Noch vier Bieter im Rennen um Wöhrl

„Das kommentieren wir nicht“, sagte Sprecher Frank Paschen auf Nachfrage dieser Zeitung. Er bestätigte, dass es sich bei den Interessenten sowohl um strategische Investoren aus der Branche wie auch Finanzinvestoren handelt. Auch der mittlerweile abgelöste frühere Wöhrl-Chef Olivier Wöhrl sei mit Teilen der Familie im Bieterkreis.

Röther angeblich im Interessentenkreis

Und wer hat die besten Chancen, zum Zuge zu kommen? „Das wird sich dann zeigen“, meint Paschen. Olivier Wöhrl, Enkel des Firmengründers und gelernter Maschinenbauingenieur, hatte 2011 die Führung der Modekette übernommen und ist zum Jahresende ausgeschieden. Jetzt bemüht er sich offensichtlich, der Familie für die Zukunft eine Eigentümer-Rolle zu sichern. Im Interessentenkreis soll auch die Familie Röther (Modepark Röther/Michelfeld, Kreis Schwäbisch Hall) sein. Das Unternehmen mit 2100 Beschäftigten betreibt 40 Häuser zwischen Kempten und Rostock.

Bei der letzten Pressekonferenz im Dezember hatte Wöhrl in Aussicht gestellt, einen Investor noch bis Jahresende, spätestens aber im Januar zu finden. Wöhrl hat in Oberfranken mit Bayreuth, Hof, Coburg und Bamberg vier Standorte, über die es „überhaupt nichts Negatives“ zu sagen gebe, so Wöhrl-Chef Andreas E. Mach damals. Die bisherigen Pläne sehen vor, vier von 34 Standorte zu schließen. Betroffen sind Nürnberg-Langwasser, Roth, München und Berlin.

Absturz der Anleihe

Die nächste Gläubigerversammlung findet am 31. Januar statt. Ob sie bereits final über den neuen Investor befindet, steht laut Paschen noch nicht fest. In der Versammlung sitzen auch Vertreter der Anleihe-Gläubiger, die mit hohen Verlusten rechnen müssen. Wöhrl hatte 2013 eine Mittelstandsanleihe im Volumen von 30 Millionen Euro platziert, die 2018 ausläuft. Die Anleihe ist abgestürzt und notiert aktuell nur noch zu Kursen um zehn Prozent.

Das Schutzschirmverfahren über den insolventen Modekonzern Rudolf Wöhrl AG ist in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung übergegangen. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. Dezember am Amtsgericht Nürnberg wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet. Das Unternehmen kann nun den eingeschlagenen Sanierungskurs mit Hilfe eines Sachwalters fortsetzen.

Nicht bewertet

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