Mehr Gewalt gegen oberfränkische Polizei

241 Mal, eine Steigerung um zehn Prozent, mussten sich Polizisten im Jahr 2016 von ihrem Gegenüber teilweise massive Beleidigungen anhören, berichtet die Polizei. Auch die Anzahl der Körperverletzungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34 auf 212 Taten. Verglichen mit dem Jahr 2010 entspricht der Stand bei den Beleidigungen nahezu einer Verdoppelung. Im Deliktsbereich „Widerstand“ registrierte die Polizei 91 Straftaten, eine Steigerung um sechs Fälle. 2016 mussten sich drei Personen wegen versuchten Tötungsdelikten gegen Polizeibeamte verantworten. Die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen sank um einen Fall auf 22 Straftaten.

Die meisten Angriffe auf Polizeibeamte ereignen sich im öffentlichen Raum, auf Straßen, Wegen und Plätzen. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr 2015 mit 250 Fällen erneut eine Steigerung, auf 292 Fälle, festzustellen. An privaten Örtlichkeiten, wie Wohn-, Haus- und Gartenbereich, blieb mit 116 Straftaten die Anzahl so gut wie gleich. Bei Vorfällen in Polizeidienststellen stieg die Zahl der Straftaten um drei. Der Anteil der Fälle in Gaststätten/Diskotheken stieg um fünf auf 18.
Nach wie vor kommt es zur Nachtzeit sowie am Wochenende zu den meisten Übergriffen auf Beamte, wie die Polizei aus ihren Daten berichtet.

Gewalt gegen Polizeibeamte steht in der Regel in unmittelbarem Zusammenhang mit polizeilichen Maßnahmen. Oftmals sind diese nur geringfügig, wie beispielsweise Identitätsfeststellungen oder Sachverhaltsklärungen. Dennoch werde den Beamten bereits hierbei immer öfter Respektlosigkeit und Aggression entgegengebracht. Die Übergriffe auf Polizeibeamtem, bei denen keine Maßnahme vorangegangen war, stiegen im Jahr 2016 wieder auf insgesamt 53 Fälle.

Bei den 604 registrierten Fällen im Zusammenhang mit Gewalt gegen Polizeibeamte im Jahr 2016 wurden 543 Tatverdächtige ermittelt. Von diesen Personen waren 472 männlich, 87 Prozent, 71 waren weiblich, 13 Prozent. Die Mehrzahl der Täter waren deutsche Staatsangehörige, 456 Personen, 84 Prozent.

Bei über dreiviertel der Täter, 417 Personen, stellte sich der Einfluss von berauschenden Mitteln heraus. 341 Mal, 81,8 Prozent, war dies Alkohol, der immer noch als Aggressionsverstärker Nummer 1 gilt. Drogen und Medikamente wurden in 35 Fällen festgestellt und 41 Mal konnte bei der Tatausführung sowohl Alkohol als auch Drogen und Medikamenten nachgewiesen werden.

 

Mit welcher Aggression und Gewaltbereitschaft oberfränkische Beamten konfrontiert werden, zeigte die statistische Auswertung auch für das Jahr 2016 wieder deutlich. In einem Fall stellten Polizisten eine Person mit einer scharfen Schusswaffe fest. Zwei Mal setzte das polizeiliche Gegenüber eine Hieb- oder Stichwaffen ein, zwei Mal drohte es damit und in einem Fall wurde eine derartige Waffe bei einer Person festgestellt. In 96 Fällen erfolgten die Übergriffe durch Schläge mit der Hand oder Faust und 116 Mal durch Treten. 16 Mal wurde ein Kopfstoß ausgeführt und in 22 Fällen wurden gegen die Beamten mit Beißen vorgegangen. Insgesamt setzten Personen in sieben Fällen Kraftfahrzeug gegen die Ordnungshüter ein. Im Jahr 2016 kam es zu drei versuchten Tötungsdelikten gegen Polizeibeamten.

red/mki

Nicht bewertet

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Kommentare

Wozu tragen Polizisten Waffen?
Ein Taser in Polizistenhand würde den Gewalttätern gleich welchen Geschlechts ( von den
5000 möglichen) sicherlich guttun.
"...über dreiviertel der Täter, 417 Personen, stellte sich der Einfluss von berauschenden Mitteln heraus. 341 Mal, 81,8 Prozent, war dies Alkohol, ...!
Frage: Hat das etwas mit der Bier- und Genussregion Oberfranken zu tun?
...aber wehe! Die Polizei wehrt sich! Dann spricht man von POLIZEIGEWALT!!!
Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch, zu wievielen rechtskräftigen Verurteilungen es für diese Widerstände kam. Daran ließe sich erkennen, ob die Justiz versucht, spürbar dagegen zu halten oder ob der Rechtsstaat auf Kapitulationskurs ist und die Anzeigen, wie so oft, für die "Ablage rund", sprich Papierkorb sind...