Medi-Trainer stellt "Millionen-Euro-Frage"

Das Champions-League-Spiel gegen Estudiantes Madrid am Dienstag dieser Woche lieferte mit dem 2:17-Rückstand in der siebten Spielminute ein besonders krasses Beispiel – und ein besonders ärgerliches, denn bei einem Stand von 82:82 am Ende der regulären 40 Minuten hätte sich die 84:90-Niederlage nach Verlängerung möglicherweise schon mit einem geringfügig besseren Start vermeiden lassen.

Aber ein Sonderfall war es durchaus nicht. Auch in Oldenburg (2:12/3.) sowie gegen die Außenseiter Gießen (13:18/8.), Mitteldeutscher BC (12:19/7.) und in Bremerhaven (22:29 nach dem ersten Viertel) musste das Medi-Team eine aufwendige Aufholjagd hinlegen. In diesen Fällen reichte es dann noch zum Sieg, wie sogar auch nach dem besonders schwachen ersten Viertel im polnischen Radom (16:33), aber gegen Jena, in Frankfurt und nun gegen Madrid eben nicht.

Alles kommt auf den Prüfstand

Sind das lauter Einzelfälle, oder gibt es eine gemeinsame Ursache, die man dann auch grundsätzlich beheben könnte? „Das ist die Millionen-Euro-Frage“, sagt Raoul Korner. „Ich kann sie im Moment nicht beantworten. Es gab ja auch das Spiel gegen Straßburg, in dem wir vom ersten Moment an voll da waren.“ Die Ursachenforschung sei aber tatsächlich gerade intern ein Thema: „Es soll alles auf den Prüfstand kommen – vom Aufwärmprogramm bis zur Startformation. Da wollen wir jeden Stein umdrehen.“

Nahe liegend erscheint der Verdacht, dass der ungewohnte Spielrhythmus durch die zusätzlichen internationalen Einsätze zu wenig Zeit lässt für die Vorbereitung auf den jeweils nächsten Gegner: „Das ist gut möglich“, sagt Korner. „Ich weiß aus Gesprächen mit den Oldenburgern, dass es dort so ist. Da gibt es durchaus Parallelen. Aber wenn das der Grund ist, dann müssen doch alle international beschäftigen Mannschaften davon betroffen sein.“ Sicher sei derzeit nur, dass es ein Problem gibt, und dass es behoben werden muss: „Wir können nicht jedes Mal eine 20-Punkte-Hypothek aufnehmen. Das geht nicht immer gut, und es geht an die Substanz.“

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