Merk-Erbe: Wagner-Urenkelin nennt Rücktrittsforderung "unmöglich"

Für den CSU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und ehrenamtlichen Geschäftsführer der Richard-Wagner-Stipendienstiftung, Stefan Specht, ist klar, wo die Versäumnisse liegen: nicht bei Altoberbürgermeister Michael Hohl (CSU). „Dazu muss man sich einfach nur den zeitlichen Ablauf vor Augen halten“, sagt Specht.

Specht: Hohl konnte keine Verhandlungen mehr führen

Die erste konkrete Berechnung zu den Betriebskosten eines erweiterten Richard-Wagner-Museums habe wenige Wochen vor Ablauf von Hohls Amtszeit vorgelegen. „Konkrete Verhandlungen konnten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geführt werden.“ Das sei Aufgabe von Hohls Nachfolgerin Merk-Erbe gewesen.

Merk-Erbe bekam unterdessen Beistand aus der Familie Wagner: Daphne Wagner nannte die Rücktrittsforderung „unglaublich und unmöglich“: „Das hilft uns überhaupt nicht weiter. Für dieses Desaster kann Frau Merk-Erbe ja nun wirklich nichts“, sagte Wagner. „Die Frage nach der Finanzierung wurde immer und immer weiter aufgeschoben, das ist eindeutig und nachweislich das Versäumnis von Herrn Hohl.“

Daphne Wagner: Freistaat muss finanziell besser ausgestattet werden

Jeder andere, der nun das Amt des Geschäftsführers übernähme, säße zum jetzigen Zeitpunkt genauso in der Bredouille. „Das Problem lässt sich nur lösen, wenn die Stiftung finanziell besser ausgestattet wird“ – und hier liege die Entscheidung vornehmlich beim CSU-regierten Freistaat Bayern, so Wagner.

CSU-Fraktionschef Specht wies weiter darauf hin, dass ein Rücktritt von Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe als Geschäftsführerin der Richard-Wagner-Stiftung rechtlich durchaus möglich sei. Der Pressesprecher der Stadt Bayreuth, Joachim Oppold, bestätigt dies. Die Stiftung biete der Stadt die Geschäftsführung an. Die Stadt könne einen Geschäftsführer bestellen, wenn sie ihn auch bezahlt.

Dem widerspricht Armin Helbig, zuständig für die Stiftungsaufsicht der Richard-Wagner-Stiftung bei der Regierung von Oberfranken. Die Möglichkeit eines Rücktritts sehe die Satzung im Fall der Geschäftsführung durch den Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth nicht vor, sagte Helbig auf Anfrage. Zuständig für die Bestellung und Entlassung des Geschäftsführers sei der Vorstand der Stiftung.

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Kommentare

Hohl`s Gesicht!!!!
Es sprocht Bände...
Die Argumentation von Dr. Specht wird immer kurioser. Nun spricht er von Betriebskosten, die schon OB Hohl vorgelegt habe. Zahlen nennt er keine. Wenn schon eine „konkrete Berechnung zu den Betriebskosten“ existiert haben sollte, müsste es ja damals schon ein riesiges Defizit gegeben haben – unter OB Hohl! Wie hoch ist überhaupt das Loch, das gestopft werden muss, und wer hat die Betriebskosten errechnet? Die Betriebskostenrechnung zu erstellen war und ist eigentlich Aufgabe von Dr. Sven Friedrich, dem Direktor des Museums, dessen Name Herr Dr. Specht in auffallender Weise nie in den Mund nimmt.
Bravo, Daphne Wagner! Das war wichtig, dass sie gezeigt hat, wie schief die CSU die Situation darstellt. Man kann Frau OB Merk-Erbe nur wünschen, dass Sie die Nerven behält und sich nicht irre machen lässt. Es ist wirklich unglaublich, wie die Fakten verdreht werden.
Montag, 13. November 2017 - 11:06