Neue Ladesäulen für den Landkreis

Weil sich Landratsamt und Kreistag einig sind, dass mit ausreichend Ladesäulen auch deutlich mehr Elektrofahrzeuge Einzug in die Region halten werden, will der Kreis jetzt aufrüsten. Er verspricht sich davon nicht zuletzt eine deutliche Zunahme von Elektrofahrzeugen, die wiederum nötig ist, damit der Kreis sein Klimaziel erreicht: eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um 50 Prozent. Was im Landkreis Bayreuth, der weniger Industrie bereit hält als andere Regionen Deutschlands, aber nur über Schadstoffeinsparungen beim Verkehr zu erreichen ist.

Rothammel: Schon jetzt ein Erfolg

1000 Ladepunkte sind dafür dem Beauftragen für Klimaschutz am Landratsamt, Bernd Rothammel, zufolge, im gesamten Landkreis ungefähr nötig. Unternehmen und Kommunen wollen davon etwa 100 anschaffen. Und weil jede Ladesäule zwei Ladepunkte bereit hält, sollen 50 Säulen reichen, um die Klimaziele zu erreichen. Selbst wenn man davon nach dem bevorstehenden Aufrüsten noch etwas entfernt sein wird, spricht Rothammel schon jetzt von einem vollen Erfolg.

Warum, das erklärt er so: Weil gut 80 Prozent aller Ladevorgänge nachts in den Garagen der Besitzer von Elektroautos vonstatten gehen. Weil außerdem über kurz oder lang immer mehr Unternehmen Lademöglichkeiten für ihre Mitarbeiter schaffen werden. Weil der Verkehr, der den Landkreis nur auf der Durchreise quert, entlang der Autobahnen und Fernstraßen „tankt“. Und weil der Landkreis folglich nur Säulen für durchschnittlich jeden zehnten Ladevorgang bereit halten müsse.

Die Säulen sollen schnellstmöglich kommen

Und die sollen jetzt schnellstmöglich kommen. Nicht zuletzt deshalb, weil es ordentlich Fördergelder gibt. Darum haben die Rathäuser von Pegnitz, Bad Berneck, Bindlach, Eckersdorf, Gefrees, Goldkronach, Heinersreuth, Speichersdorf, Emtmannsberg, Kirchenpingarten, Seybothenreuth und Waischenfeld dem Landratsamt mitgeteilt, dass sie mit dessen Hilfe Fördergelder für insgesamt 22 neue Ladesäulen beantragen wollen. Mit Ausnahme von Kirchenpingarten, wo das erst im Zuge der Dorferneuerung in einigen Jahren geplant ist, soll das schnellstmöglich passieren. Während es sich in den kleineren Gemeinden um je eine Ladesäule handelt, sollen in den größeren Gemeinden zwei, in Pegnitz gar vier öffentliche Säulen entstehen.

Dazu kommt eine Säule in Aufseß, für die die Gemeinde auf eigene Faust Fördergelder beantragt hat, sowie mindestens vier Säulen in Bischofsgrün, Mehlmeisel, Warmensteinach und Fichtelberg, wo man auch ein eigenes, gemeinsames E-Mobilitätskonzept verfolgt. Doch damit nicht genug. In acht weiteren Gemeinden wollen Unternehmen dafür sorgen, dass weitere Ladesäulen aufgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nämlich in Gesees, Plankenfels, Schnabelwaid, Creußen, Mistelgau, Pottenstein, Betzenstein und Plech.

Einige Gemeinden sehen keinen Bedarf

Dem Landratsamt noch keinen Bedarf gemeldet hat Rothammel zufolge nur die Stadt Hollfeld. Die Gemeinden Ahorntal, Glashütten, Haag, Hummeltal, Mistelbach, Prebitz und Weidenberg hätten gemeldet, dass sie derzeit keinen Bedarf sehen.

