Nach dem "Gschmäckla" ein Maulkorb

Die Gräben im Heinersreuther Gemeinderat sind inzwischen sehr tief. Die Hintergründe vielfältig und auch sehr privater Natur.

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Jüngster Auslöser ist dritter Bürgermeister Jürgen Weigel, der bei der Jahresversammlung der SPD die Gemeindepolitik kritisiert. Vor allem den Stellenplan, der gegen die Stimmen der SPD beschlossen wurde. Hier sei "eine Vermischung von gemeindlichen Belangen und privaten Interessen nicht zu übersehen", zitiert Kirschner zum Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung aus einem Bericht im Kurier und hält gegen. Sie weist darauf hin, dass es trotz der Mehrausgaben Einsparungen im Personalbereich im Höhe von rund 40 000 Euro gebe. Die Erhöhungen "machen im Geldbeutel, je nach Steuerklasse, im besten Fall geschätzt um die 25 Euro aus", verdeutlicht Kirschner den Umfang für die einzelnen Mitarbeiter.

Private Interessen berührt

Weigel - sichtlich überrascht - betont in seiner Erwiderung, dass er von Leuten angesprochen worden sei, weshalb sich Heinersreuth "den bestbezahlten Bauhof im Landkreis" leiste. Und: "Man weiß ja, dass private Interessen der Bürgermeisterin berührt sind. A weng a Gschmäckla ist schon dabei. Wie jeder Bürger das liest, bleibt ihm selbst überlassen."

Damit beendet Kirschner die Debatte und lässt einen sichtlich erzürnten Hans Dötsch, SPD, nicht mehr zu Wort kommen. Weigels Stellungnahme werde im Gemeindeblatt abgedruckt, verspricht Kirschner. "Darauf haben unsere Bürger ein Recht."

"Er ist nur Gemeinderat"

Warum sie Dötsch nicht mehr zu Wort kommen ließ, begründet Kirschner mit der Gemeindeordnung. Sie habe vorher gefragt, ob es noch Redebeiträge gebe, und das sei nicht der Fall gewesen. Und: "Dötsch vergisst manchmal, wer er ist. Er ist nur Gemeinderat."

"Will nicht daran rütteln"

Den Vorwurf, dass der Bauhofleiter extrem hoch eingestuft sei, räumt auch Kirschner ein. "Aber das ist nicht zu meiner Zeit passiert. Und ich will auch nicht daran rütteln, denn das wäre demotivierend." Die Einsparungen für die Gemeinde seien trotzdem gelungen durch den kompletten Verzicht auf einen Kredit und die Streichung der Stelle des Verwaltungsleiters. "Für mich ist es wichtig, die Leute da einzusetzen, wo es ihnen Spaß macht, dann sind sie motivierter," sagt Kirschner. Und private und dienstliche Interessen könne sie sehr wohl auseinanderhalten. "Das ist alles sehr gut getrennt."

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Kommentare

Schade, kaum verpasse ich eine Gemeinderatssitzung als Gast, geht es richtig rund. Ich finde es nicht gut, wenn die SPD Behauptungen in den Raum stellt, ohne sie zu begründen. Lässt sich nur unter dem Begriff "Wahlkampf" einordnen.
Ich stelle nach dem Lesen des Berichtes kein Gschmäckla fest, nur eine völlig unentspannte SPD, die die Bürgermeisterwahl verloren hat. (Kommt mir in einer anderen Parteienkonstellation aus dem Stadtgebiet sehr bekannt vo)

Überdies gehört es laut NK seit vielen Jahren zum guten Ton, dass die Bayreuther Stadträte keine Leserbriefe schreiben sollen, wa ja ok ist. Diese Regelung scheint jedoch für Gemeinderäte in Heinersreuth überhaupt nicht zu gelten. Gerade der Altbürgermeister kommt sehr oft auf den Leserbriefseiten zu Wort.

Stephan Müller

Nicht nur die SPD ist unentspannt. Vor allem Herr Dötsch hat seine Niederlage bis heute nicht verkraftet und versucht nun Frau Kirschner wo es geht eines rein zu würgen. Ihm sollte man einen Maulkorb verpassen. Wenn bei der nächsten Gemeindewahl die SPD noch weiter abstürzt erinnert sie sich hoffentlich wem sie das zu verdanken hat!!!
Genau so sieht es aus Herr Müller. Herr Dötsch sollte endlich auch mal aktzeptieren, dass er KEIN Bürgermeister mehr ist. Ständig meint er mittels Leserbriefe hier die kleine und die große Politik mitbestimmen zu müssen. Das nervt langsam!!!
Weigel sei also angeblich von Leuten angesprochen worden, weshalb sich Heinersreuth den bestbezahlten Bauhof im Landkreis leiste.
Was diese Leute so alles wissen...
Jämmerliche und bemitleidenswerte Truppe, die Fundamentaloppositionellen!
Liebe Heinersreuther SPD:
Schickt den Dötsch in Rente und schwimmt euch frei!
Lasst euch nicht länger vor den Dötsch seinen Karren spannen.


In der Eile hab' ich doch glatt ein Attribut vergessen:
"Ekelhaft"
Zugegeben, wer in der Öffentlichkeit steht, muss einiges aushalten.
Zwischen Kindergarten und Gemeinderat sollte der Wähler jedoch zweifelsfrei unterscheiden können.

In den Gemeinde-"Räten" in Fichtelberg und Heinersreuth scheint es ja lustig zuzugehen .... wen man die Internetseiten des NBK so liest. Wie sit das den so in den anderen Gemeinden des LKR Bt. ?
Wenn es an Ideen für konstruktive Vorschläge fehlt, dann kommen die Nicklichkeiten zum Tragen - eben Wahlkampf
Wenn das Wahlkampf sein soll...
Die Provinzsozis wissen halt in ihrer Elegie nicht, wie sie's anstellen sollen.
Dass das Thema aufs Tapet kommen würde, war ja klar, andernfalls wären sie ja geplatzt.
Haben's halt vergeigt - wie's zu erwarten war
"Dötsch vergisst manchmal, wer er ist. Er ist nur Gemeinderat" Das vergisst Herr Dötsch sicher nicht, die Wahlniederlage nagt jede Sekunde an seinem Ego. Nur so lässt sich sein Verhalten schlüssig erklären. Peinlich für einen erwachsenen Mann...