Medi-Test gegen Zweitliga-Neuling

Eine entsprechende Steigerung will Medi-Trainer Raoul Korner auch von seiner Mannschaft sehen: „Wir haben im Trainingslager gute Fortschritte gemacht, sowohl spielerisch als auch bei der Integration der Neuzugänge. Wir treten jetzt schon mehr als Einheit auf.“ Der 84:83-Sieg bei der Heimreise aus Innsbruck in Ulm habe das schon bestätigt, aber so müsse es nun auch weitergehen: „Das war ein klarer Schritt nach vorn, aber jetzt erwarte ich den nächsten. Es gilt, in jedem Spiel etwas besser zu werden.“

Erster Einsatz für Bastian Doreth

Eine Hilfe dürfte dabei der Einsatz von Kapitän Bastian Doreth sein, der als letzter Spieler aus dem EM-Aufgebot der Nationalmannschaft gestrichen worden ist und daher nun sein Saisondebüt im Medi-Team geben kann. „Mit ihm werden wir schon tiefer“, sagt Korner, der bisher nur mit sieben Leistungsträgern arbeiten konnte. Eine schnelle Integration des Spielmachers sei kein großes Problem: „Wir haben taktisch noch nichts Neues gemacht. Es geht noch darum, die derzeit verfügbaren Neuzugänge auf den Stand vom Ende der vergangenen Saison zu bringen. Erst wenn Ende nächster Woche auch John Cox dabei ist, werden wir gemeinsam alles Neue erarbeiten.“

Die Spielweise des Gegners ist für Korner bei den Tests kein Thema: „Das spielt gar keine Rolle. Damit habe ich mich auch vor dem Spiel in Ulm nicht befasst.“ Aus dem Kader von PS Karlsruhe fällt ihm spontan vor allem ein Name ein: „Mit Maurice Pluskota ist ein Spieler aus meiner Zeit in Braunschweig dabei. Ich freue mich darauf, ihn zu sehen.“

Tatsächlich markieren die PS Karlsruhe Lions einen relativ neuen Punkt auf der Basketball-Landkarte. Vor drei Jahren spielten sie noch in der 2. Regionalliga. Dann folgte ein beeindruckender Durchmarsch durch die 1. Regionalliga (Saison 2015/16) in die Pro B, und auch dort beendeten die Badener die Hauptrunde 2016/17 als Tabellenerster. Zwar ging das Playoff-Finale gegen die Weißenhorn Youngstars knapp verloren, aber der nächste Aufstieg war dennoch geschafft.

Ehemaliger Bayreuther als Manager und Abteilungsleiter

Ein Ex-Bayreuther hat dazu beigetragen, dass der Verein damit endgültig aus dem Schatten des ehemaligen Erstligisten BG Karlsruhe herausgetreten ist: Danijel Ljubic, der zwischen 2000 und 2002 für den BBC Bayreuth in der damaligen 2. Liga Süd spielte, hat als Manager und Abteilungsleiter die sportlichen Fäden in der Hand.

Der Aufsteiger geht seine Zweitliga-Premiere mit einem neuen Trainer an: Der kroatische Meistercoach Aleksandar Scepanovic arbeitet nun als Assistent von Igor Jovovic beim Erstligarückkehrer Mitteldeutscher BC. Als Nachfolger engagierten die Lions den 43-jährigen Amerikaner Michael Mai, der die Pro A aus seinen letzten drei Jahren in Kirchheim kennt.

Spielmacher mit Bundesliga-Erfahrung

Stark verändert präsentiert sich auch der Kader. Dem erfahrenen US-Spielmacher Richard Williams (zuletzt Tijuana/MEX), der einst unter Coach Mai seine Deutschlandpremiere in Hannover feierte, Vechta in die Bundesliga dirigierte und danach auch noch in Frankfurt und Hagen auf BBL-Niveau agierte, ist die Führungsrolle zugedacht. „Richie ist ein absoluter Leader und bringt sehr viele Qualitäten auf dem Feld mit. Wir sind stolz, ihn im Löwenrudel zu haben“, schwärmt Ljubic.

Reichlich Erstliga-Erfahrung bringt auch Maurice Pluskota mit. Der 25-jährige, 2,08 m große ehemalige Jugend-Nationalspieler trug zuletzt das Trikot der Gießen 46ers. Ebenfalls neu an Bord sind die Deutsch-Amerikaner Jarelle Reischel (Vechta) und Jeramie Woods (Crailsheim), Rückkehrer Toni Orlovic (BG Karlsruhe) und College-Absolvent Roland L’Amour Nyama (Stony Brook/NCAA) für die Flügelpositionen sowie US-Comboguard Craig Bradshaw (Chemnitz) und Nachwuchstalent Patrik Teka für den Aufbau. Mit Spielmacher Dimitri Kreis und US-Sprungwunder Orlando Parker sind auch zwei Leistungsträger der Aufstiegsformation weiterhin dabei.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06