Neuer Uni-Präsident: Kandidaten stehen fest

Am Donnerstag haben der Vorsitzende des Hochschulrates der Universität Bayreuth, Stephan Bieri, und Prof. Christoph Bochinger, kommissarischer stellvertretender Vorsitzender des Senats, bei einem Treffen eine vorläufige Vorschlagsliste mit Kandidatennamen für die Präsidentenwahl am 5. Juni erarbeitet. Tags zuvor hatte der Senat über die Bewerbungen beraten.

Nach wie vor macht die Universität ein großes Geheimnis aus der Wahl ihres neuen Präsidenten. Noch nicht einmal die Information, wie viele Kandidaten derzeit auf der vorläufigen Vorschlagsliste stehen, war offiziell zu bekommen. „Ich kann aber bestätigen und begrüße es ausdrücklich, dass sich mehrere exzellent qualifizierte Persönlichkeiten für das Amt des Präsidenten der Universität Bayreuth beworben haben", sagte Bochinger dem Kurier. In den vergangenen Wochen habe er mit allen Gruppen, die im Senat vertreten sind, Gespräche geführt und ihre Wünsche und Argumente in die bisherigen Verfahrensschritte einbezogen.

Brüggemann und Leible

Nach Kurier-Informationen lagen dem Senat insgesamt neun Bewerbungen vor. Unter denen, die Präsident der Universität Bayreuth werden wollen, sind auch zwei Bayreuther Professoren. Ihre Namen: Dieter Brüggemann und Stefan Leible.

Brüggemann gilt als Macher. Der Inhaber des Lehrstuhls für Technische Thermodynamik und Transportprozesse war Gründungsdekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften – diese jüngste Fakultät der Universität Bayreuth nahm 1998 ihren Betrieb auf. Der 54-Jährige leitet das Zentrum für Energietechnik an der Uni Bayreuth und die Campus-Akademie für berufliche Weiterbildung. Und er ist bestens vernetzt: Seit neun Jahren arbeitet er im Senat – drei Jahre lang war er Vizepräsident der Universität Bayreuth, zunächst verantwortlich für Lehre und Studium, dann für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Brüggemann war vor der Wahl Bormanns, der im April 2009 sein Amt antrat, einmal als möglicher Präsident gehandelt worden. Privat ist er Familienmensch und begeisterter Fußball-Fan.

Der zweite Kandidat aus den eigenen Reihen der Universität ist Prof. Stefan Leible, Inhaber eines Lehrstuhls für Zivilrecht. Sollte Leible Präsident werden, hätte er einen ganz besonderen Werdegang hingelegt: Vom Studenten der Rechtswissenschaften, der sein erstes Semester 1982 an der Universität Bayreuth absolvierte, zum Chef der Hochschule. Jetzt bereits ist Leible einer von drei Vizepräsidenten. Er verantwortet das Ressort Internationales und Außenangelegenheiten. Unter seiner Regie hat die Universität ihre Partnerschaften weltweit intensiviert. Die Verwaltungsvereinbarung mit der Stadt Bayreuth, die zu einer besseren Behandlung ausländischer Studierender und Wissenschaftler im Ausländeramt führen soll, hat er mit initiiert. Was auch für ihn spricht: Leible gilt als beliebt und er hat eine ansehnliche Hausmacht. Denn er kommt aus der mit weitem Abstand größten Fakultät der Universität Bayreuth.Der 50-jährige Jurist, der mit einer Bayreuther Rechtsanwältin verheiratet ist, ist intensiver Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook und er ist begeisterter Rock-Fan. Seit Jahren besucht er gemeinsam mit seinem Sohn unter anderem das Festival „Rock im Park".

Entscheidung am 5. Juni

Wie viele und welche externen Bewerber auf Bieris und Bochingers Liste stehen, wird spätestens am 6. Mai feststehen. An diesem Tag muss Uni-Kanzler Markus Zanner zu einer hochschulöffentlichen Veranstaltung einladen. Vier Wochen später, so sieht es die Grundordnung der Hochschule vor, treffen sich die Präsidenten-Kandidaten zum Schaulaufen: Alle Universitätsangehörigen können an den Vorstellungsvorträgen teilnehmen und Fragen stellen. Am 5. Juni fällt dann die Entscheidung. Hochschulrat und Senat wählen an diesem Tag den neuen Präsidenten. Oder die neue Präsidentin.

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