Nationalspieler bleibt Tiger

„Es gab einige Angebote“, wird Stas in einer Mitteilung zitiert. „Aber insgesamt stimmt das Gesamtpaket in Bayreuth – und dies kann ich nach der ersten Saison ganz gut beurteilen. Zudem haben sich die Verantwortlichen sehr um mich bemüht, was einen gewissen Eindruck hinterlässt.“

Die Bemühungen hat die sportliche Leitung der Tigers aber wohl erst in der zweiten Hälfte der Vorsaison intensiviert. Denn nach seinem Wechsel vom DEL-Verein Grizzlys Wolfsburg hatte Stas einen schwierigen Start in Bayreuth. Von Verletzungen geplagt, war der 25-Jährige zu Saisonbeginn nicht die erhoffte Verstärkung. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um zu meiner Form zu finden und bin am Ende froh, dass ich meinen Beitrag zur erfolgreichen Saison leisten konnte“, sagt Stas, der auch das Vertrauen des Trainers für seine Leistungssteigerung verantwortlich macht.

Und Coach Sergej Waßmiller sollte Recht behalten: Je länger die Saison dauerte, um so mehr spielte sich Stas in den Vordergrund. Er fand über den Kampf ins Spiel und zeichnete sich immer wieder durch sein robustes Zweikampfverhalten aus. Mit seiner Lauf- und Einsatzfreude riss er oft Lücken für seine Reihenkollegen.

Stas überzeugt in Endphase der Saison

Und in der wichtigsten Saisonphase – am Ende der Hauptrunde und in den Playoffs – war er unumstrittener Leistungsträger und empfahl sich auch als Mittelstürmer in der ersten Reihe für eine Vertragsverlängerung. Die Saisonbilanz des gebürtigen Weißrussen mit deutschem Pass: 49 Spiele, 10 Treffer, 18 Vorlagen und 85 Strafminuten.

Hätte er nicht im Playoff-Viertelfinale drei von fünf Partien gegen die Bietigheim Steelers krankheitsbedingt verpasst, es wäre wohl der eine oder andere Scorerpunkt mehr dazu gekommen.

Doch seine persönliche Statistik stellt Sergej Stas sowieso hinten an: „Es war für das Team und den kompletten Verein schon großartig, was erreicht wurde. Man konnte im Vorfeld der Saison sicher nicht unbedingt erwarten, in die Pre-Playoffs und dann sogar in die Playoffs einzuziehen.“

Bei dem jungen Kader des EHC seien viele richtige Entscheidungen getroffen worden, der Charakter der Spieler habe gestimmt, und der Trainer habe die Mannschaft auf jeden Gegner hervorragend eingestellt.

Im erweiterten Nationalkader der Weißrussen

Und Stas erlebte nach Saisonende in der DEL2 einen weiteren Höhepunkt in seiner Karriere: Er wurde vor der Weltmeisterschaft in den erweiterten Kader der weißrussischen Nationalmannschaft berufen. „Es war klar, dass bei dem großen Kader immer wieder Spieler nach Hause müssen“, sagt Stas. „Ich konnte jedoch die gesamten vier Wochen mitmachen.“

Zum WM-Kader gehörte der Bayreuther Stürmer dann zwar nicht, doch allein die Vorbereitungsspiele waren für ihn etwas Besonderes. „Gegen Deutschland – wir konnten zudem auch noch gewinnen – habe ich viele bekannte Gesichter aus der DEL wieder gesehen. Eine super Erfahrung war auch das Spiel gegen die Schweden, die mit vielen NHL-Stars aufgelaufen sind. Aus solchen Spielen kann man nur lernen.“

Testspiel gegen Nürnberg Ice Tigers

Die Bayreuth Tigers gaben etwa drei Monate vor Saisonbeginn zudem ihr erstes Testspiel bekannt – und da wartet ein namhafter Gegner: der DEL-Halbfinalist Nürnberg Ice Tigers. Zum Duell mit dem Bayreuther Kooperationspartner kommt es am Sonntag, 3. September. Bully im Bayreuther Eisstadion ist um 18 Uhr.

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