Mit der App zum preiswerten Strom

EQ Energy heißt das 2011 gegründete Tochterunternehmen, mit dem Ispex sein Knowhow auch für den privaten Markt nutzbar gemacht hat. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Online-Plattform, auf die Makler zurückgreifen können, die kleinen Unternehmen oder Privatpersonen Strom- oder Gaslieferverträge vermitteln. Ein Bereich, bei dem es laut Stefan Arnold vor allem um den Preis geht.

Anbieterwechsel ist wie Zahnarzt

Aber macht man das nicht selber im Internet? "Manche schon", sagt Arnold, der als Ispex-Gründer dort Vorstandschef ist und bei EQ Energy zusammen mit Andreas Oswald die Geschäfte führt, aber: "Das Thema Energie und Wechsel des Anbieters ist für viele so ein bisschen wie Zahnarzt. Lieber nicht dran denken. Aber irgendwann sollte man sich halt doch mal damit beschäftigen. Und dann kann man sich eben wie bei Versicherungen von einem Makler helfen lassen, wenn man sich im Internet unsicher fühlt."

Zusammenarbeit mit 700 Maklern

Bundesweit 700 Makler sind mittlerweile an den Service von EQ Energy angeschlossen, und gerade nimmt ihre Zahl wieder spürbar zu. Was an der neuen App des Unternehmens und der damit verbundenen Kooperation mit dem großen Internet-Vergleichsportal Verivox liegt. Eine Kooperation, auf die Arnold durchaus stolz ist: "Die sind ja auf ihrem Gebiet einer der Großen. Dass sie also mit uns als erstem auf diese Art und Weise zusammenarbeiten, zeigt, dass auch wir einen Namen haben in der Branche." Die App bindet nun unter anderem den bislang nur online verfügbaren Verivox-Tarifrechner ein und kann von den Maklern vor Ort deutlich bequemer genutzt werden. Kommt es zu einem Abschluss, geht ein Teil der Provision an EQ Energy.

Software wird selbst entwickelt

Diese und viele weitere Softwarelösungen werden dabei von den Bayreuthern selbst entwickelt - fünf der insgesamt gut 40 Mitarbeiter der Ispex AG und ihrer Töchter beschäftigen sich nur damit. Sie haben zum Beispiel auch eine "kleine Thermografielösung" entwickelt, wie es Arnold nennt: Mit einem kleinen Kameraaufsatz fürs Handy wird die Häuserfassade aufgenommen, energetische Schwachstellen lassen sich erkennen. "Das ersetzt keine professionelle Untersuchung", schränkt Arnold ein, "aber es kann aufzeigen, wo man mal genauer hinschauen sollte". Und es unterstreiche den Beratungsansatz, der bei Ispex und Co. verfolgt werde.

Umsatz legt stark zu

EQ Energy ist zuletzt derart gewachsen, dass das Geschäftsfeld mittlerweile größer ist als der eigentliche Kern. "Unser Umsatzwachstum auf in diesem Jahr wohl 7,5 Millionen Euro kommt vor allem aus diesem Bereich", sagt Arnold. Der 2006 gegründete Ursprung ist die Ispex AG mit ihren Services für größere und auch richtig große Firmen, wo Arnold sein Unternehmen deutschlandweit "unter den Top-3" sieht. Sogar ein Dax-Konzern gehört zu den Kunden der Bayreuther.

Plattform für Auktionen

Zum Service gehört dabei nicht nur die Bereitstellung von Plattformen, bei denen man entweder seinen Energiebedarf über Auktionen decken oder ihn für interessierte Lieferanten ausschreiben kann - gerade jetzt, wo der Preis an der Strombörse auch für Großkunden tendenziell wieder steigt. Vollautomatisch wird auch der gesamte Energiemarkt mit seinen mittlerweile rund 1100 Strom- und 800 Gaslieferanten beobachtet, "wobei die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht nur Unternehmen sondern auch den Maklern und damit auch den Privatleuten zugute kommen", sagt Arnold, und: "Man bekommt ein Gespür für seriöse Anbieter. Von unseren Kunden hat jedenfalls niemand einen Vertrag bei einem Anbieter unterschrieben, der später insolvent wurde. Der billigste Anbieter ist nicht immer der für den Kunden beste."

Strom für 500.000 Haushalte

Gerade im B2B-Bereich, also im Geschäft mit professionellen Kunden, komme es sowieso nicht nur auf den Preis an. Viele Firmen lassen sich auch und vor allem von Ispex beraten. Wann man seinen Strom einkauft, ob alles auf einmal oder in Tranchen zum Beispiel. Wie man sein Energiemanagement optimiert. Aber auch, wie man sich eine Förderung sichert oder gesetzliche Vorschriften erfüllt und damit Bußgelder vermeidet. "Viele Firmen wissen gar nicht, welche Fallstricke auf sie lauern - wir schon. Da geht der Vorteil deutlich über den reinen Strompreis hinaus", sagt Arnold. Wobei er eine Zahl dann doch nicht verschweigen will: Strom, der für die Versorgung von 500.000 Haushalten ausreichen würde, werde man dieses Jahr an Firmen vermitteln.

Ein typischer Ispex-Kunde hat Energiekosten von mehr als 250.000 Euro im Jahr. Da klafft zum Privatkunden eine ordentliche Lücke. Die Arnold künftig mit einer weiteren Tochterfirma schließen will. Damit Ispex auch den Gasthof, die Tankstelle oder den Bäcker um die Ecke erreicht.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06