Meese inszeniert neuen "Parsifal"

Im nächsten Jahr stehen die Wiener Festwochen erstmals unter der Leitung von Tomas Zierhofer-Kin - und werden eine Oper uraufführen, wie die "Wiener Zeitung" berichtet. Das Festival wird im Theater an der Wien einen völlig neu komponierten "Parsifal" präsentieren. Partitur und Libretto stammen vom Österreicher Bernhard Lang, der unter anderem durch sein Musiktheaterwerk "I hate Mozart" von 2006 bekannt ist.

Spektakulär ist Entscheidung der Wiener Festwochen für den Regisseur zu nennen: Die Entscheidung fiel  auf Jonathan Meese. Er hätte heuer eigentlich Richard Wagners "Parsifal" in Bayreuth inszenieren sollen; die dortige Festspielleitung hatte sein Konzept aber als zu teuer abgelehnt.

 

Jonathan Meese, aufgenommen beim Literaturfestival 2015 in München. Video: Michael Weiser
 

Seither hat der Performance-Künstler immer wieder gegen Bayreuth polemisiert: Wagner dürfe niemals weichgespült werden, forderte er in einem Pamphlet und in einem vielbeachteten Auftritt beim Literaturfest in München und nannte sich selbst "Richard Wagners Bluthundbaby", "Parsifal" und "Ameise der Kunst".

Auch in einer Ausstellung in München hat sich Meese vor einem Jahr sehr kritisch und polemisch mit Bayreuth auseinandergesetzt. Den "Parsifal" wird in Bayreuth Uwe Eric Laufenberg inszenieren. Seine Bereitschaft als Einspringer hatte Laufenberg von Meese die Bezeichnung "Kameradenschwein" eingebracht. Auch für Festspielleiterin Katharina Wagner hatte Meese kein allzu gutes Wort mehr übrig.

Die Wiener Festwochen stehen heuer ein letztes Mal unter der Leitung von Markus Hinterhäuser; der künftige Chef Tomas Zierhofer-Kin hat bisher das experimentierfreudige Donaufestival in Krems geleitet.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06