Neue Turnhalle für Betzenstein

Die Stadt wird dabei angesichts ihres kleinen Haushalts tief in die Tasche greifen müssen. Auf bis zu 2,63 Millionen Euro Baukosten liegen die gegenwärtigen Planungen. Wobei man von einem Baukostenindex von 2016 ausging. Man rechnet also mit höheren Kosten bis und während der Bauphase aufgrund der Entwicklung „im Preisgefüge der Baubranche“, so Bürgermeister Claus Meyer.

Förderung: 550 000 Euro

Auch wenn man mit einer, so die Verwaltung, „relativ sicheren“ staatlichen Förderung von etwa 550000 Euro rechnen kann, verbleiben mindestens über zwei Millionen Euro an Eigenmitteln für die Stadt. Und die seien nur über eine neue Darlehensaufnahme herzubekommen.

Das Thema beschäftigt Meyer jetzt schon seit über acht Jahren. Immerhin handelt es sich um eine Turnhalle, die nicht nur von der Grundschule benutzt wird, sondern auch von den Bürgern. Sie ist vor allem für sportliche Veranstaltungen das ganze Jahr über ausgebucht.

Sanierungsbedürftiges Gebäude

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren vom Stadtrat die Wichtigkeit der mittlerweile stark sanierungsbedürftigen Turnhalle betont und sie war Thema in nichtöffentlichen Sitzungen und bei Klausurtagungen. Wobei vor allem eines klarwurde: Eine Sanierung der zusammen mit dem Schulgebäude im Jahr 1968 errichteten Halle kam nicht infrage. Nach einer Kostenschätzung von vergangenem Jahr liegen die Sanierungskosten bei rund 1,4 Millionen Euro. Diese Alternative kam wegen ihrer Unwirtschaftlichkeit bei der jüngsten Sitzung gar nicht mehr auf den Tisch.

Gegen größere Halle

So wurde anfangs eine größere Sporthalle in den Ausmaßen von 27 mal 15 Meter als Alternative zur Diskussion gestellt. Aber: „Viel kostet viel“, brachte es Zweiter Bürgermeister Peter Marschall auf den Punkt. Eine größere Halle würde bis zu 3,5 Millionen Euro kosten. Darüber hinaus gäbe es wohl ein Platzproblem: Es müssen auch noch Bushaltestelle, Buswendeschleife, Zufahrt- und Umfahrt zur Schule, Stationierung einer Hackschnitzelheizung, Höhenanbindung der Halle an die Schule und ihre Barrierefreiheit mit berücksichtigt werden. Lothar Kornburger (CSU) und Matina Kohler (CSU) waren sich sicher: „Eine große Halle passt da nicht hin.“

Und eine große Halle würde nach der Meinung von mehreren Stadträten auch sonst nicht zu Betzenstein passen, auch wenn jeder sie sich „aus sportlicher und schulischer Sicht“, so Hans Weidinger (WG), wünschen würde.

Wäre nicht wirtschaftlich

Das wäre nicht wirtschaftlich gedacht, betonte Reinhold Häberlein (Freie Wähler) und vielleicht sogar als „Größenwahn“ ausgelegt werden, ergänzten Weidinger und Uli Strauß (FW), vor allem bei noch möglichen Zuschussgebern: Es steht noch die Aufnahme der Baumaßnahme in das Kommunal-Investitionsprogramm Schule (KIPS) im Raum. Was aber völlig ungewiss sei und einem „Blick in die Glaskugel“ gleichkomme, sprich: man in dieser Hinsicht nur leise hoffen kann.

Diese kleine Hoffnung wäre vermutlich umsonst, wenn man nicht mit Verantwortung und mit dem Gedanken, sparsam zu haushalten investieren würde, warnte Strauß. „Wenn wir eine Chance auf weitere Förderung haben wollen, dann nur mit einer Halle mit Augenmaß.“ Wichtig sei eine nachhaltige und zukunftsweisende Investition. „Die kleine Halle ist eine tausendprozentige Verbesserung zu jetzt“, sagte Matthias Hümmer (CSU).

Der Beschluss fiel einstimmig aus: Man verfolgt die Planungen für eine Halle mit einer Größe von zwölf mal 18 Meter weiter, nimmt aber auf Anregung von Birigt Leistner (CSU), das Ziel mit auf, die Halle um zwei Meter breiter zu bauen, was den Sportlern entgegenkommen würde. Zudem soll der Aspekt, dort Veranstaltungen durchführen zu können, berücksichtigt werden, wobei unter anderem auf Wunsch von Hans Thummert (UB) der Ein- oder Aufbau einer Bühne möglich gemacht werden soll. Die Planung soll in Richtung Mehrzweckhalle gehen.

Nicht bewertet

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