer zu finden sind. Dies betrifft nahezu sämtliche Orte, in denen keine Straßennamen existierten - also alle bis auf die Kernstadt und Breitenlesau. Eine Umwidmung von Straßen und Wegen werde allerdings in der Regel nicht gewünscht, sagte Pirkelmann: "Das war eindeutig der Tenor."

Wann Schilder Sinn machen

Sinn machten Schilder, auf denen Hausnummern gelistet sind, aber nur dort, wo es sich um wenige Häuser handle, maximal fünf bis sechs. Dies sei zum Beispiel in Gösseldorf oder Saugendorf denkbar. Oft gebe es aber lange Straßenzüge, bei denen dann bis zu 20 Nummern angezeigt werden müssten - das kann dann keiner mehr lesen". So sah dies auch Verwaltungsleiter Alexander Dressel: "Abgesehen davon, dass wir dann zum Teil einen Schilderwald hätten, und das will ja auch niemand."

Praktikant soll durch die Dörfer fahren

Einig waren sich die Stadträte, dass eine Beschilderung nur dann etwas bringt, wenn auch alle Hausbesitzer eine Hausnummer an ihrem Gebäude anbringen. Dies ist laut Pirkelmann nicht der Fall. Er hofft nun, in einer der nächsten Ferien einen motorisierten Schüler oder Studenten als Praktikant gewinnen zu können, der die Ortschaften abklappert und eine Bestandsaufnahme macht. Dann könne die Stadt alle betroffenen Eigentümer auffordern, nachzurüsten.

Heute haben die meisten ein Navi

Und dann könne man sich Gedanken machen, wo man Schilder aufstellt und wo nicht. Wobei diese in Zeiten, in denen fast jedes Auto mit einem Navigationsgerät ausgestattet ist, sowieso nicht mehr die Bedeutung hätten wie vielleicht noch vor zehn oder 15 Jahren, ergänzte Verwaltungschef Dressel.

Rechtler will nichts: Bei der Auflösung der Rechtlergemeinschaft in Hubenberg verzichtete ein Mitglied auf die ihm bei Verteilung zustehende Fläche, sie fiel damit automatisch an die Stadt. In der Bürgerversammlung kam die Anregung, diesen rund einen Hektar umfassenden Grund dem Kirchenbauverein für die Sanierung der Kapelle zur Verfügung zu stellen. Dies sei kaum umsetzbar, sagte dazu Bürgermeister Pirkelmann: "Es würde sich praktisch um eine Schenkung handeln - und das dürfen wir nicht". So sah dies auch Franz Schroll (CSU): "Da würden wir einen Präzedenzfall schaffen." Eine Möglichkeit wäre, dass der Verein selbst einen Antrag auf Nutzung der ehemaligen Rechtlerfläche, sagte Bürgermeister Pirkelmann - "dann können wir immer noch schauen".

Brücke als Hindernis: Immer wieder ein Thema bei Bürgerversammlungen in Nankendorf ist die Hochwasserfreilegung. Und vor allem die Brücke über die Wiesent auf Höhe des Anwesens Sebald (wir berichteten). Weil deren Mittellager ein massives Hindernis gerade bei anschwellendem Wasserspiegel darstellt. Ein Umbau der Brücke sei so eine Sache, meinte Pirkelmann - "aber wenn in x-Jahren doch mal ein Freilegubngskonzept kommt, kann es natürlich sein, dass die Brücke dann stört, das muss man mit einrechnen." Und dritter Bürgermeister Kurt Neuner ergänzte: "Eine neue Brücke löst das Hochwasserproblem nicht." Überhaupt wäre ein solcher Neubau zu teuer, "weil das auch Mauern hochgezogen werden müssen".

Baut die Stadt, bekommt sie keinen Cent an Zuschuss

Wirklich helfen würde nur ein Rückhaltebecken vor Nankendorf, das Wasserwirtschaftsamt - dort ist Neuner beruflich tätig - plane eine Begehung in diesem Bereich, deren Ergebnisse gelte es abzuwarten. Fakt sei: Wenn wir eine neue Brücke bauen, bekommen wir dafür null Förderung." Bei diesem Sachstand beließen es die Stadträte.

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