Viel Zeit haben die Kommunen nicht mehr, sich dem gemeinsamen Projekt doch noch anzuschließen. Die Förderanträge zur Finanzierung der Ladesäulen müssen bis Ende des Monats gestellt werden. Rothammel rechnet aber damit, dass es in den nächsten Jahren weitere Förderprogramme geben wird. Was genau eine Ladesäule die Gemeinden kosten wird, könne Rothammel noch nicht sagen. Durch die Bündelung des Kreises könnten die Kommunen aber wohl mit günstigeren Angeboten rechnen, als üblich. Gefördert werden rund 40 Prozent der Nettokosten. Maximal sind das für eine Säule mit zwei Ladepunkten 6000 Euro für die Anschaffung sowie weitere 5000 Euro für den Aufbau.

Kritik an der Ladeleistung

Kritik zu den Plänen kommt von Werner Mildner, dem Kreisrat der SPD aus Pegnitz. Ladeleistungen von 22 Kilowatt, wie sie der Kreis jetzt bewerbe, seien schon bald nicht mehr zeitgemäß, sagt Mildner. Das volle Aufladen einer Autobatterie dauere damit mehrere Stunden. Mildner fordert, der Kreis solle mindestens 50 Kilowatt starke Ladesäulen anschaffen. Rothammel hingegen verteidigt das Vorgehen. Säulen mit stärkerer Ladeleistung seien um ein Vielfaches teurer. Zudem genüge es, eine Ergänzung zu den privaten Anschlüssen der Elektromobilfahrer zu schaffen. An den geplanten Säulen bekomme man innerhalb einer halben Stunde genügend Energie, um 50 bis 100 Kilometer weit zu fahren und damit von jedem Punkt des Landkreises aus nach Hause zu kommen.

So ist es in der Stadt

Die Stadt Bayreuth hat bereits im Frühjahr die Bezuschussung von sechs Ladesäulen im Stadtgebiet beantragt – darunter auch eine Schnellladesäule mit einer Ladeleistung von bis zu 50 Kilowatt. Auf Nachfrage heißt es, aktuell läge noch keine Information vor, ob die beantragten Ladesäulen auch tatsächlich alle gefördert würden.

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Kommentare

Im Landkreis Bayreuth gibt es natürlich noch keine elf Ladestellen. Mit Ausnahme von der in Waischenfeld, wo eine öffentliche zugängliche 2 x 22 kW Ladesäule steht, sind das überwiegend irgendwelche private Außen- oder Schukosteckdosen, die für Pedelecs gedacht sind und mit normalen E-Autos teilweise nichtmal funktionieren (z.B. Ahorntal).

An den von Tank & Rast installierten 4 Schnellladepunkten auf der Autobahnraststätte Fränkische Schweiz kann weder der Landkreis noch die Stadt Pegnitz etwas.

Ähnlich verhält es sich beim Landkreis Kulmbach zwar mit "seinen" 4 Schnellladepunkten beim Autohof Himmelkron. Jedoch verfügt der Landkreis Kulmbach heute schon über weitere 24/7 öffentliche zugängliche Ladepunkte, nämlich je 2 x 22 kW in Himmelkron, Marktschorgast, Wirsberg, Marktleugast, und Thurnau. Private Ladestationen (auch solche mit richtigen Ladestationen) gibt es dort auch, die braucht man aber nicht zählen.

