Medi verliert und trifft auf Oldenburg

Für die Bayreuther gab es im letzten Punktspiel eine Niederlage, die aber kaum mehr als statistischen Wert hatte. Zwei Tage nach ihrem glänzenden 74:72-Sieg gegen Titelanwärter Bayern München, verlor die bereits als Tabellenvierter feststehende Überraschungsmannschaft der Saison das fränkische Derby in Würzburg mit 73:82 (38:31).

Viele Emotionen im Spiel

Obwohl die Partie für die Platzierung beider Mannschaften nicht mehr von Bedeutung war, wurde sie sehr intensiv geführt. Spätestens nach einer Rangelei mit je einem unsportlichen Foul auf beiden Seiten (15.) waren viele Emotionen im Spiel. Das führte über weite Strecken zu einem zerfahrenen Spielverlauf mit Unterbrechungen und Diskussionen, die eine Bruttospielzeit von zwei Stunden zur Folge hatten.

Selbst als längst alles entschieden war, gab es noch Reibereien: 17,8 Sekunden vor dem Ende sah man es im Bayreuther Lager offenbar nicht als feinen Zug an, dass Würzburgs Trainer Dirk Bauermann noch eine Auszeit nahm. Und als die Minute vorbei war, antwortete Medi-Coach Raoul Korner sofort seinerseits mit einer Auszeit. Außerdem gab es noch ein technisches Foul gegen die Würzburger Bank, das Kyan Anderson den Freiwurf zum Endstand bescherte.

Nach 17:4-Start lange in Führung

Wie in den meisten Fällen profitierte von den aufkommenden Emotionen eher die Heimmannschaft. Solange die Partie eher routinemäßig verlaufen war, hatten nämlich die Bayreuther das Geschehen sicher kontrolliert. Nach acht Minuten führten sie mit 17:4, wobei die beiden einzigen Würzburger Körbe aus einfachen Fastbreaks nach Bayreuther Fehlpässen zustande gekommen waren. Im Halbfeld waren die Würzburger bis dahin gegen die bewegliche und aggressive Zonenverteidigung der Gäste noch überhaupt nicht zum Zuge gekommen.

Auch bei Halbzeit wirkte die Bayreuther Führung noch souverän, obwohl die letzten fünf Punkte vor der Pause an Würzburg gegangen waren. Erst 9:2 Punkte zum 46:48 (27.) veränderten das Bild nachhaltiger, und beim 52:51 (28.) gingen die Gastgeber sogar erstmals in Führung. Die Bayreuther antworteten aber sofort mit fünf Punkten in Folge und lagen am Ende des dritten Viertels wieder mit 62:56 vorn.

Zwei Fouls in einer Aktion

Die letztlich entscheidende Wende vollzog sich zwischen der 32. und 35. Minute, als die Würzburger ihren 63:67-Rückstand mit einer 11:1-Serie in eine 74:68-Führung verwandelten. Dass es dann nicht einmal spannend blieb bis zum Schluss, lag an einem kuriosen Doppelfoul bei einer Restspielzeit von 1:42 Minuten: Jake Odum wurde beim Zug zum Korb erst von Kyan Anderson gefoult und einen Schritt später auch noch von De'Mon Brooks (sogar unsportlich) - und als der frühere Bayreuther Spielmacher alle vier Freiwürfe verwandelt hatte, stand es 80:70.

Medi-Trainer Raoul Korner konnte mit der Niederlage gelassen umgehen: "Mein voller Fokus liegt schon auf dem ersten Viertelfinalspiel gegen Oldenburg am Freitag. Ich möchte in keinster Weise die Leistung der Würzburger schmälern, aber das war bestimmt auch bei einigen meiner Spieler der Fall." Sorgen bereiten dürfte ihm beim Blick auf den Saisonhöhepunkt wohl weniger das Ergebnis, als eher die Probleme seines Teams beim Umgang mit den Emotionen, die in den Playoffs sicher kein geringerer Faktor werden. Zudem fehlt Topscorer Trey Lewis derzeit die Leichtigkeit, die ihn über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hat. Für seine elf Punkte benötigte er diesmal elf Würfe aus dem Feld (1/7 Dreier).

14 Punkte durch De'Mon Brooks

Der Ausfall des verletzten Andreas Seiferth wurde dagegen ähnlich gut kompensiert wie schon gegen München. Der nun mehr auf der Center-Position geforderte De'Mon Brooks zeichnete sich mit 14 Punkten erneut als Topscorer aus, und Assem Marei als einziger etatmäßiger Center kam trotz des einen oder anderen unglücklichen Abschlusses (2/7 Würfe) beinahe auf ein Double-Double (neun Punkte, zehn Rebounds). Die weiteren Punkte für Bayreuth sammelten Nate Linhart (12), Kyan Anderson (7), Steve Wachalski, David Gonzalvez (je 6), Robin Amaize (5) und Bastian Doreth (3).

Auf Würzburger Seite führte Lamonte Ulmer die Korbschützenliste mit 18 Punkten an vor Vincent Sanford (17), Maurice Stuckey (14), Jake Odum (12) und dem erst 20-jährigen Lukas Wank (9).

Nicht bewertet

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