Nachruf: Klaus Häring ist tot

Klaus Häring arbeitete als freier Grafiker und Illustrator und war ein "Wagner-Verrückter" im positiven Sinn. Häring, Jahrgang 1963, wurde in Münchberg geboren, wuchs in Bayreuth auf und beschäftigte sich schon als Kind mit dem Zeichnen. Nicht zuletzt wegen der Bildergeschichten und Comics von Micky Maus. Seine ersten Comic-Heftchen mit dem Titel „Ben und Edi“ schuf er in der zweiten Klasse. Später zeichnete er für die Schülerzeitung der Realschule. Nach dem Fachabitur studierte er Kommunikationsdesign in Würzburg und machte sich danach selbstständig.

Klaus Häring wurde in Bayreuth und Umgebung besonders durch seine Wagner-Cartoons bekannt. Während der Festspielzeit lud er immer wieder zu Ausstellungen mit seinen humorvollen Zeichnungen ein. Sie werden in diesem Jahr fehlen. Die Cartoons zu Wagner und seinen Musikdramen sind voller Witz und Tiefgang. Und sie zeugen davon, dass sich Häring intensiv mit Werk und Leben des Komponisten beschäftigt hat. Das Gute: Der Betrachter versteht die Zeichnungen, die es auch als Postkarten gibt, ganz ohne Wagner-Vorwissen. Und wer Häring kennt, kennt auch die kleine Gräte, die er in seinen Werken gern versteckt.

In Neudrossenfeld, wo Klaus Häring wohnte, im Ortsteil Pechgraben, war er regelmäßig Gast beim Drossenfelder Straßenfest. Dort fertigte er in Windeseile Karikaturen der Besucher an. Darin zeigte sich seine Kunst: Innerhalb weniger Sekunden bannte er mit schnellen Strichen die wichtigsten Charakteristika eines Menschen auf Papier.

Nicht nur die das Äußere, sondern genauso die innere Verfassung verstand er trefflich zu skizzieren. Verschmitzt und mit liebevoller Strenge arbeitete er die Eigenschaften einer Person heraus. Auch bei den Sommerkunstwochen in Kulmbach nahm Klaus Häring teil und führte Interessierte in die Kunst des Comic-Zeichnens ein. Zuletzt war es etwas still um den sonst so umtriebigen Zeichner geworden, der an einer schweren Krankheit litt.

Die Beerdigung findet am Montag, 19. März, um 13.30 Uhr auf dem Bayreuther Friedhof St. Johannis statt.

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