Fazit: derzeit steht es 10 : 2 für den Landkreis Kulmbach.
Eine ganze Latte Bayerischer Kommunen und Stadt-/Gemeindewerke haben zwischenzeitlich (Stand 12.10.17) übrigens Förderungsbewillungen für Ladeinfrastruktur erhalten - Bayreuth ist aber leider nicht dabei. Die Zahlen bedeuten förderungsbewilligte Normal- bzw. Schnellladepunkte. (Einzelfirmen weggelassen) Quelle: BMVI

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Allgäuer Überlandwerk Gesellschaft mit beschränkter Haftung 19 8
Bayernwerk AG 46 1
Berchtesgadener Bergbahn Aktiengesellschaft 2 0
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Energieversorgung Oberstdorf GmbH - EVO 8 0
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Gemeinde Aidhausen 2 0
Gemeinde Aiterhofen 2 0
Gemeinde Allershausen 2 0
Gemeinde Alteglofsheim 2 0
Gemeinde Altenstadt an der Waldnaab 2 0
Gemeinde Ampfing 2 0
Gemeinde Aufseß 2 0
Gemeinde Bayrischzell 2 0
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Gemeinde Egglkofen 2 0
Gemeinde Etzenricht 2 0
Gemeinde Fischbachau 2 0
Gemeinde Georgensgmünd 2 0
Gemeinde Heßdorf 4 0
Gemeinde Irchenrieth 2 0
Gemeinde Jandelsbrunn 2 0
Gemeinde Laberweinting 2 0
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Gemeinde Michelau i.OFr. 2 0
Gemeinde Miltach 2 0
Gemeinde Moosthenning 2 0
Gemeinde Neuburg am Inn 2 0
Gemeinde Obertraubling 2 0
Gemeinde Otterfing 2 0
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Gemeinde Rohrbach a.d.Ilm 2 0
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Gemeinde Saaldorf-Surheim 4 0
Gemeinde Salching 2 0
Gemeinde Schaufling 2 0
Gemeinde Schönau am Königssee 2 0
Gemeinde Schwarzenbach 2 0
Gemeinde Stegaurach 1 0
Gemeinde Stephanskirchen 2 0
Gemeinde Sulzfeld im Grabfeld 4 0
Gemeinde Thyrnau 2 0
Gemeinde Trabitz 2 0
Gemeinde Trebgast 2 0
Gemeinde Treffelstein 2 0
Gemeinde Urspringen 4 0
Gemeinde Waffenbrunn 2 0
Gemeinde Zachenberg 2 0
Gemeindewerke Cadolzburg 7 0
Gemeindewerke Markt Lichtenau 2 0
Höchstadt a.d.Aisch 5 1
Hotel und Landgasthof Altwirt GmbH 2 0
infra fürth gmbh 18 0
Karl Bachl Autohaus GmbH & Co KG 1 1
Kliniken Nordoberpfalz AG 2 0
Kommunalunternehmen Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken 10 0
Kommunalunternehmen Petershausen 4 0
Kommune Tiefenbach 2 0
Kultur- & Spa-Hotel dasGÖTZFRIED 2 0
Landkreis Kronach 9 1
Landkreis Mühldorf 2 0
Landratsamt Rhön-Grabfeld 0 3
Lechwerke AG 115 19
MARC AUREL Hotel GmbH & Co. KG 2 0
Markt Altomünster 2 0
Markt Arnstorf 2 0
Markt Bruck i.d. Opf. 2 0
Markt Eichendorf 2 0
Markt Eslarn 2 0
Markt Geisenhausen 6 0
Markt Kleinwallstadt 4 0
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Markt Prien am Chiemsee 8 0
Markt Schliersee 1 1
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Markt Waldthurn 2 0
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Markt Wartenberg 2 0
Markt Wilhermsdorf 0 2
Markt Wolnzach 2 0
Marktgemeinde Scheidegg 4 4
Martin Mühlbauer e.K. 2 0
Möbel Wanninger e.K., Inh. Franz Wanninger 4 0
Möbelhof Ingolstadt GmbH & Co. KG 2 0
Möbelhof Parsberg GmbH 2 0
Müller-Mühle GmbH & Co. KG 2 0
N-ERGIE Aktiengesellschaft 84 0
Reisbach 2 0
Sortimo International GmbH 0 60
Stadt Altötting 2 0
Stadt Bad Griesbach i. Rottal 2 0
