Medi-Team trumpft auch in Frankfurt auf

Einmal mehr stellten die Bayreuther unter Beweis, dass sie flexibel genug sind, um ihre Gegner auch mit deren eigenen Waffen schlagen zu können. In diesem Fall galt die Verteidigung als die große Stärke der Frankfurter, und trotzdem dominierten die Gäste die Partie vor allem dank der besseren Defensive. Die Skyliners bekamen nur selten eine gute Wurfchance in Korbnähe - und wenn, dann waren sie schon so aus ihrem Rhythmus gebracht, dass sie auch davon noch einige vergaben. Da sie zudem von außen ohnehin ganz schwach warfen (1/14 Dreier) und trotz der vielen Abpraller bis zur 18. Minute auf ihren ersten Offensivrebound warten mussten, wirkten die Gastgeber weitgehend chancenlos.

Die Bayreuther hatten dagegen ihre Probleme mit der Frankfurter Defensive schon nach dem 2:6-Start (4.) weit genug überwunden, um nach dem ersten Viertel mit 18:12 in Führung zu liegen. Beim 26:16 (17.) war der Abstand schon zweistellig, und er wuchs auch im dritten Viertel weiter stetig an bis zum 55:36 (29.). Endgültig und eindeutig entschieden war die Partie dreieinhalb Minuten vor dem Ende, als sich das Medi-Team mit acht Punkten in Folge auf 68:48 abgesetzt hatte.

Die meisten Punkte durch Lewis und Marei

Einmal mehr wurde die Bayreuther Mannschaftsleistung kaum dadurch beeinträchtigt, dass es bei einzelnen Spielern durchaus nicht optimal lief. Spielmacher Kyan Anderson blieb blass (2/8 Würfe, kein Assist), und der bisherige Topscorer De'Mon Brooks kam wegen seiner Foulbelastung nur auf eine Einsatzzeit von gut 16 Minuten. Auf den Guard-Positionen überzeugte dafür Trey Lewis (17 Punkte), der zwar mit seinen Würfen nicht immer Glück hatte (1/4 Zweier, 3/7 Dreier, 6/6 Freiwürfe), aber viele gute Entscheidungen traf, und unter den Körben zeichnete sich Assem Marei mit 13 Punkten und acht Rebounds aus.

Stimmen zum Spiel

Raoul Korner (Trainer Bayreuth): „Wir sind mit viel Respekt hierher gekommen. Frankfurt gehört zu den in der Defensive am besten geordneten Teams der ganzen Liga. Daher war uns bewusst, dass wir hier kein Offensivfeuerwerk abfackeln werden, sondern auch über die Defensive ins Spiel kommen müssen. Zu Beginn ist uns das teils-teils gelungen. Da wir aber den Rebound gut kontrollieren konnten, sind wir im Spiel geblieben. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir unsere Schützen gut gefunden und die haben hochprozentig getroffen. Alles in allem war es ein wichtiger Auswärtssieg für uns, der gezeigt hat, dass wir auch über die Defensive in ein Spiel kommen können.“

Klaus Perwas (Co-Trainer Frankfurt): „Die Bayreuther spielen seit Saisonbeginn guten Basketball und treten mit viel Selbstbewusstsein auf. Unsererseits war es heute keine gute Leistung. Die Defensive war zwar ordentlich, aber im Angriff haben wir noch zu viele Abstimmungsschwierigkeiten. Auch am Tempo und Rhythmus müssen wir noch arbeiten und Fehler abstellen.“

Steve Wachalski (Spieler Bayreuth): „Mir fällt ein großer Stein vom Herzen. Es war klar, dass es hier keine Offensivschlacht geben würde, und ich bin froh darüber, wie wir das auch so hinbekommen haben. Wir mussten die Frankfurter unter dem Korb stoppen, und dann kam es uns entgegen, dass sie auch von außen nicht viel getroffen haben.“

Statistik

Skyliners Frankfurt: VAUGHN (12 Punkte / 30:11 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -17), Agva (3 / 8:27 / -14), Merz (2 / 8:58 / 4), ILZHÖFER (4 / 14:31 / -4), Zeeb (0 / 1:12 / 0), Bonga (0 / 1:54 / 0), Graves (1 / 27:00 / -21), ROBERTSON (9 / 36:14 / -10), MORRISON (10 / 25:14 / -2), Ibekwe (11 / 15:15 / 1), SHIELDS (4 / 31:04 / -17); Feldwurfquote: 21/56 (38 Prozent), davon 1/14 Dreier (7 Prozent): Vaughn (1/2); Freiwürfe: 13/19 (68 Prozent); Rebounds: 22 defensiv, 8 offensiv (Ibekwe 6/2, Robertson 7/1); Ballgewinne: 6 (Robertson 4); Ballverluste: 10; Assists: 12 (Vaughn 4); Effektivität: 55 (Vaughn 12, Robertson 11, Ibekwe 11, Morrison 10).

Medi Bayreuth: ANDERSON (7 Punkte / 21:25 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 1), LINHART (8 / 37:53 / 16), Doreth (2 / 18:35 / 15), SEIFERTH (6 / 21:23 / 0), LEWIS (17 / 28:23 / 14), Wachalski (9 / 23:36 / 7), Amaize (5 / 14:18 / 1), BROOKS (5 / 16:24 / 9), Adler, Marei (13 / 18:03 / 17); Feldwurfquote: 24/53 (45 Prozent), davon 11/23 Dreier (48 Prozent): Wachalski (3/4), Lewis (3/7), Linhart (2/5), Brooks (1/1), Amaize (1/2), Anderson (1/4); Freiwürfe: 13/16 (81 Prozent); Rebounds: 27 defensiv, 8 offensiv (Marei 4/4, Lewis 5/2, Seiferth 6/0); Ballgewinne: 3; Ballverluste: 14; Assists: 17 (Linhart,6, Lewis 6); Effektivität: 82 (Lewis 22, Marei 15, Linhart 12, Seiferth 11).

SR: Anne Panther, Neubecker, Brendel; Zuschauer: 4030.

Stationen: 6:2 (4.), 10:12 (8.), 12:18 (1. Viertel), 16:26 (17.), 21:26 (18.), 21:33 (20.), 23:33 (Halbzeit), 27:35 (23.), 32:46 (27.), 36:55 (29.), 41:56 (3. Viertel), 48:60 (34.), 48:68 (37.), 56:72 (Ende).

Info: Die Plus-Minus-Bilanz errechnet sich aus der Summe von Punkten, Rebounds, Assists, Ballgewinnen und Blocks, abzüglich der Ballverluste sowie der Fehlwürfe aus dem Feld und an der Freiwurflinie.

4 (4 Stimmen)

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