Neue Schneekanonen in Planung

Als vor zwölf Jahren die künstliche Beschneiung an den Klausenliften in Betrieb genommen wurde, war das ein Quantensprung. Zuvor hatte es nur eine Schneekanone am Klausenhang gegeben, die nicht mal mit voller Leistung laufen konnte und mit der man im Grunde lediglich abgefahrene Stellen auf der Piste ausbessern konnte.

Die Gemeinde entschloss sich, für 420.000 Euro eine richtige Beschneiung zu installieren. Bei der Finanzierung war man mangels Zuschüssen und angesichts hoher Gemeindeschulden bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Selbst Anleihen von Privatleuten waren damals im Gespräch. Letztlich wurde es ein PPP-Modell. Die Anlage wurde mit privatem Geld finanziert, Bauträger und Kreditgeber war die Firma KFB aus Reuth, die für das Projekt als Bauträger und Kreditgeber auftrat.

Aus heutiger Sicht war der mutige Schritt von damals ein Erfolg. „Seit der neuen Beschneiung hatten wir doppelt bis dreimal so viel Fahrtage wie zuvor“, bilanziert Bürgermeister Franz Tauber. Besonders markant war der letzte Winter: „Wir hatten 61 Fahrtage. Ohne Beschneiung wären es zwei gewesen.“

Doch die Dimension der Anlage, die seither auch schon punktuell erweitert wurde, war am unteren Limit kalkuliert. Mindestens eine Woche Dauerfrost ist nötig, um die ganze Piste mit ausreichend Schnee zu belegen. Und da die langen und stabilen Frostphasen sich in den vergangenen Wintern rar gemacht hatten, war in den letzten Jahren in der Regel nur die halbe Piste künstlich beschneit. Ein anderes Kaliber hatte die zwei Jahre nach Mehlmeisel eingeweihte Beschneiung am Ochsenkopf-Nord. Hier reichen im Grunde drei Tage und Nächte Schneekanonenbetrieb und die Abfahrt hat ausreichend Schnee.

„Wenn wir bei der Beschneiung nicht nachlegen, werden wir immer nur eine halbe Piste haben“, so Tauber. Somit müsste mindestens noch mal das Gleiche von vor zwölf Jahren investiert werden. „Aber wir wissen nicht, wo das Geld herkommt, wir wollen eigentlich die Gemeindekasse nicht belasten“, fasst Tauber das Meinungsbild im Gemeinderat zusammen.Die Suche nach möglichen Zuschusstöpfen läuft. Aber auch die Wiederholung des PPP-Modells von vor über zehn Jahren steht im Raum.

Fakts ist: Im Januar wird das letzte Geld überwiesen, dann ist die jetzige Anlage bezahlt. Wie sieht hier die Bilanz aus? Gab es unterm Strich ein Plus? Oder musste die Gemeinde zubuttern? Genau kann das niemand sagen. Weil die Lifte Teil des Gemeindehaushalts sind und es keine eigene Bilanz für die Anlage gibt, in der alle Einnahmen und Ausgaben direkt gegenübergestellt sind. Aber sowohl Tauber als auch der zwischenzeitliche Kämmerer Thomas Prechtl trauen sich zu sagen, dass von einzelnen schlechten Wintern abgesehen kein Geld aus der Gemeindekasse nötig war, um die PPP-Verpflichtungen zu erfüllen. Dem standen andererseits auch Megawinter von bis 129 Fahrtagen gegenüber.

Teil der Bilanz ist auch dies: In den vergangenen Jahren arbeiteten im Winter stets 50 bis 60 Menschen an den Liften, vereinzelt in Vollzeit, die Masse als geringfügig Beschäftigte auf 450-Euro-Basis.

Konkrete Überlegungen, die Lifte in eine GmbH oder ein Kommunalunternehmen überzuführen, um genaue Zahlen zu erhalten, gibt es aktuell nicht. Kommt es zu einer Neuauflage des PPP-Modells könnte diese Überlegung aber im Gemeinderat wieder in den Vordergrund treten, schätzt Thomas Prechtl.

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