Misere der Tigers setzt sich fort

Erwartungsgemäß konnten die Bayreuther nur mit Mühe drei Angriffsreihen aufbieten, indem die etatmäßigen Verteidiger Felix Linden und Martin Heider als Stürmer aushalfen. Da Heider den ersten Gehversuch nach seiner Adduktorenverletzung aber bald wieder abbrechen musste, war auch dieses Konzept schon im ersten Drittel wieder hinfällig.

Zeitweise nur noch zehn Feldspieler

Im zweiten Abschnitt reduzierte sich die Zahl der verfügbaren Feldspieler sogar zeitweise bis auf zehn. Mathias Müller wurde nach einer Rauferei mit Dennis Palka ebenso wie sein Rivale für 14 Strafminuten aus dem Spiel genommen (32.), und Thomas Voronov schleppte sich mit einer möglicherweise schwerwiegenden Oberkörperverletzung in die Kabine, nachdem er nach korrektem Block eines Heilbronner Verteidigers unglücklich zu Boden gegangen war (36.).

Trotzdem nahmen die Tigers von Beginn an einen temporeichen Schlagabtausch an und hatten dabei zunächst sogar die Mehrzahl der insgesamt recht vielen Tormöglichkeiten. Vor allem die KGB-Reihe als einzige etatmäßige Formation prüfte bereits in den ersten fünf Minuten mehrfach den Heilbronner Torwart-Neuzugang Marcel Melichercik. Umso ärgerlicher war das gleich in mehrfacher Hinsicht unglückliche Gegentor zum 0:1: Unmittelbar zuvor hatten drei Bayreuther Schüsse innerhalb weniger Sekunden nur knapp das Tor verfehlt, und der Gegenzug durch Mark Heatley war von Marvin Neher eigentlich gut gestoppt worden. Die Scheibe landete jedoch genau im Lauf des nachrückenden Offensivverteidigers Jordan Heywood.

Die nur 50 Sekunden später folgende erste Unterzahlsituation überstanden die Bayreuther unbeschadet, aber dann handelten sie sich durch einen Fehler das 0:2 ein: Ein Fehlpass von Mathias Müller beim Aufbau eröffnete die Chance für den frei stehenden Heatley. Wertvoll für die Bayreuther Moral war es aber, dass sich die insgesamt in der Defensive anfällig wirkenden Gäste zwei Minuten vor der ersten Pause in ähnlicher Weise revanchierten: Yannick Drews nutzte einen missglückten Aufbau der Falken zu einem Treffer vom Bullypunkt.

Entscheidung nach zwei Dritteln gefallen

Eine Wende wäre jedoch allenfalls mit Vorteilen bei der Chancenverwertung möglich gewesen. Aber das Gegenteil war der Fall: Während die Heilbronner mit zwei Kontern durch Steilpässe auf 4:1 erhöhten, vergab Anthony Luciani dazwischen eine nahezu identische Chance zum möglichen 2:3-Anschluss (26.). Ein Weitschuss bei Überzahl von Felix Linden zum 2:4 weckte vielleicht noch einmal leise Hoffnungen bei den Tigers-Fans, aber spätestens mit dem 2:5 72 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels war die Partie entschieden.

Trainer Waßmiller dankt Fans für Verständnis

Im letzten Abschnitt bemühte sich das Miniteam der Tigers mit den letzten Kräften und dem Rückhalt des starken Torhüters Tomas Vosvrda um Schadensbegrenzung und hatte sogar noch vereinzelte Möglichkeiten. Allerdings gingen die Falken auch nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Werke. „Eine Chance hätten wir wohl nur gehabt, wenn wir in Führung gegangen wären, um dann defensiv und auf Konter zu spielen“, sagte Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. „Obwohl wir erneut einen möglicherweise langfristigen Ausfall verkraften mussten, haben Moral und Kampfgeist in meinem Team wieder bis zum Ende gestimmt. Ich danke den Fans für ihr Verständnis.“

Statistik

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Gerstung, Müller; Neher, Potac – Luciani, S. Busch, Heider; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Linden, Drews, Voronov.

Heilbronner Falken: Melichercik – Heywood, Kronthaler; Martens, Götz; Eckl – Alderson, Maylan, Ross; Helms, Heatley, Lavallee; Kirsch, Schlenker, Bernhardt; Palka, Gelke, Fink.

SR: Patrick Gogulla, Nicole Hertrich; Strafminuten: Bayreuth 8 plus 10 gegen Müller, Heilbronn 8 plus 10 gegen Palka; Zuschauer: 1461.

Tore: 0:1 (10.) Heywood (Helms, Heatley), 0:2 (15.) Heatley (Lavallee, Helms), 1:2 (19.) Drews (Linden, Bartosch), 1:3 (22.) Lavallee (Götz, Melichercik), 1:4 (27.) Kirsch (Martens), 2:4 (29.) Linden (S. Busch, Drews – 5 gegen 4), 2:5 (39.) Alderson (Maylan, Ross – 5 gegen 4).

3 (2 Stimmen)

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