Neue Schilder, neues Händlerglück?

„Also das muss man wirklich festhalten, die Stadt unterstützt uns, wo sie nur kann“, sagt Martin Pepiuk, Inhaber der Intersport-Filiale Sportpoint an der Nürnberger Straße mitten im „Sperrgebiet“. Auch dann, als die Sperrzone über die Heinrich-Bauer-Straße hinaus bis zur Schmiedpeunt verlängert wurde – für alle überraschend (wir berichteten).

Selbst ist der Geschäftsmann

Fanden doch potenzielle Kunden nicht so ohne Weiteres die Zufahrt zu den Läden und Geschäften in diesem Bereich. „Die Stadt reagierte sofort, es gab Besichtigungen vor Ort, um nach einer Lösung zu suchen“, sagt Pepiuk. Diese wurde gefunden: Die Geschäftsleute ließen in Absprache mit der Stadt Schilder anfertigen, die entlang der Umleitungsstrecke den Weg zu ihnen weisen. Und die mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar sind.

40 Prozent Einbußen

Das hatte schon einen gewissen Erfolg, so Heike Lindner-Fiedler von der Metzgerei Dörfler und Fiedler, die von der Vollsperrung massiv betroffen ist.Was natürlich nichts daran ändere, dass bei der Kundenfrequenz erhebliche Einbußen zu verzeichnen sind - „so um die 40 Prozent sind das sicher“. Aber da müssten sie und ihre Kollegen nun mal durch, weil die Baustelle halt nicht zu vermeiden sei. Ihre Kunden kommen jetzt verstärkt am Wochenende und decken sich gleich für mehrere Tage ein. „Der Dienstag und der Mittwoch sind ziemlich mau“, sagt Lindner-Fiedler.

Geht anderen auch so

Das Ganze gehe auch an den Märkten im WIV-Center nicht spurlos vorüber. Weil so mancher Auswärtige, zum Beispiel aus dem Raum Kirchenthumbach, Pegnitz im Moment diese meide – „die denken oft, hier herrscht Chaos, also fahren wir da gar nicht erst hin, so ist zumindest mein Eindruck“, sagt die Geschäftsfrau. Gleiches gelte für Urlauber aus der Fränkischen Schweiz, die sonst in Pegnitz ihre Einkäufe erledigen: „Das merkst du einfach.“ Aber der Zeitraum der Sperrung sei ja letztlich überschaubar, „das kriegen wir schon hin“.

Schlecht vor allem für ältere Menschen

Dumm sei die Situation allerdings gerade für ältere Menschen aus dem Viertel, die zum Beispiel in der Alte-Post-Straße wohnen. Für die Senioren also, die normalerweise schnell zu Fuß beim Bäcker oder Metzger wären. Die müssten jetzt entweder „komplett außenrum laufen oder eben die Baustelle queren“. Was manche auch tun, hat sie beobachtet. Dafür hat sie Verständnis. Wie auch für die Arbeiter auf der Baustelle: „Die können ja auch nicht dauernd die Barrieren beiseite schieben, um einen Übergang zu schaffen.“

Jetzt eindeutige Hinweise

Zufrieden kann jetzt auch Margit Ponfick, Inhaberin von Lederwaren Voigt und stellvertretende Vorsitzende des Vereins Unser Pegnitz sein. Hatte sie doch wie andere Innenstadthändler bemängelt, dass die Umleitung von der Schlossstraße über den Bahnhofsteig und den Parkplatz am ehemaligen Pep-Gelände nur höchst provisorisch ausgeschildert sei und spätestens an der Badstraße ein Ortsunkundiger nicht mehr wisse, wie er sich ins Zentrum orientieren soll.

Nachgebessert

Bürgermeister Uwe Raab hatte auf Kurier-Anfrage bekundet, im Schilderfundus der Stadt existierten nun mal keine offiziellen „Innenstadt-Schilder“. Nun hat die Kommune auch hier nachgebessert – und zwei anfertigen lassen. Jetzt ist das Herz der Stadt auch problemlos zu finden.

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