Medi-Team unterliegt Ulm nach Verlängerung

Dabei waren die Bayreuther dem Sieg in regulärer Spielzeit schon ganz nahe gekommen. Beim Stand von 81:81 übernahm der überragende Trey Lewis (30 Punkte!) die Verantwortung für die entscheidende Aktion in letzter Sekunde, zog energisch zum Korb und ging dort umringt von drei Gegenspielern zu Boden. Ein Foulpfiff hätte angesichts der makellosen Freiwurf-Bilanz des Topscorers (9/9) wohl den Sieg für die Gastgeber bedeutet, doch so ging es in die Verlängerung.

Auch dort blieb bis zur letzten Minute alles ausgeglichen, nachdem die Bayreuther durch einen Dreier von Steve Wachalski bei einer Restspielzeit von 2:05 Minuten zum 85:85 ausgeglichen hatten. Im Gegenzug verwandelte Ulms Spielmacher Per Günther zwei Freiwürfe, doch nach je einem Fehlwurf auf beiden Seiten fiel die Entscheidung erst 45 Sekunden vor dem Ende: Ein Alleingang von Lewis wurde geblockt, und nur vier Sekunden später erzielte Günther zwei Fastbreakpunkte mit Bonusfreiwurf zum 85:90. Nachdem im folgenden Medi-Angriff die Dreier-Versuche von Nate Linhart und Wachalski das Ziel verfehlt hatten, mussten die Bayreuther in den verbleibenden 27 Sekunden auf taktische Fouls setzen. Die Ulmer Freiwurfquote (12/14 in der regulären Spielzeit, 20/23 am Ende) ließ dabei jedoch nur wenig Hoffnung auf Erfolg.

Erst nach 26 Minuten erstmals im Rückstand

Mehr als eine Halbzeit lang hatten die Bayreuther sogar ständig in Führung gelegen. Anscheinend hatten sie den Favoriten zu Beginn etwas überrascht mit ihrem hohen Tempo und vor allem ihrer enormen Energie beim Zug zum Korb, beim Rebound und beim Kampf um freie Bälle. Auf diese Weise bauten sie die schnelle 12:4-Führung nach nur zweieinhalb Minuten bis auf 21:8 (8.) aus. Gegen intensiver verteidigende Ulmer fiel das Punkte Sammeln dann zwar schon schwerer, und häufiger musste der Abschluss unter Zeitnot erfolgen, doch einen Vorsprung verteidigten die Gastgeber auch noch nach der Pause bis 52:47 (24.).

Eine Wende brachte erst ein recht umstrittenes unsportliches Foul von Nate Linhart. Die Ulmer nutzten die beiden Freiwürfe und den zusätzlichen Ballbesitz per Dreier, um mit insgesamt fünf Punkten nach genau 26 Minuten erstmals mit 54:52 in Führung zu gehen. Der Umschwung schien perfekt zu sein, denn anschließend wirkten die Gäste souverän. Sie spielten viel bessere Chancen heraus als das Medi-Team und setzten sich bis 20 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels auf 62:55 ab.

Umso eindrucksvoller war es, dass die Bayreuther im letzten Abschnitt noch einmal zurück kamen. Schnell gelang der Ausgleich zum 62:62 (32.) und dann sogar eine erneute Führung mit 70:68 (34.) und 74:71 (36.). Verschärft wurde die Dramatik durch die hohe Foulbelastung auf beiden Seiten, insbesondere auf den großen Positionen. Genau eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit schied Medi-Center Assem Marei mit dem fünften Foul aus, die er in nur knapp 16 Einsatzminuten gesammelt hatte, doch nur 20 Sekunden später erwischte es auch seinen Gegenspieler Raymar Morgan (19 Minuten). Es folgten noch die Gästespieler Taylor Braun (40.) und Tim Ohlbrecht (42.).

Herausragende Einzelspieler in dem temporeichen Schlagabtausch auf hohem Niveau waren Trey Lewis mit seinen 30 Punkten bei Bayreuth und Chris Babb mit 27 Zählern und eindrucksvoller Trefferquote (10/13 aus dem Feld) bei Ulm. Die übrige Ausbeute des Medi-Teams verteilte sich auf De'Mon Brooks (13), Kyan Anderson (11), Andreas Seiferth (9), Nate Linhart, Assem Marei (je 8), Robin Amaize (5) und Steve Wachalski (3).

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