Stadt Bad Staffelstein 2 0
Stadt Beilngries 6 0
Stadt Burghausen 31 1
Stadt Burglengenfeld 4 0
Stadt Freilassing 2 0
Stadt Grafenwöhr 2 0
Stadt Langenzenn - Stadtwerke 4 2
Stadt Maxhütte-Haidhof 4 0
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Stadt Moosburg 4 0
Stadt Nabburg 2 0
Stadt Naila 2 0
Stadt Neumarkt-Sankt Veit 2 0
Stadt Oberviechtach 2 0
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Stadt Pfreimd 2 0
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Stadt Schrobenhausen 4 2
Stadt Schwandorf 2 0
Stadt Teublitz 4 0
Stadt Velburg 2 0
Stadt Waldershof 2 0
Stadt Windischeschenbach 2 0
Stadt Wolfratshausen 2 0
Stadtwerke Dinkelsbühl 2 0
Stadtwerke Ebermannstadt Versorgungsbetriebe GmbH 16 0
Stadtwerke Kulmbach 2 0
Stadtwerke Landshut 0 7
Stadtwerke Lindau (B) GmbH & Co. KG 29 1
Stadtwerke Neustadt a. d. Aisch GmbH 4 0
Stadtwerke Stein GmbH & Co. KG 10 0
Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH 2 2
Stadtwerke Würzburg Aktiengesellschaft 30 0
Stromnetz Kulmbach GmbH & Co. KG 2 0
Danke für diese umfassende Information.
Ja, die Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Bayreuth scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, dass ein Paradigmenwechsel in der Automobiltechnik bevorsteht. Auch der Kurier beschreibt in seinen Samstagsausgaben immer nur neue Autos mit Verbrennungsmotoren im obersten Leistungsbereich, besonders natürlich SUV. Warum nicht auch mal neue E-Mobile, es gibt ja ach schon deutsche Entwicklungen. In meinem letzten Urlaub in Norwegen wurde mir klar, wie es auch anders sein könnte. Dort gibt es in den kleinsten Gemeinden spezielle Parkplätze mit Stromanschlüssen. Man sah auch viele E-Autos im Straßenverkehr. Wir schätzten aufgrund unserer Beobachtung, dass ca. 1/4 der Autos auf den Straßen E-Antrieb hatten.
Warum sind wir Deutschen bei neuen Entwicklungen ( Glasfaser-Kabel, E-Mobile) so zurückhaltend?
Hallo,
Ladestationen hin oder her, warum brauchen wir Elektro. Wegen
der Umwelt? Dann könnten wir doch alle mit Gas fahren. Ja aber
Das ist ja so unpraktisch das sich das keiner mehr einbauen lässt.
Und viele Tankstellen haben ihr Gasterminal wieder abgebaut.
Jetzt probieren wir Strom. Und weil das noch unpraktischer und
überhaupt nicht lukrativ ist müssen die Gemeinden jetzt Ladestationen bauen. Natürlich solche die das Netz so dermasen
belasten das die Netzbetreiber beim Anstecken ca.den Bedarf
von 15 Haushalten bereitstellen müssen.

Welche Lösung schlagen sie, jhaecker, denn vor, um den Verkehr langfristig auch in Ballungszentren für die Menschen verträglich zu machen, das Klimaproblem zu verringern und die endlichen fossilen Energieträger zu vermeiden?
Dabei muss man schon bedenken, dass der Elektroantrieb für lange Zeit nicht alles leisten kann. Aber die Alternativen gibt es schon jetzt in der Form von Gasmotoren, sei es mit Erdgas, Wasserstoff oder Power-to-Gas, also solar erzeugtes "Erdgas". Für Letzteres gäbe es schon ein umfassendes Speicher- und Verteilernetz. Ich meine, dass alle unterschiedlichen Methoden ihre spezifisches Stärken haben, dass also der Verbrennungsmotor für Benzin oder Diesel durch viele andere Alternativen ersetzt werden kann.