Modellflugzeug schuld an Stromausfall

Der Vorfall ereignete sich am Montagnachmittag um 15.24 Uhr zwischen Schöchleins und Wohnsgehaig. Er sorgte im Netz der Stadtwerke Bayreuth im Bereich Mistelgau und Eckersdorf für einen Stromausfall, wie die Stadtwerke am Dienstag mitteilen.

Als die Techniker ankamen, war der Mann weg

Eine Zeugin gab an, zuerst einen Feuerball gesehen zu haben und anschließend zwei flüchtende Männer.  Als die Techniker der Stadtwerke Bayreuth am Unfallort ankamen, fanden sie lediglich geschmolzene Kunststoffteile am Boden vor.

Zunächst hatten die Stadtwerke mitgeteilt, dass ein Gleitschirmflieger in die Leitung geflogen war. Das rief Wolfgang Huberth aus Wohnsgehaig auf den Plan. Er ist der zuständige Luftaufsichtsberechtigte für das Fluggebiet rund um die Neubürg, der über den deutschen Hängegleiterverband berufen wird.

Neue Zeugin, neue Information

Nachdem Wolfgang Huberth erfuhr, dass ein Gleitschirmflieger in die Stromleitung geflogen und dann abgehauen sein sollte, versuchte er, mehr darüber zu erfahren. "Ich habe aber nichts herausgefunden", berichtet er dem Kurier. Dann erfuhr er von einer Zeugin aus dem Ort, die ein Modellflugzeug beobachtet haben wollte.

Verursacher hat sich gemeldet

Am Mittwoch rief Wolfgang Huberth deswegen bei den Stadtwerken an. Am Nachmittag bekam er die Bestätigung, dass ein Modellflugzeug den Schaden verursacht hatte. "Der Verursacher hat sich mittlerweile gemeldet. Es ist niemandem etwas passiert und niemand wurde verletzt."

Klaus Markolf, Leiter Netzmanagement, bestätigt das Missverständnis gegenüber dem Kurier. "Das wurde unseren Experten vor Ort so zugestragen. An dem Brandfleck am Boden und dem geschmolzenen Kunststoff war vermutlich nicht genau zu erkennen, was das war." Zeugen vor Ort hätten ein fliegendes Teil wahrgenommen. Wer den Schluss gezogen hatte, dass es ein Gleitschirm gewesen sein muss, könne er im Nachhinein nicht mehr sagen.

Ärger bei den Gleitschirmfliegern

Für Huberth ist die falsche Erstinformation der Stadtwerke dennoch ärgerlich: "Wir versuchen,  unseren Sport sauber und naturverträglich auszuüben", sagt er. "Aber was negativ ist, bleibt in den Köpfen der Leute hängen."

Im Normalfall gebe es keine Probleme: "Keiner fliegt ohne den Pilotenschein, unsere Geräte sind immer geprüft, wir haben alle eine Haftpflichtversicherung." Gerade das letzte Argument sei wichtig: Denn besonders ärgerlich sei für die Gleitschirmflieger, dass es hieß, der Verursacher des Stromausfalls habe Fersengeld gegeben und sei abgehauen. "Das wäre bei einem von uns gar nicht nötig, weil wir alle versichert sind."

Ausfall auch in der Therme Obernsees

Der Stromausfall im Bereich Mistelgau und Eckersdorf war am Montag um 16.48 Uhr behoben. Die beschädigte Stromleitung wird im Laufe der Woche repariert werden, teilten die Stadtwerke mit.

Als „sehr ärgerlich“ bezeichnete Betriebsleiter Uli Gesell von der Therme Obernsees den Stromausfall, von dem die Therme voll getroffen wurde. Bei Besuchern, die während des 35-minütigen Ausfalls die Therme verließen, war das Personal an der Kasse auf die ehrlichen Angaben angewiesen. Die Notstromaggregate für die technischen Anlagen, so für die wichtigen 24 Stunden laufenden Umwälzpumpen zur Wasseraufbereitung, schalteten sich zwar ein, halten aber auch nur eine begrenzte Zeit.
Die gerade im Bad auftretende Hollfelder Faschingsgesellschaft hatte eine mobile Anlage dabei, so dass sie ihren Auftritt fortsetzen konnte.

Im Mistelgauer Rathaus ging nichts mehr, ebenso beim gemeindlichen Kinderfasching im Feuerwehrhaus. 

red/dj/apa

Dieser Text wurde am Donnerstag, 2. März, akualisiert.

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