Neue Kämmerin fühlt sich richtig wohl

So soll, ja so muss es aus Sicht von Bürgermeister Edmund Pirkelmann auch sein. Klar, Waischenfeld ist eine kleine Kommune – aber das Finanzwesen der Stadt ein durchaus komplexes Feld. Vor allem dann, wenn wieder einmal ein Antrag auf Stabilisierungshilfe durch den Freistaat ansteht. Den stellt die Gemeinde seit 2013. Und das durch die Bank mit Erfolg. 3,2 Millionen Euro flossen aus diesem Topf bisher in den beschaulichen Ort in der Fränkischen Schweiz. „Ein paar Wochen sitzt man da schon dran“, sagt Marianne Wehrl. Das koste auch die eine oder andere Überstunde, bis alles passt. Und es hat immer gepasst, lobt Pirkelmann die 63-Jährige, die seit 2004 für die Kämmerei zuständig war. Denn: Die Anträge gingen immer ohne Beanstandungen durch, kein einziges Mal musste nachgebessert werden.

Nicht ins kalte Wasser

Für Petra Hauenstein (48) ist das Neuland. Vieles zumindest. Daher ist sie froh, nicht einfach ins kalte Wasser geworfen zu werden, wie das andernorts oft üblich sei: „Diese ausführliche Einarbeitung ist super, Marianne Wehrl macht das ganz toll.“ Überhaupt fühle sie sich „einfach rundum wohl“ in ihrer neuen Umgebung, sei von allen Mitarbeitern im Rathaus herzlich aufgenommen worden.

Sehr gutes Arbeitsklima

Für Bürgermeister Pirkelmann ein Beleg dafür, dass die Chemie stimmt in der Verwaltung, dass ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht. Das sei auch immer sein Ziel gewesen, dafür müsse man den Beschäftigten aber eben auch die nötigen Freiräume lassen. Und: „Man muss sie selbstständig arbeiten lassen, das bewährt sich.“ Das ist nicht gespielt: Petra Hauenstein, gebürtige Ahorntalerin, freut sich darüber, jetzt Mitglied dieses Teams zu sein. Und es ist ja auch nicht so, dass sie völlig unbeleckt an ihre neue Aufgabe herangeht. Ganz im Gegenteil. Sie ist eine echte Fachkraft, betont auch Pirkelmann. War sie doch 21 Jahre lang in der Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach tätig. Zuerst in der Kassen-, dann in der Finanzverwaltung.

Verheiratet, zwei Kinder

Danach wechselte die verheiratete Mutter von zwei Kindern an die Universität in Bayreuth - „in die Abteilung für steuerliche Angelegenheiten“. Als die Stellenanzeige der Stadt Waischenfeld für die Neubesetzung der Kämmereistelle las, dachte sie sich: „Das könnte etwas für mich sein, das probiere ich, da bewerbe ich mich.“ Bereut hat sie diesen Schritt noch zu keiner Minute. Auch weil die Kommune so vielfältig sei, gerade im Bereich Tourismus: „Das war jetzt in Mistelbach eher kein Thema, auch das ist neu für mich.“

Öffentlicher Dienst oft nicht respektiert

21 Jahre ist Petra Hauenstein im öffentlichen Dienst beschäftigt. Dafür wurde sie jetzt im Beisein nahezu der gesamten Rathausbelegschaft von Bürgermeister Pirkelmann geehrt. Mit einer Urkunde, mit einem Blumenstrauß, mit einem Präsent der Mitarbeiter, das Verwaltungsleiter Alexander Dressel überreicht. Öffentlicher Dienst – für viele ein Reizwort, so Pirkelmann. Das wüssten vor allem die Männer vom Bauhof: „Schnauft da mal einer durch, heißt es gleich, der steht nur rum.“ Stehe auf einem Schreibtisch im Rathaus eine Tasse Kaffee, heiße es gleich, „die trinken den ganzen Tag nur Kaffee“. Das sei ungerecht, das werde der Leistung nicht gerecht.

Marianne Wehrl macht auf Oma

Und was macht Marianne Wehrl künftig? Wandern, Radfahren. Und sich dem „Oma-Dasein“ widmen. Was automatisch mit einer gewissen Reiseaktivität verbunden ist – denn ihr Enkel wohnt in Berlin. „Langweilig wird es mir sicher nicht“, sagt sie. Und fügt auf Nachfrage von Alexander Dressel hinzu: Natürlich werde sie in der Weihnachtszeit in bewährter Manier auch künftig ihre selbst gebackenen Plätzchen im Rathaus vorbeibringen.

Langzeitwissen braucht Zeit

So weit ist Petra Hauenstein noch nicht. Sie will jetzt erst einmal das Langzeitwissen ihrer Vorgängerin aneignen, um sich den „oft ganz speziellen Verhältnissen vor allem in den Ortsteilen“ vertraut zu machen. Ehe sie dann ihren ersten Haushaltsplan für die Stadt Waischenfeld erstellt.

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