Neue Mensa entfacht Debatte über vegane Ernährung

Der Gastkommentar von Prof. Stephan Clemens aus der Samstagsausgabe (10. Mai) im Wortlaut:

Wie gesund ist vegane Diät?

"Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit ist höchst komplex. Es bedarf noch großer Forschungsanstrengungen, um besser zu verstehen, wie sich die Kombination tausender Stoffe in unserem Essen auf die biochemischen Reaktionen in und zwischen den Zellen des menschlichen Körpers auswirkt. Weiter verkompliziert wird das Bild durch die Aktivitäten der unseren Darm bewohnenden Mikroorganismen.

Einige durch Studien sehr gut belegte Feststellungen sind jedoch möglich: Eine Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Produkte ist gut für die Gesundheit. Ballaststoffe, Vitamine wie C und E, sowie viele andere bioaktive Substanzen in Pflanzen senken das Risiko von Herz-/Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes erheblich. Veganer essen mehr Obst, Gemüse und Nüsse. Damit nehmen sie auch mehr für die Gesundheit günstige Stoffe auf. Außerdem vermeiden sie den Konsum von ungesunden Fleischbestandteilen wie Cholesterin und gesättigten Fettsäuren.

Doch gibt es Mangelerscheinungen? Das Risiko besteht ohne Zweifel, da wichtige Nährstoffe wie Eisen, Calcium, Vitamin D, Vitamin B 12 und Omega-3-Fettsäuren vor allem tierischer Herkunft sind. Eisen zum Beispiel ist in den in Pflanzen vorliegenden Formen weniger gut für die Aufnahme in unsere Darmzellen verfügbar als das Eisen in tierischen Produkten. Dies erklärt sich leicht dadurch, dass Eisen in tierischen Geweben wegen der biologischen Ähnlichkeit schon in einer für unseren Körper günstigen chemischen Umgebung (dem Häm) vorliegt. Vitamin B 12 kommt praktisch nur in tierischen Produkten vor. Fisch ist eine sehr gute Quelle von Omega-3-Fettsäuren, denen viele günstige Wirkungen wie etwa die Hemmung von Entzündungsprozessen zugesprochen werden können.

Um Mangel zu vermeiden, muss die vegane Ernährung deshalb genau geplant sein. Dies ist ja auch schon ganz richtig von einigen Kurier-Lesern angemerkt worden. Große Vielfalt der nicht-tierischen Produkte und der gezielte Zusatz von Stoffen wie Vitamin B 12 werden generell empfohlen. Werden diese Bedingungen erfüllt, ernähren sich Veganer ganz bestimmt gesünder als Menschen, die wenig Ballaststoffe, viel Zucker und große Mengen prozessiertes Fleisch essen.

Ist die vegane Ernährung also eine Art Königsweg zum gesünderen Leben? Eine solche Aussage wäre schwer zu rechtfertigen angesichts des Risikos der Mangelernährung. Wenn ich nur den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit betrachte ohne ethische Argumente gegen den Konsum von Fleisch zu bewerten, spricht sehr viel dafür, den Verzehr von Vollkornprodukten, pflanzlichen Eiweißen und Ölen, Obst und Gemüse durch geringe Mengen tierischer Produkte guter Qualität zu ergänzen. Dies wäre der sogenannten „mediterranen Diät“ ähnlich, deren gesundheitsförderliche Effekte in großen Studien gut belegt sind."

Prof. Stephan Clemens, Direktor der Forschungsstelle für Nahrungsmittelqualität

 

Die Leserbriefe, die den Kurier in den vergangenen Tagen zu diesem Thema erreicht haben, können Sie hier nachlesen:

Nordbayerischer Kurier vom 7. Mai 2014

zum Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nordbayerischer Kurier vom 10. Mai 2014

zum Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht bewertet

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Kommentare

Sehr geehrter Herr Dr. Medienkompetenz, wie wäre es mit einer Lupe? Oder glauben Sie, dass das Durchschnittsklientel des Kuriers diese Leserartikel wirklich lesen kann?
Man hätte die Bilder ja vergrößerbar machen oder die beiden Seiten als Bild oder PDF zum Download anbieten können.

Aber so? Wie dämlich ist das denn?!
Verzeihung! Die Downloads sind jetzt verfügbar. (kat)
Wie dem auch sein, ein Schäufele mit Klees und einem Seidla ist mir persönlich lieber. Gerne auch auf der Theta.
Zum Glück hat jeder die Wahl.
Die Veganer am Tisch sind heute das, was früher die Raucher waren. Einer von denen reicht, um einem das Essen zu verderben.
Wenn die Veganger (und Vegetarier) äßen und ihren Mund hielten. Aber nein, es muß dann immer auch missioniert werden.
Veganer (und Vegetarier) stellen eine verschwindende Minderheit der Bevölkerung dar. Außerdem stellen sie sich gegen die Natur. Am schlimmsten sind die, die ihre Haustiere (Hund und Katze) vegan ernähren müssen.
Warum wird diesen Menschen immer so viel Aufmerksamkeit eingeräumt.
Letzte Woche las ich einen Artikel, daß japanische Forscher festgestellt haben, daß sich Tomaten gegenseitig vor Freßfeinden schützen. Also auch Tomaten haben so etwas wie Intelligenz, und Gefühle. Also vegane Ernährung, dann aber bitte ohne Tomaten!
Und wie war das zw. 1933 u. 1945. War da der Oberkasper nicht auch einer von denen?
Allein das sollte ausreichen, um blutiges Fleisch zu essen!
diesem mich aufregenden missionierungsdrang veganer menschen muss ich zustimmen. einer reicht, um die stimmung am tisch zu vermiesen, weil er es nicht akzeptieren kann, dass andere fleisch essen. nein, er muss anderen menschen das fleisch auf biegen und brechen ausreden. er übt sich hier in höchster intoleranz, fordert aber selber toleranz von fleischfressern ein.
@runnershigh

Stimme ich im Prinzip zu. Jedem das seine wenn man den anderen gewähren läßt. Nur leider wächst diese verschwindende Minderheit immer weiter an. Damit werden die Missionierversuche eher weiter zunehmen als das Gegenteil der Fall ist. Beispiele wie eine Minderheit der Mehrheit IHRE Meinung/Lebensweise aufdrücken will gibt es genug. Und mit diesem Veganer wird wieder ne neue Sau durchs Dorf getrieben.
diese neue mensa ist ein witz, ein millionengrab. alles gesunde und neue schön und gut, aber diese mensa hätte etwas anderes gebraucht. schlicht und einfach eine fünfte NORMALE! essens-linie und mehr als die 300 sitzplätze, die wie in einem separee so abseits liegen. damit wäre der breiten mehrheit viel mehr geholfen. zudem hätte das angebot der cafeteria niemals unter dem neubau leiden dürfen. geschweige denn von den horrenden preisen, die sich nicht jeder leisten kann! zugunsten einer kleinen minderheit muss hier die mehrheit leiden. wann versteht es deutschland endlich, dass man es nicht jedem recht machen kann. die grenze ist dann erreicht, wenn die mehrheit leidet oder gar eine neue minderheit ausgeschlossen wird. zudem geht man nicht in eine mensa, um sich gesund zu ernähren. das wäre der selbe irrglaube, wie eine gesunde ernährung bei einer fastfood-kette zu suchen. ich finde es schwach, wie hier von öffentlicher seite (mit öffentlichen geldern) eine solche mangelernährung unterstützt wird!