Mit Schwimmtraining begann die DLRG

Die DLRG ist in der Felsenstadt Familiensache. „So wie alle ab einem gewissen Alter nach Trockau gehen, sind wir früher zur DLRG geströmt“, sagt Hans-Jürgen Arnold. Der 66-Jährige ist Gründungsmitglied, war von 1980 bis 2004 sogar Vorsitzender. Auch seine Frau Elfriede und sein Sohn Simon sind im Verein dabei.

Plätze sind heiß begehrt

„Schon als Kleinkind habe ich einen Schwimmkurs bei der DLRG gemacht“, erzählt der 25-jährige Simon Arnold. Heute gibt er selbst Kurse. Die Plätze sind heiß begehrt, immer montags von 18 bis 21 Uhr trifft man sich im Juramar. Die Warteliste ist lang.

Die Pottensteiner merken, dass das Gößweinsteiner Bad vor einigen Jahren geschlossen wurde. „Das Einzugsgebiet hat sich massiv vergrößert“, sagt Vorsitzender Joachim Linhardt. Wäre die Wasserwacht damals in Pottenstein gewesen, wären eben alle Wasserwachtler geworden. Vielleicht wäre die DLRG in der Felsenstadt nie gegründet worden, hätte es Werner Fankow nicht gegeben. 1962 verbrachte der Hamburger seinen Sommerurlaub in Pottenstein.

Grundlagen der Wasserrettung

Im Felsenschwimmbad kam er mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt. Er lehrte sie das Schwimmen und brachte ihnen die Grundlagen der Wasserrettung bei. Um die 50 Schwimmscheine und 14 Rettungsscheine standen am Ende seines Urlaubs. Im Jahr darauf kam Fankow wieder und bildete erneut viele junge Leute zu Schwimmern und Rettungsschwimmern aus.

1964 dann wurde Pottenstein zum Stützpunkt der DLRG Erlangen. 16 Mitglieder waren es bei der Gründung, die Leitung des Stützpunktes übernahm Hans-Jürgen Wächter. Ein Jahr später war die Zahl der Mitglieder auf 60 angewachsen. Am 6. Mai 1967 schließlich wurde eine eigene DLRG-Ortsgruppe gegründet, Fritz Wächter wurde deren Vorsitzender.

DLRG hat 280 Mitglieder

Heute hat die DLRG Pottenstein um die 280 Mitglieder. Über die Jahre gesehen kletterte die Mitgliederkurve stetig nach oben. Nur seit 2012 gibt es einen kleinen Einbruch. Nachwuchssorgen sind zwar da, aber die sind nicht besonders groß.

„Ab einem gewissen Alter sind die Interessen woanders. Wenn die Kinder dann selbst Kinder haben, kommen sie aber zurück zum Verein“, sagt Hans-Jürgen Arnold. Wenn die Stadt den Verein braucht, dann ist er da, sagt der Vorsitzende Linhardt. Im Juramar und Felsenbad hilft die DLRG in Sachen Aufsicht aus, sie beteiligt sich am Ferienprogramm der Stadt und an Bachputzaktionen, veranstaltet ein Zeltlager, kümmert sich um die Schwimmausbildung und stellt die Aufsicht beim 24-Stunden-Schwimmen im Juramar.

Im Freibad aufgewachsen

Linhardt ist seit 40 Jahren bei der Pottensteiner DLRG. „Unsere Generation ist damals im Freibad mit aufgewachsen“, sagt der 50-Jährige. Hans-Jürgen Arnold ergänzt: „Das Freibad war immer eine Anlaufstation, da hat man alle getroffen.“ Sohn Simon meint, den Verein machen auch die Freunde aus, die man dort findet. Natürlich sei es nicht immer nur Spaß, sich ehrenamtlich zu engagieren. Eineinhalb Jahre opferte er jedes Wochenende, um alle nötigen Kurse für den Lehrschein beisammen zu haben.

„Ausschlaggebend ist für mich das Wasser, ohne das geht bei mir nicht viel“, sagt Simon Arnold. Sein Kumpel und Jugendwart bei der DLRG, Sebastian Hofmann, ist seit 1996 dabei. Zu den Rettern kam er wegen einer Familienmitgliedschaft.

Festabend beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus

Erst wenn die Kinder 18 Jahre alt oder mit der Lehre fertig sind, müssen sie den vollen Mitgliedsbeitrag bezahlen. „Die ganze Familie ist in der DLRG. Das war so, das ist so“, sagt Sebastian Hofmann. Wasserwachtler — das ist man für Hans-Jürgen Arnold ein Leben lang. „Man hängt immer noch mit Herzblut dran, da tritt man nicht aus, wenn man so viel in einem Verein gemacht hat“, sagt er.

Am Samstag wird das Jubiläum der Pottensteiner DLRG groß gefeiert. Der Festabend beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus. Auf dem Programm stehen Grußworte von Bürgermeister Stefan Frühbeißer und Ehrengästen, ein Rückblick auf 50 Jahre Ortsverband Pottenstein und die Ehrung langjähriger DLRG-Mitglieder. Danach will man, begleitet von Unterhaltungsmusik, noch gemütlich beisammen sitzen.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06