Mit 28 Jahren Chefin im Seniorenamt

Etwas Besonderes sieht Vanessa König darin nicht: „Andere in meinem Alter sind in der Pflege tätig, ich eben in der Kommunalverwaltung. Meine Leidenschaft ist die Seniorenarbeit.“ Seit September war die Stelle der Amtsleiterin nach dem Ausscheiden von Udja Holschuh vakant. „Die Stadt suchte in ihrer Ausschreibung eine Gerontologin, wie Frau Holschuh das seit einigen Jahren war, und davon gibt es nicht allzu viele“, sagt König.

Die Oma im Heim

In das Fach kam die Oberpfälzerin über Umwege. Zunächst studierte sie in Erlangen Politikwissenschaft, nach dem Bachelor arbeitete sie in der Verwaltung des Max-Planck-Instituts im Personalwesen, leitete dann das International Office. Auch weil ihre Oma gerade ins Altenheim kam und sie selber dort viel ehrenamtliche Arbeit verrichtete, interessierte sie sich für das Thema Alter und begann ein Masterstudium Gerontologie. Sie nennt es einen Rundumschlag über medizinische, rechtliche, psychologische und soziale Aspekte des Altwerdens.

Viel aufzuholen

„Ich habe gemerkt, dass in Deutschland viel Aufholarbeit zu dem Thema zu leisten ist“, sagt sie dem Kurier. Sie arbeitete dann in der Verwaltung des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen in Erlangen, unter anderem war sie zuständig für ein Projekt zur Erkennung von Schmerzen bei Demenzpatienten, ehe sie sich bei der Stadt Bayreuth um die Anstellung bewarb.

„Kommunalverwaltung ist für mich etwas ganz Neues“, sagt König. Mit den Leuchtturmprojekten präventive Hausbesuche und mobile Seniorenberatung sei die Stadt, was die Altenarbeit betrifft, vorne mit dabei. Zehn Personen seien in diesem Bereich tätig. Und dass es ein eigenständiges Seniorenamt gebe, sei auch nicht in allen Städten selbstverständlich.

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